Tatsächlicher Verbrauch: Skoda Kodiaq Plug-in-Hybrid im Test

Wie viel Sprit braucht das große SUV mit dem 204 PS starken Plug-in-Hybridantrieb im realen Verkehr?

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Der Kodiaq ist das Verbrenner-Flaggschiff von Skoda: Das knapp 4,76 Meter lange SUV bietet wahlweise fünf oder sieben Sitze. Das moderne, leicht kantige Design gefällt mir. Noch besser finde ich den 204 PS starken Plug-in-Hybrid-Antrieb auf Basis des 1,5-Liter-Turbobenziners. Bei dieser Version habe ich nun den realen Verbrauch erkundet.

Wie immer bei unserem wöchentlichen Verbrauchstest fuhr ich die rund 360 km von Rom ins norditalienische Forlì. Dabei erwies sich das System als sehr effizient - sowohl absolut als auch in Relation zur Größe und den Proportionen des Testwagens. Der ermittelte Durchschnittsverbrauch von 3,60 Liter/100 km macht den Skoda Kodiaq zu einem der sparsamsten Plug-in-SUVs.

Für die Strecke fielen insgesamt Kosten von 27,60 Euro an, nämlich 22,28 Euro für Benzin und 5,32 Euro für Strom. Denn wie immer bei Plug-in-Hybriden fuhr ich mit voller Batterie los, und zwar zuerst im reinen Elektromodus. Beim Verlassen von Rom schaffte ich dabei 95 km rein elektrisch.

Nur wenige Plug-in-SUVs sind noch sparsamer

Zur Einordnung des Verbrauchs des Skoda Kodiaq genügt ein Blick ins Ranking unserer Testergebnisse. In der Kategorie kompakte und mittelgroße SUVs mit Plug-in-Hybrid-Antrieb liegt er gut. Mit den genannten 3,60 Litern/100 km war der Kodiaq sparsamer als der BYD Seal U DM-i AWD (3,80 Liter/100 km), der Kia Sportage 1.6 T-GDi PHEV 265 PS 4WD 6AT (4,25 Liter), der Cupra Terramar VZ 1.5 e-Hybrid DSG 272 PS (4,30 Liter) und der Hyundai Tucson 1.6 PHEV 4WD AT (4,50 Liter).

Zu den wenigen Plug-in-SUVs, die sparsamer waren als unser Skoda, gehören der Ford Kuga 2.5 Plug In Hybrid (3,55 Liter) sowie ein Quartett besonders effizienter China-Fahrzeuge: der Leapmotor C10 REEV Design und der MG HS PHEV (beide 3,50 Liter), der Jaecoo 7 Super Hybrid Exclusive und der Omoda 9 SHS (beide 3,45 Liter/100 km). Noch weiter vorne rangieren die Spitzenreiter Toyota RAV4 Plug-in Hybrid (3,25 Liter), VW Tiguan 1.5 TSI eHybrid DSG und Kia Niro 1.6 GDi Plug-in Hybrid DCT (beide 3,10 Liter) sowie der Mercedes GLC 300 de 4Matic Plug-in Hybrid Coupé (3,05 Liter).

Viel Platz für Passagiere und Gepäck

Das Testfahrzeug war eine besonders gut ausgestattete Variante, nämlich ein italienischer Skoda Kodiaq 1.5 TSI PHEV DSG Sportline Be More. Serienmäßig sind hier unter anderem 20-Zoll-Leichtmetallfelgen, Exterieurdetails in glänzendem Schwarz und dunkle Scheiben, ein illuminierter Grill samt LED-Lichtband, ein schlüsselloses Öffnungs- und Startsystem, Sportsitze, Aluminium-Pedale, ein Instrumentendisplay, eine Dreizonen-Klimaautomatik, ein 13-Zoll-Touchscreen sowie eine lange Liste von Assistenzsystemen.

Bei unserem Testwagen kamen außerdem noch einige sinnvolle Pakete hinzu - darunter das Convenience Pack Plus, das Winter Pack und das Performance Pack. Damit steigt der italienische Listenpreis auf 57.720 Euro. Das ist für einen Skoda nicht wenig Geld, passt aber dazu, was man erhält. Denn der Kodiaq bietet sehr viel Platz für Passagiere und Gepäck, eine gute Technik-Ausstattung und das Sechsgang-DSG. Und der Komfort auf der Reise, gerade mit Familie an Bord, ist hoch - hier gibt es nur wenige echte Alternativen.

Niedriger Verbrauch, aber nicht auf der Autobahn

In typischen Verkehrssituationen und mit voller 19,7-kWh-Batterie fuhr der Skoda Kodiaq 1.5 TSI PHEV mindestens 90 km weit rein elektrisch. Auf verbrauchsmäßig besonders günstigen Strecken waren bis zu 115 km möglich, auf der (italienischen) Autobahn sank die elektrische Reichweite dagegen auf rund 70 km.

Mit leerer Batterie blieb der Benzinverbrauch in den meisten Situationen weiterhin moderat - mit einer Ausnahme: Auf der Autobahn verlangt der Kodiaq deutlich mehr Kraftstoff als im Schnitt. Der 45-Liter-Tank ermöglicht dennoch eine Reichweite von stets über 500 km; an die 900 km kommt man nur unter idealen Bedingungen und auf passenden Strecken.

Verbrauch mit entladener Batterie

  • Stadt-Umland-Mix: 5,7 Liter/100 km
    625 km theoretische Reichweite
  • (Italienische) Autobahn: 7,8 Liter/100 km
    548 km theoretische Reichweite
  • Spritspartest: 4,3 Liter/100 km
    943 km theoretische Reichweite

Aus dem offiziellen Datenblatt

  Skoda Kodiaq 1.5 TSI PHEV DSG Sportline Be More
Antrieb Hybrid (Benzin, 1.498 cm³)
Systemleistung 204 PS
CO2-Emissionen (WLTP) 11 g/km
Abgasnorm Euro 6E

Daten des Testfahrzeugs

Fahrzeug: Skoda Kodiaq 1.5 TSI PHEV DSG Sportline Be More 
Grundpreis in Italien: 54.450 Euro
Testdatum: 15. Dezember 2025
Wetter (Start/Ziel): Heiter, 15 Grad / Heiter, 8 Grad
Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Abschnitt Rom-Forlì: 71 km/h
Reifen: Continental ContiSportContact 5 - 235/45 R20 100V XL (EU-Label: B, A, 70 dB)

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer: 3,7 Liter/100 km
An der Zapfsäule: 3,5 Liter/100 km
Mittel aus diesen Werten: 3,60 Liter/100 km
Kraftstoff- und Strompreis: 1,719 Euro/Liter (Benzin) und 0,27 Euro/kWh (Strom)
Kosten: 27,60 Euro (22,28 Euro Benzin + 5,32 Euro Strom)

Unsere italienischen Kollegen bieten ein stets aktualisiertes Ranking der Verbrauchstest-Ergebnisse an. Das Ganze ist in italienischer Sprache, aber wir denken, Sie finden sich zurecht.

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie eine Freundin oder einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, wird Ihnen wahrscheinlich ein Wert genannt, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht wurde der Wert vom Bordcomputer abgelesen oder die Tankrechnungen wurden aufbewahrt und daraus ein Verbrauch errechnet.

Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).

Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke von Rom nach Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.

Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule. Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert.

© Motor1.com
Autor: Fabio Gemelli