Tatsächlicher Verbrauch: Mercedes E-Klasse Plug-in-Hybrid im Test

Wie viel Sprit braucht die obere Mittelklasse-Limousine mit dem 313 PS starken Plug-in-Hybridantrieb im realen Verkehr?

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Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

Die Mercedes E-Klasse gilt seit vielen Jahren als Symbol der europäischen Luxus-Mittelklasse. Auch in der sechsten Generation bietet sie mehrere Plug-in-Hybrid-Antriebe an - darunter den Benziner E 300 e, der im Mittelpunkt unseres Tests zu den realen Verbrauchswerten steht.

Der Stuttgarter Stern kommt mit einem elektrifizierten 2,0-Liter-Turbobenziner, 313 PS Systemleistung, Hinterradantrieb und 9-Gang-Automatik. Mit der Mercedes E-Klasse habe ich auf meiner wöchentlichen Verbrauchstestrunde einen Durchschnitt von 3,60 Liter/100 km (27,78 km/Liter) erreicht. Die Kosten für die Standardstrecke über 360 km lagen bei 26,51 Euro (21,24 Euro für Benzin + 5,27 Euro für Strom). Insgesamt fuhr ich beim Verlassen Roms 94 Kilometer im Elektromodus.

Die effizientesten Plug-in-Hybrid-Limousine der oberen Mittelklasse

Als Plug-in-Hybrid-Benziner platziert sich die Mercedes E-Klasse mit 3,60 Liter/100 km weit oben in der Rangliste der tatsächlichen Verbräuche. Nicht nur das, der Stuttgarter holt sich zugleich den Titel als effizienteste PHEV-Limousine der oberen Mittelklasse. Sie liegt damit vor dem Mercedes E 300 de 4MATIC Plug-in Hybrid All Terrain (3,80 Liter), Skoda Superb Combi (4,20 Liter), Audi A6 Avant 55 TFSI e quattro S tronic (4,50 Liter), BMW 330e (4,75 Liter) und dem Volvo V90 R-Design T8 Twin Engine AWD (6,00 Liter).

Historisch gesehen war lediglich die kompaktere Mercedes-Benz C-Klasse noch sparsamer - wie etwa der Mercedes C 300 de Plug-in Hybrid T-Modell (2,90 Liter) und der Mercedes C 300 e Plug-in Hybrid T-Modell (2,80 Liter) zeigen.

Auch als Einstiegsvariante mit überzeugenden Qualitäten

Das von mir getestete Auto ist ein Mercedes E 300 e mit EQ Advanced Plug-in-Hybrid-Technologie und bildet den Einstieg in die Modellpalette mit Stecker. Diese "Basis"-Ausstattung bringt dennoch serienmäßig bereits 19-Zoll-Leichtmetallräder,  LED-High-Performance-Scheinwerfer, Rückfahrkamera, Innenverkleidungen in Stoff und Kunstleder, Klimaautomatik, Keyless-Entry sowie MBUX Entertainment Plus auf dem Zentraldisplay mit.

Das essenzielle Interieur der Ausstattung Advanced Das essenzielle Interieur der Ausstattung Advanced Bild von: Mercedes-Benz

Mit einer elektrisch öffnenden Heckklappe steigt der Preis in Italien auf 79.987 Euro. Das ist eine stattliche Summe - zumal ich persönlich noch elektrische Sitzverstellung, Head-up-Display, digitale LED-Scheinwerfer und die praktische DC-Schnelllademöglichkeit ergänzen würde. Das steht alles auf der Aufpreisliste. Ich muss aber zugeben: Selbst in dieser eher schlicht gehaltenen Konfiguration wirkte die E-Klasse auf mich wie eine sehr gute Reiselimousine. Komfortabel und leise, technologisch auf aktuellem Stand, ordentlich geräumig und mit einem brauchbaren Gepäckraum. Auch Leistung und Durchzug sind bemerkenswert, ebenso die Straßenlage.

Über 80 Kilometer elektrisch möglich

Mit vollgeladener Batterie (19,53 kWh netto) kam ich vollelektrisch auf dem Streckenmix aus Stadt-Land-Autobahn mindestens 80 Kilometer weit. Auf einer idealen Überlandroute für niedrige Verbräuche waren sogar bis zu 110 Kilometer mit einer Ladung möglich.

Der Mercedes E 300 e mit EQ Hybridtechnologie kommt auch rein elektrisch weit Der Mercedes E 300 e mit EQ Hybridtechnologie kommt auch rein elektrisch weit Bild von: Mercedes-Benz

Ist die Batterie leer, fällt der Kraftstoffverbrauch naturgemäß höher aus - vor allem auf der Autobahn. Das bleibt jedoch in einem Rahmen, der angesichts der Größe und Leistung der E-Klasse nachvollziehbar ist. Der 50-Liter-Tank sorgt für eine solide Mindestreichweite von 650 Kilometern. Unter Idealbedingungen sind auch mehr als 1.000 Kilometer möglich.

Verbrauch bei leerer Batterie

  • Stadt-Umland-Mix: 6,4 l/100 km
    780 km  theoretische Reichweite
  • (italienische) Autobahn: 7,5 l/100 km
    665 km theoretische Reichweite
  • Spritspartest: 4,1 l/100 km
    1.170 km theoretische Reichweite

Was die Zulassungspapiere sagen

  Mercedes E 300 e mit EQ Advanced Hybridtechnologie
Antrieb Hybrid (Benzin, 1.999 cm³)
Leistung 150 kW
CO2-Emissionen (WLTP) 12 g/km
Leergewicht 2.135 kg
Abgasnorm Euro 6D

Daten

Fahrzeug: Mercedes-Benz E 300 e mit EQ Advanced Plug-in-Hybrid-Technologie
Basispreis in Italien: 78.315 Euro
Testdatum: 16 Januar 2026
Wetter (Start/Ziel): Bewölkt, 14 Grad / Bewölkt, 7 Grad
Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Abschnitt Rom-Forlì: 68 km/h
Reifen: Pirelli Winter SottoZero 3 - 245/45 R19 102V XL M+S runflat - 275/40 R19 105V XL M+S runflat (EU-Label: D, B, 72 dB - C, B, 73 dB)

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer: 3,7 Liter/100 km
An der Zapfsäule: 3,5 Liter/100 km
Mittel aus diesen Werten: 3,60 Liter/100 km (27,78 km/l)
Kraftstoffpreis: 1,639 Euro/l (Benzin)  - 0,27 Euro/kWh (Strom)
Kosten: 26,51 Euro (21,24 Euro für Benzin + 5,27 Euro für Strom)

Unsere italienischen Kollegen bieten ein stets aktualisiertes Ranking der Verbrauchstest-Ergebnisse an. Das Ganze ist in italienischer Sprache, aber wir denken, Sie finden sich zurecht.

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie eine Freundin oder einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, wird Ihnen wahrscheinlich ein Wert genannt, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht wurde der Wert vom Bordcomputer abgelesen oder die Tankrechnungen wurden aufbewahrt und daraus ein Verbrauch errechnet.

Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).

Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke von Rom nach Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.

Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule. Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert.

© Motor1.com
Autor: Fabio Gemelli