Defender Trophy 2026: Land Rover reaktiviert den Camel Klassiker

Die regionale Bewerbungsphase ist bereits eröffnet – wir haben diverse Anforderungen getestet

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Meine Erinnerungen an die Camel Trophy sind blass. Ich habe ein paar TV-Beiträge im Sinn, in denen sich Leute in diversen abenteuerlichen Situationen anschreien. Den größten Teil der Assoziation mit diesem einstigen Offroad-Spektakel nimmt aber ein Vertreter aus meiner Spielzeugautokiste ein. Einen gelben Range Rover der ersten Trophy-Jahre habe ich gerne durch das unwegsame Gelände meines Kinderzimmers geschoben.

Öfter noch stand er jedoch im Spielzeugautostau, der sich durch die ganze Wohnung zog. Erst im Laufe der Jahre vermochte ich wahrzunehmen, welchen Stellenwert er in Kombination mit der Camel Trophy für Land Rover, deren Markenbildung und den Typus Geländewagen einnahm. Mit Zigarettenkooperationen gewinnt man heutzutage jedoch nicht mehr sooo viele Herzen, weshalb Land Rover die Abenteuerveranstaltung 2026 unter dem Namen Defender Trophy zurückbringt. Inklusive einer Zusammenarbeit mit der Tierschutzorganisation Tusk.

Land Rover Defender Trophy 2026

Neben einem Keswick Green wird auch das ikonische Gelb in der Form von Deep Sandglow Yellow in einer Sonderedition zurückkommen. Der Land Rover Defender 110 Trophy Edition bildet die einsatzbereite Abenteuervariante, die man sich ab 103.100 Euro auch vor die eigene Tür stellen kann. Angetrieben wird das Expeditionsgefährt vom 3,0-Liter-Sechszylinder MHEV Twinturbo-Diesel mit 257 kW (350 PS), Automatikgetriebe und Allradantrieb.

Zu den zwei traditionsreichen Farben mit schwarzen Applikationen gesellt sich eine Reihe empfohlener Expeditionszubehörteile. Die abenteuerbereite Ausstattung umfasst schwarze 20-Zoll-Leichtmetallfelgen mit All-Terrain-Reifen, eine Heckschutzleiste und Radlaufverbreiterungen sowie einen schwarzen Unterfahrschutz vorne.

Trophy-Aufkleber auf der Motorhaube und der C-Säule sowie ein Trophy-Emblem am Heck markieren das Sondermodell. Im Innenraum gibt es beleuchtete Trophy-Einstiegsleisten und Sitze aus Windsor-Leder. Der freiliegende Querträger ist in der gleichen markanten Farbe wie die Außenlackierung gehalten und verfügt über lasergeätzte Endkappen mit Trophy-Logo.

Für optimale Geländegängigkeit ist optionales Zubehör erhältlich: ein Expeditionsdachgepäckträger, eine schwarze, ausklappbare Dachleiter, ein seitlich montierter Gepäckträger, klassische Schmutzfänger vorne und hinten sowie ein erhöhter Lufteinlass zur Staubfilterung.

Verschneite Trockenübungen auf einem Abenteuerspielplatz

Im Land Rover Experience Center in Wülfrath zwischen Wuppertal und Düsseldorf konnten wir uns bereits ans Steuer des Sondermodells setzen. Dass ein Land Rover das passende Gefährt für den gedachten Defender-Trophy-Einsatz ist, haben etliche Iterationen bereits bewiesen. Und so meisterte "unser" Defender auf dem 17 Hektar großen Abenteuerspielplatz jegliche Prüfung mit einem müden Lächeln.

75-Prozent-Steigung und Gefälle? Kein Problem! Eine seitliche Neigung von 31 Grad? Egal! Der Defender findet dank diverser Untergrundmodi und seinem automatischen Spiel mit den zwei Differentialsperren und der Schlupfregelung immer einen souveränen Weg.

Und auch wenn das hier etwas verschneit und rutschig war, bei den regionalen Ausscheiden und dem Finale in Afrika warten sicher weitaus größere Herausforderungen auf den Defender. Das zeigt nicht nur die Historie, sondern auch aktuelle Bilder zur Trophy-Kampagne (siehe oben).

Die Defender Trophy ist ein Wettbewerb, kein Rennen!

Defender und Wettbewerber erwarten beim Geländefahren extremes Terrain und wechselnde Bedingungen. Land Rover stellt das Trophy-Gefährt für jeden Teilnehmenden. Doch auf die wartet nicht nur ein Abenteuertrip in Form der Rallye Dakar. Die Defender Trophy ist ausdrücklich kein Rennen, sondern ein Wettbewerb.

Zum Offroad-Fahren gesellen sich Navigation, physische und mentale Herausforderungen sowie einer der wichtigsten Faktoren: die Teamarbeit. Denn anders als bei den bisherigen Ausgaben werden keine Teams für eine bestimmte Nation an den Start gehen. Teilnehmende bewerben sich einzeln und werden dann nach jeder Challenge in neue Teams geschmissen. Soziale Kompetenzen, logisches Denken und lösungsorientiertes Handeln werden hier ebenso bewertet wie die benötigte Zeit.

Auch diese Herausforderungen konnten wir innerhalb verschiedener Challenges mit zum Teil völlig unbekannten Personen ausprobieren. Wer was wie am besten kann und wie derjenige sich in das Gesamtkonstrukt einfügen kann, muss kommuniziert werden. Das klappt in manchen Zusammenkünften gut, in anderen eher weniger. Dinge beispielsweise trocken über einen Fluss zu transportieren, braucht Abstimmungsarbeit und genaueste Planung, um nicht ständig bei Strömung hin und her schwimmen zu müssen.

Das Finale wird kein rücksichtloses Abenteuer - im Gegenteil 

Andere Aufgaben verlangen Geschicklichkeit oder Genauigkeit. Am Ende sollen die Personen gefunden werden, die innerhalb authentischer Missionen für die Tierschutzorganisation Tusk im Süden Afrikas (nicht Südafrika, sondern im südlichen Teil des Kontinents) agieren können.

Ob es um die Bekämpfung des grassierenden illegalen Wildtierhandels, den Verlust von Lebensräumen oder den Konflikt zwischen Mensch und Wildtier geht - die Organisation basiert auf dem Verständnis, dass die Interessen von Mensch und Tier untrennbar miteinander verbunden sind. "Beide Seiten müssen berücksichtigt werden, wenn Errungenschaften von Dauer sein sollen."

Bei der Defender Trophy geht es also nicht darum, die Umwelt für den eigenen Spaß weiter zu belasten, sondern das Gerät und seine individuelle Stärke für ein besseres Zusammenleben einzusetzen. Das klingt doch schon eher nach 2026 als der einstige Zigarettensponsor.

Wer sich jetzt denkt, 'ach guck, da seh ich mich', der kann sich bis zum 10. April 2026 für die Auswahl bewerben. Dazu müssen Personen unter anderem mindestens 23 Jahre alt sein, 50 Meter schwimmen können, fließend Englisch sprechen, einen gültigen Führerschein und einen gültigen Pass besitzen. Fahrzeuge werden für die Ausscheide und das Finale von Land Rover gestellt.

Der europäische Ausscheid findet im Juni 2026 in Les Comes (Spanien) statt. Die Gewinner werden im August bekanntgegeben, bevor es dann für das Finale im Oktober/November in Richtung Afrika geht. 

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Autor: Benja Hiller