Kein Witz: Audi verklagt AUDI-Importeur

Im konkreten Fall geht es um den Verkauf der beiden nur für China bestimmten Elektroautos

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Audi will offenbar verhindern, dass seine nur für China vorgesehenen Elektroautos durch die Hintertür auf den Heimatmarkt gelangen. Die Marke des VW-Konzerns versucht, Parallelimporte des AUDI E5 Sportback und des E7X zu stoppen. Audi und SAIC haben diese Modelle speziell für China entwickelt und verkaufen sie unter der neuen Marke AUDI, die bewusst auf die vier Ringe verzichtet.

Dennoch tauchen die Fahrzeuge bereits in Deutschland auf. Der deutsche Importeur Auto China hat die beiden Modelle eingeführt, homologiert und hiesigen Kunden angeboten. Audi hat das registriert und geht nun juristisch gegen die Importe vor. Ein Sprecher des Ingolstädter Herstellers sagte der Branchenzeitung Automobilwoche: "Wir haben rechtliche Schritte gegen den Importeur eingeleitet und werden unsere Rechte konsequent durchsetzen."

AUDI E5 Sportback für China (2025)

Die chinesische Submarke soll ausdrücklich "junge, technikaffine Kunden ansprechen. Also Käufer, die etwas anderes suchen als die Vielzahl an Modellen mit klassischem Audi-Logo. Das sieht man den Fahrzeugen an: Innen wie außen unterscheiden sie sich deutlich vom globalen Modellprogramm.

Dass diese Autos nun plötzlich in Deutschland auftauchen, gehört allerdings nicht gerade zum Plan. Und das liegt nicht nur daran, dass der E5 Sportback und der E7X potenziell Verkäufe von Audis eigenen e-tron-Modellen kannibalisieren könnten.

Audi E7X 2026

AUDI, nicht Audi

Der Import eines speziell für China entwickelten Autos bringt auch praktische Probleme mit sich, selbst wenn Auto China nach eigenen Angaben alles von Homologation und Zulassung bis hin zu Garantie und Servicebetreuung übernehmen kann. Ein grau importierter E5 Sportback oder E7X wird jedoch nicht automatisch Teil des offiziellen europäischen Händlernetzes, nur weil er Bezüge zu Audi hat. Für Besitzer könnten sich Fragen rund um Software, Diagnose, Ersatzteile und Reparaturen ergeben.

Das gilt besonders für moderne Elektroautos, die mit Sensoren, Kameras und komplexen Fahrerassistenzsystemen vollgepackt sind. Ein solches Fahrzeug legal auf deutsche Straßen zu bringen, ist das eine. Es über Jahre zuverlässig am Laufen zu halten, das andere. Im Statement der Audi AG klingt das im letzten Satz beinahe bizarr. Motto: Ein AUDI ist kein Audi.

"Diese Fahrzeuge werden nicht über einen von der Audi AG autorisierten offiziellen Vertriebskanal in einzelne Länder außerhalb Chinas exportiert und anschließend unter uns unbekannten Bedingungen zugelassen.

Die Audi AG und autorisierte Audi-Händler außerhalb Chinas können keine Wartungsarbeiten durchführen, da AUDI-Modelle in Ländern außerhalb Chinas als Nicht-Audi-Fahrzeuge gelten."

Nur für China - zumindest offiziell

Die Situation hat eine gewisse Ironie. Audi investiert viel Geld in die Entwicklung China-spezifischer Elektroautos, die Europäer eigentlich nicht kaufen sollen. Gleichzeitig können europäische Kunden genau diese Autos mit Großbuchstaben-Logo und ohne Ringe bereits über einen alternativen Weg bekommen.

Zwar sind der E5 Sportback und der E7X inzwischen von der Website des Importeurs verschwunden. Ein Sprecher des Händlers wollte auf Nachfrage der Automobilwoche jedoch nicht sagen, ob dies auf den juristischen Druck von Audi zurückzuführen ist.

AUDI E7X (2026)

Die AUDI-Modelle sind zwar verschwunden, doch auf der Website finden sich weiterhin zahlreiche andere chinesische Autos von Xiaomi, Jetour, Zeekr und Huawei. Teilweise lassen sich die Fahrzeuge sogar konfigurieren, wenn auch nur eingeschränkt, darunter der Maextro S800, wohl eines der luxuriösesten Autos aus China.

Aus geschäftlicher Sicht ist Audis Haltung nachvollziehbar. Es ergibt wenig Sinn, China-spezifische Elektroautos mit eigener Marken- und Technologiestrategie zu entwickeln, nur damit sie anschließend in Europa auftauchen und möglicherweise mit dem offiziellen Modellprogramm konkurrieren. Gleichzeitig steckt darin eine amüsante Wendung: Audi hat offenbar Autos gebaut, die für europäische Käufer so attraktiv wirken, dass jemand den Aufwand eines Imports auf sich nimmt.

Und genau das ist vielleicht der interessanteste Aspekt dieser ganzen Geschichte. Statt sich zu fragen, warum ein deutscher Importeur Audis für den chinesischen Markt nach Deutschland holt, könnte Audi irgendwann die Frage beantworten müssen, warum deutsche Käufer diese Autos nicht offiziell erwerben können. Wenn der E5 Sportback und der E7X gut genug für China sind, ist leicht nachvollziehbar, warum sich manche Europäer fragen, was ihnen entgeht.

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Autor: Adrian Padeanu