Aptera und der Versuch, ein alltagstaugliches, solarbetriebenes E-Auto auf die Beine zu stellen, ist vielen ein Begriff. Das kalifornische Unternehmen arbeitet seit zwei Jahrzehnten daran - doch die Produktion hat bis heute nicht begonnen, und ein belastbarer Zeitplan, wann die ersten Kundinnen und Kunden tatsächlich ans Steuer dürfen, fehlt weiterhin.
Aber was wäre, wenn es anders wäre? Was, wenn man sich stattdessen auf ein anderes innovatives, dreirädriges Elektrofahrzeug konzentrieren könnte, das seit 10 Jahren entwickelt wird - ebenfalls ohne festen Produktionsplan? Es hat weder Lenkrad noch Solarpanels - stattdessen muss man treten, damit es überhaupt vorwärtsgeht.
Dieses EV heißt Vigoz und ist das Projekt des französischen Start-ups Cixi, das sich mit dem kettenlosen Pedalsystem PERS einen Namen gemacht hat. Die Entwicklung des zweisitzigen Mixes aus E-Bike und EV begann 2015 in Paris. Inzwischen befindet sich das Fahrzeug in der "Design-Intent"-Phase; das Serienprodukt soll dem aktuellen Prototyp optisch weitgehend entsprechen.
Technisch ist das Konzept durchaus spannend. Es ist weder Auto noch Motorrad. Eine 22-kWh-Batterie versorgt einen Elektromotor an der Hinterachse - bewegen soll sich der Vigoz allerdings nur, wenn die Fahrerin oder der Fahrer in die Pedale tritt. Je nach Grad der elektrischen Unterstützung stellt Cixi eine Reichweite von bis zu 160 km pro Ladung in Aussicht. Das Fahrzeug soll zudem autobahntauglich sein; als Höchstgeschwindigkeit nennt das Unternehmen 120 km/h. Geladen wird über einen Typ-2-AC-Anschluss.
Der Vigoz ist als Zweisitzer ausgelegt. Auf dem Rücksitz soll auch ein zugelassener Kindersitz Platz finden, da Isofix-Befestigungspunkte integriert sind. Hinten gibt es außerdem einen offenen Stauraum, der sich durch Umklappen der hinteren Karosseriepartie erweitern lässt - dann wird das Fahrzeug zum Einsitzer.
Es gibt zwei Türen, sodass Fahrer und Beifahrer auf der jeweils sichereren Seite einsteigen können. Beim Öffnen der Tür senkt sich die Lenkeinheit automatisch ab, um den Einstieg zu erleichtern.
Der Cixi Vigoz neigt sich in Kurven zudem automatisch. Das Start-up verspricht dadurch komfortables Fahren und sehr gutes Handling in Kurven. Das kettenlose PERS-Pedalsystem soll die Geschwindigkeit des Fahrzeugs vollständig steuern können und wird auch zum Rückwärtsfahren genutzt.
Von den Abmessungen her ist die aktuelle Vigoz-Version mit 350 cm Länge, 165 cm Höhe und 154 cm Breite nicht gerade klein. Cixi erklärt, das finale Produkt solle für alle öffentlichen Straßen inklusive Autobahnen zugelassen werden. Die erhöhte Bauhöhe soll zudem dafür sorgen, dass das Fahrzeug auch für Fahrer größerer Fahrzeuge gut sichtbar ist.
Dreipunktgurte gehören zur Serienausstattung, Airbags und eine Klimaanlage gibt es jedoch nicht. Stattdessen soll ein Satz in die Sitze integrierter Ventilatoren an heißen Sommertagen für Kühlung sorgen. Cixi argumentiert, die Sicherheitsgurte würden ausreichend Schutz bieten - und ohne Lenkrad sei ein Airbag ohnehin schwer zu integrieren. Je nach Markt sollen Fahrerinnen und Fahrer entweder einen Kleinwagen-Führerschein oder einen regulären Pkw-Führerschein plus Leichtkraftrad-Führerschein benötigen.
Wann das Serienfahrzeug fertig wird und wie viel es kosten soll, ist noch offen. Bei einem Punkt zeigt sich Cixi allerdings festgelegt: Der Vigoz soll nicht direkt verkauft werden, sondern ausschließlich über - einmal tief durchatmen - ein Abo-Modell erhältlich sein.








