Ford Nugget Hochdach (2026): Mehr Platz aus der Nugget-Schmiede

Schmiede aus Bayern bringt feste Dachlösung für den Kompakt-Camper

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In Kochel am See kennt man den Schmied. Der "Schmid von Kochel" ist bayerische Legende, Freiheitskämpfer, Mythos. Heute wird dort nicht mehr mit Hellebarden gearbeitet, sondern mit Dachschalen, Harz und Transit‑Blech. Der Feind heißt nicht Napoleon, sondern zu wenig Kopffreiheit.

Die Nugget‑Schmiede aus dem Ort am Walchensee nimmt sich genau dieses Problems an. Während Ford selbst ein Hochdach für den Nugget ab Herbst 2026 anbietet und Modelle wie der Randger R490 den Transit günstiger interpretieren, geht man in Kochel den handwerklichen Weg: Kleinserie statt Fließband.

Nugget-Schmiede Ford Nugget mit Hochdach (2026)

Der Ford Nugget ist seit Jahren eine feste Größe im Kompakt‑Camper‑Segment - alltagstauglich, mit durchdachtem Grundriss und solider Technik. Was bislang fehlte, war ein festes Hochdach. Wer dauerhaft stehen wollte, musste kurbeln, klappen oder gleich zum größeren Kastenwagen greifen.

Genau hier setzt die Nugget‑Schmiede an. Das neue Hochdach ist für den aktuellen Nugget mit langem Radstand gedacht und basiert auf einer eigenständigen Konstruktion. Laut Presseunterlage passt es auf den Transit Custom sowie auf den neuen VW Transporter. Damit entsteht keine Bastellösung, sondern ein klar definiertes Bauteil für mehrere Fahrzeuge.

Bilder von: Nugget-Schmiede

Optisch bleibt der Nugget erkennbar. Das Dach folgt der Linienführung, wirkt nicht wie ein nachträglich aufgesetzter Koffer. Die Form wurde so gestaltet, dass der Luftwiderstand nicht unnötig steigt. Weniger Windgeräusche auf der Autobahn sind kein Marketingversprechen, sondern schlicht angenehm, wenn man lange Strecken fährt.

Innen ändert sich das Raumgefühl deutlich. Mehr Kopffreiheit im Küchenbereich, ein offenerer Eindruck im Wohnraum und die Option auf eine feste Schlafebene. Kein Stoffbalg, der im Herbstwind flattert. Kein nächtliches Auf‑ und Zuklappen. Wer länger unterwegs ist, weiß das zu schätzen.

Bilder von: Nugget-Schmiede

Die Entwicklung entstand gemeinsam mit Pureflexx, einem Konstrukteur für Campingdächer. Geplant wurde mit CAD‑Daten, was bei modernen Fahrzeugen mit Assistenzsystemen und komplexer Karosseriestruktur zwingend ist. Gewicht und Statik spielen beim Dach eine größere Rolle, als man von außen vermutet.

Interessant wird die Kombination mit dem bekannten Allrad‑Umbau der Nugget‑Schmiede. Der Nugget lässt sich bereits mit Allrad und Automatik umbauen. Mit dem neuen Hochdach entsteht eine Variante, die es ab Werk so nicht gibt: kompakt, geländetauglich und mit voller Stehhöhe.

Bilder von: Nugget-Schmiede

Die Schmiede aus Kochel hat sich in den vergangenen Jahren genau mit solchen Nischen beschäftigt. Sechssitzer‑Nugget, reduzierte Fahrzeughöhe unter zwei Metern oder das dreiseitig zu öffnende Opensky‑Aufstelldach sind Beispiele dafür, dass hier eher ausprobiert als abgewartet wird. Das Hochdach fügt sich in diese Linie ein.

Die Premiere erfolgt im Umfeld der Freizeitmesse "f.r.e.e." vom 18. bis 22. Februar 2026 in München. Dort dürfte der Nugget mit Hochdach vor allem diejenigen interessieren, die den Kompakt‑Camper lieben, aber beim Thema Raumgefühl noch Luft nach oben sehen. Zwischen klassischem Aufstelldach und großem Kastenwagen entsteht eine Zwischenlösung.

Im aktuellen Marktumfeld passt das. Die Panama‑Vans P09 und P59 setzen auf Hybrid‑Technik ohne Hochdach. Der Rhön Camp Ultimate Campervan arbeitet mit einem aufblasbaren Dach. Und selbst der Ford Transit Nugget als Offroad‑Camper bleibt beim bekannten Dachkonzept. Die Lösung aus Kochel ergänzt dieses Spektrum um eine feste Variante.

Am Ende ist der Vergleich mit dem historischen Schmied gar nicht so weit hergeholt. Damals ging es um Eigenständigkeit. Heute geht es um Raum und Reisefreiheit. Statt Eisen wird eben GfK bearbeitet. Der Gedanke dahinter ist derselbe: Wenn etwas fehlt, wird es gebaut.

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Autor: Fabian Grass