Tatsächlicher Verbrauch: Toyota Aygo X Hybrid (2026) im Test

Wie viel Sprit verbraucht der neue Aygo X mit 116 PS starkem Vollhybrid-Antrieb im realen Verkehr?

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Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

Der Toyota Aygo X Hybrid gehört zu den wichtigen Neuheiten des Jahres 2026 - nicht zuletzt, weil er der erste City-Flitzer im A-Segment mit Vollhybrid-Antrieb ist. Das Auto verspricht damit einen deutlich geringeren Benzinverbrauch.

Ihn schon jetzt für einen Realverbrauchstest zur Verfügung zu haben, ist für mich eine besondere Gelegenheit - denn der WLTP-Verbrauch von 3,7 bis 3,9 Litern auf 100 Kilometer ist wirklich außergewöhnlich. Um zu prüfen, ob solche Werte auch in der Praxis möglich sind, habe ich den Zwerg auf unserer 360 km langen Standardteststrecke von Rom ins norditalienische Forlì gefahren. Das Ergebnis: ein beeindruckender Schnitt von 3,75 Liter/100 km. Die Spritkosten für die Strecke lagen bei 22,53 Euro.

Unter den sparsamsten Vollhybriden

Mit diesem starken Resultat landet der Toyota Aygo X Hybrid auf Platz neun im Ranging unserer Testergebnisse in der Kategorie Vollhybrid. Zugleich sichert sich der kleine Toyota einen Platz weit vorn in der Gesamtwertung. Der japanische Fünftürer liegt beim Verbrauch gleichauf mit dem neuen Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (ebenfalls 3,75 Liter), positioniert sich aber vor dem Honda Jazz 1.5 Hybrid Crosstar (3,95 Liter), dem Renault Clio E-Tech Full Hybrid 145 der alten Generation (4,00 Liter) sowie dem MG3 Hybrid+ (4,10 Liter) - um nur einige der kleinen Vollhybride zu nennen.

Noch sparsamer als der neue Toyota waren allerdings einige besonders Vollhybride wie der Mazda2 Full Hybrid 1.5 VVT 116 CV (3,70 Liter), der Toyota Yaris 1.5 Hybrid (3,60 Liter), der Toyota Yaris Cross 1.5 Hybrid 4X2 (3,55 Liter) und der Toyota Prius AWD-i von 2019 (3,20 Liter).

Wendig, spritzig, gut ausgestattet - aber im Fond eng

Das von mir getestete, italienische Modell war die Topversion der Baureihe, also der Toyota Aygo X Hybrid 115 GR Sport. Er setzt auf eine sportliche Optik und bringt eine umfangreiche Serienausstattung mit. Zu dieser gehören unter anderem eine Bicolor-Lackierung, 18-Zoll-Leichtmetallräder, Parksensoren, LED-Scheinwerfer, Sportsitze vorn, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, ein 7-Zoll-Instrumentendisplay sowie ein 10,5-Zoll-Touchscreen.

Mit der optionalen perlmuttweißen Lackierung steigt der italienische Listenpreis auf 26.900 Euro. Dafür erhält man ein spritziges und agiles Auto - mit sehr kompakten Außenmaßen (3,78 Meter Länge) und einer für die kleinste Klasse durchaus umfangreichen Ausstattung. Weniger überzeugt haben mich das recht eingeschränkte Platzangebot im Fond, die kleinen hinteren Türen und der kleine Kofferraum - letzterer liegt allerdings auf dem Niveau der wenigen verbliebenen Wettbewerber.

Gute Reichweite und niedrige Verbräuche

In verschiedenen Verkehrssituationen blieb der Spritverbrauch des Aygo X Hybrid extrem niedrig. Vor allem im Stadt-Umland-Mix bewegte sich der Spritdurst nahezu auf Rekordniveau. Der kleine 30-Liter-Tank und die 0,76-kWh-Batterie sorgten im Zusammenspiel für eine theoretische Reichweite, die fast immer über 550 km lag.

Bei besonders verbrauchsorientierter Fahrweise und auf idealen, flachen Strecken ergab sich beim kleinsten Toyota sogar eine theoretische Reichweite von rund 1.000 km. Nicht schlecht für einen 30-Liter-Benzintank!

Verbrauch in unterschiedlichen Verkehrssituationen

  • Stadt-Umland-Mix: 4,0 Liter/100 km
    750 km theoretische Reichweite
  • (Italienische) Autobahn: 5,5 Liter/100 km
    543 km theoretische Reichweite
  • Spritspartest: 2,9 Liter/100 km
    1.032 km theoretische Reichweite

Aus dem offiziellen Datenblatt

  Toyota Aygo X Hybrid 115 GR Sport
Antrieb Hybrid (Benzin, 1.490 cm³)
Leistung 116 PS
CO2-Emissionen (WLTP) 87 g/km
Abgasnorm Euro 6E-BIS

Daten des Testfahrzeugs

Fahrzeug: Toyota Aygo X Hybrid 115 GR Sport
Basis-Listenpreis in Italien: 25.950 Euro
Testdatum: 17. Februar 2026
Wetter (Start/Ziel): Heiter, 19 Grad / Heiter, 13 Grad
Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 73 km/h
Reifen: Falken Eurowinter HS01 - 175/60 R18 85H M+S (EU-Label: D, B, 68 dB)

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer: 3,8 Liter/100 km
An der Zapfsäule: 3,7 Liter/100 km
Mittel aus diesen Werten: 3,75 Liter/100 km
Kraftstoffpreis: 1,669 Euro/Liter (Benzin)
Kosten: 22,53 Euro

Wir haben ein stets aktualisiertes Ranking der Verbrauchstest-Ergebnisse. Das Ganze ist in italienischer Sprache, aber wir denken, Sie finden sich zurecht.

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie eine Freundin oder einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, wird Ihnen wahrscheinlich ein Wert genannt, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht wurde der Wert vom Bordcomputer abgelesen oder die Tankrechnungen wurden aufbewahrt und daraus ein Verbrauch errechnet.

Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).

Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke von Rom nach Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.

Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule. Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert.

© Motor1.com
Autor: Fabio Gemelli