Der Nachfolger des ID.3 heißt nicht ID. Golf, sondern ID.3 Neo

Allerdings handelt es sich wohl eher um eine große Modellpflege

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Der elektrische Kompaktwagen Volkswagen ID.3 erhält einen Nachfolger mit neuem Namen. Das Modell wird künftig als ID.3 Neo bezeichnet und soll Mitte April seine Weltpremiere feiern. Indes handelt es sich wohl eher um eine sehr große Modellpflege des bestehenden ID.3. Der Name ID. Golf wird also der elektrischen Version des Golf 9 vorbehalten bleiben, die frühestens 2028 den ID.3 Neo beerben wird.

Mit dem Generationswechsel erhält der ID.3 eine umfangreiche digitale Produktaufwertung. Gleichzeitig sind auch die Modelle Volkswagen ID.4, ID.5 und ID.7 bereits mit der neuesten Softwaregeneration bestellbar. Die neue Software bringt zusätzliche Funktionen in die ID.-Baureihe. Dazu zählen unter anderem ein weiterentwickelter Travel Assist mit Ampelerkennung sowie die Funktion One Pedal Driving, bei der das Fahrzeug durch Rekuperation bis zum Stillstand verzögert. Ebenfalls neu ist das Infotainmentsystem "Innovision".

VW ID.3 Neo (2026) Teaser

Damit hält ein erweiterter In-Car-Shop Einzug, über den sich Funktionen und Services digital und fahrzeugbezogen freischalten oder erweitern lassen. In den Shop ist zudem ein App-Store integriert. Dort können Apps aus Bereichen wie Audio, Video-Streaming, Parking, Charging oder Gaming ähnlich wie auf einem Smartphone heruntergeladen werden.

Mit der neuen Softwaregeneration steht außerdem die Funktion Vehicle-to-Load zur Verfügung. Damit können externe Geräte direkt über die Hochvoltbatterie des Fahrzeugs mit Strom versorgt werden. Möglich ist der Betrieb oder das Laden von Geräten wie Elektrogrill, Kaffeemaschine oder E-Bike mit einer Leistung von bis zu 3,6 kW. Die Stromversorgung erfolgt entweder über eine 230-Volt-Steckdose im Innenraum oder über einen separaten Adapter am Mode-3-Anschluss der Ladedose.

Eine weitere Neuerung ist der optionale digitale Fahrzeugschlüssel. Er ermöglicht den Zugang zum Fahrzeug über ein mobiles Endgerät wie Smartphone oder Smartwatch und ergänzt den klassischen Funkschlüssel. Die Kommunikation erfolgt drahtlos ähnlich wie bei mobilen Bezahlvorgängen, eine spezielle App ist nicht erforderlich. Auch das Bedienkonzept wird überarbeitet: Künftige ID.-Modelle erhalten wieder Drucktasten am Lenkrad, um die Bedienung zentraler Funktionen zu vereinfachen.

Nach Angaben von Kai Grünitz, Vorstand für Technische Entwicklung bei Volkswagen, soll die neue Softwaregeneration mehr Leistungsfähigkeit und ein verbessertes Kundenerlebnis in die ID.-Modelle bringen. Die Technologie wird auch in kommenden Elektrofahrzeugen der Marke eingesetzt. Dazu zählen Modelle im Kleinwagen- und Kompaktsegment wie der Volkswagen ID. Polo, der ID. Polo GTI und der ID. Cross.

Software und Hardware der neuen Generation sind zudem auf künftige regulatorische Anforderungen ausgelegt. Dazu gehören unter anderem die europäische Abgasnorm Euro 7, die kalifornische Vorgabe ZEV3 sowie die europäische Sicherheitsrichtlinie General Safety Regulation 2.

Auch bei Antrieb und Batterie gibt es Änderungen. Die Einstiegsvarianten "Pure" der Modelle ID.4 und ID.5 erhalten mit dem neuen Elektromotor APP 350 einen Antrieb mit 140 kW (190 PS). Er bietet ein höheres Drehmoment und soll im Vergleich zum bisherigen APP-310-Motor den Energieverbrauch senken. Im ID.4 ergibt sich daraus eine Reichweitensteigerung von bis zu 40 Kilometern nach WLTP. In Kombination mit einer neuen Lithium-Eisen-Phosphat-Hochvoltbatterie (LFP) mit 58 kWh Nettokapazität soll das System robust und effizient arbeiten.

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Autor: Roland Hildebrandt