Die chinesische Automobilindustrie befindet sich nicht mehr nur im Aufschwung, sondern erobert rasant die Weltspitze. Traditionsreiche Hersteller betrachten diesen wachsenden Vorsprung bei Technologie und Produktion mit zunehmender Sorge. Die jüngste Meldung über einen neuen Antriebsstrang von Geely mit einem sensationellen Wirkungsgrad von fast 50 Prozent dürfte diese Anspannung nochmals deutlich erhöhen.
Einem Bericht von Car News China zufolge erzielt das neueste i-HEV-System von Geely einen beeindruckenden thermischen Wirkungsgrad von 48,4 Prozent. Erreicht wird dieser Wert unter anderem durch ein KI-basiertes Regelkonzept zur hochpräzisen Steuerung des Energieflusses. Dieser Rekordwert wurde bereits unabhängig von Guinness bestätigt. Gleiches gilt für den herausragend niedrigen kombinierten Verbrauch von umgerechnet rund 2,2 Litern auf 100 Kilometer. Laut Geely lässt sich dieses Ergebnis mit jedem i-HEV-Modell reproduzieren, ganz gleich, ob ein Verbrennungsmotor mit 1,5 oder 2,0 Litern Hubraum verbaut ist.
Die Bedeutung eines thermischen Wirkungsgrads von 48,4 Prozent lässt sich leicht einordnen, wenn man die Definition betrachtet. Dieser Wert beschreibt den Anteil der nutzbaren Energie, der aus einer bestimmten Kraftstoffmenge gewonnen wird. Im Fall des neuen Geely-Antriebs bedeutet dies konkret, dass fast die Hälfte der eingesetzten Energie direkt in pure Antriebskraft umgewandelt wird.
Zum Vergleich lagen die bisher effizientesten Serienantriebe auf dem Markt bei lediglich rund 42 Prozent. Zu dieser Spitzengruppe zählten vor allem das e-Power-Konzept von Nissan sowie die Dynamic-Force-Hybridmotoren von Toyota. Ein klassisches Fahrzeug mit reinem Verbrennungsmotor bewegt sich hingegen meist nur in einem Wirkungsgradbereich zwischen 25 und 35 Prozent.
Der thermische Wirkungsgrad ist aktuell die wichtigste Messgröße in der Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors. Er nimmt Einfluss auf sämtliche essenziellen Parameter eines Fahrzeugs, da ein effizienteres Aggregat gleichzeitig mehr Leistung liefert und den Kraftstoffverbrauch signifikant reduziert.
Hybridsysteme leisten hierbei einen entscheidenden Beitrag. Sie speichern Energie, die bei herkömmlichen Motoren ungenutzt verpufft, und stellen diese in ineffizienten Fahrsituationen wie beim Anfahren oder im Stop-and-go-Verkehr wieder zur Verfügung. Mit den neu erreichten Werten bewegt sich Geely beinahe auf dem Niveau der Formel 1, in der hochkomplexe Hightech-Antriebe Wirkungsgrade von knapp über 50 Prozent erzielen.
Motor1 meint: Dieses technologische Niveau markiert einen gewaltigen Fortschritt und beweist, dass der Verbrennungsmotor sein Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft hat. Geely ist jedoch nicht das einzige Unternehmen, das mit Hochdruck an der Perfektionierung dieser traditionsreichen Antriebsart arbeitet.








