Nach BYD, Chery, Deepal, Geely, MG, Leapmotor, Zeekr und anderen kommt mit Li Auto eine weitere chinesische Marke nach Europa. Als erstes Modell in Europa soll der in China als i6 bekannte Elektro-SUV starten. Bei uns soll er als Li 6 verkauft werden. Er debütiert im Oktober auf dem Pariser Autosalon und soll noch 2026 auf den Markt kommen. Später sollen der Li 8, der Elektro-Van Li Mega sowie diverse Range-Extender-SUVs folgen.
Li Auto wurde 2015 von Li Xiang gegründet, nach dem es auch benannt ist. Der Sitz befindet sich in Peking. Das erste Auto wurde 2019 ausgeliefert; seit 2020 ist die Firma an der US-Technologiebörse NASDAQ notiert.
Auf der Messe im Oktober will Li Auto seine europäischen Expansionspläne vorstellen, berichtet CarNewsChina. Angeblich präferiert die Marke dabei Großbritannien, weil es dort im Gegensatz zur EU keine Strafzölle gibt. Laut dem Bericht sucht Li Auto aber auch in Deutschland, den Niederlanden und weiteren EU-Märkten nach Händlern.
| Länge | Breite | Höhe | Radstand | |
| Li 6 | 4.950 mm | 1.935 mm | 1.655/1.670 mm | 3.000 mm |
| Li 8 | 5.085 mm | 1.960 mm | 1.740 mm | 3.050 mm |
In China wurde der Li 6 unter der Bezeichnung Li i6 schon im September 2025 eingeführt. Mit 4,95 Meter ist er etwa so lang wie der BMW iX oder der neue BMW iX5. Wie diese ist er ein Fünfsitzer. Er tritt in der oberen Mittelklasse an. Das Design ist ähnlich wie beim noch etwas größeren Li i8. Es wird von glatten Flächen bestimmt, was dem Auto die Optik eines Vans oder Kombis gibt. In China rollt der Wagen auf 21- oder 22-Zoll-Rädern. Außerdem hat das Auto versenkte Türgriffe und zumindest in der China-Version einen Lidar-Sensor auf dem Dach.
Im Cockpit gibt es zwei 15,7-Zoll-Touchscreens, die in der Mitte und vor dem Beifahrersitz positioniert sind, während es vor dem Fahrersitz nur ein kleines Datendisplay und ein Head-up-Display gibt. Im Fond lässt sich ein riesiges 21,4-Zoll-Display aus dem Dachhimmel ausklappen, das auch im Li Mega und Li i8 eingebaut wird. Zur weiteren Ausstattung gehören ein Kühlschrank, 20 Lautsprecher und Sitzheizung für alle fünf Plätze; vorne gibt es auch eine Massagefunktion. Zudem verfügt der chinesische i6 über eine Zweikammer-Luftfederung und adaptive Dämpfer.
Der Wagen bietet 800-Volt-Technik und wird in China mit einer Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) von CATL ausgestattet, die mit 5C laden kann - das heißt mit dem Fünffachen der Speicherkapazität. Da die Batterie 87,3 kWh speichert, deutet das auf eine maximale Ladeleistung von rund 430 kW hin. Allerdings soll Li Auto nach einem Gerücht künftig selbst entwickelte Zellen einsetzen.
| Li 6 RWD | Li 6 AWD | |
| Antrieb | RWD 250 kW | AWD 400 kW 150 kW vorn, 250 kW hinten |
| 0-100 km/h | k.A. | 4,5 Sek. |
| Akku | 87,3 kWh LFP | 87,3 kWh LFP |
| CLTC-Reichweite | 710-720 km | 660 km |
| WLTP-Reichweite | bis 583 km | ca. 530 km (geschätzt) |
| Schnellladen | 5C (ca. 430 kW) | 5C (ca. 430 kW) |
Der i6 ist mit Heck- und Allradantrieb erhältlich. Die RWD-Version hat eine Reichweite von 720 km nach chinesischer CLTC-Norm und 583 km nach WLTP. Bei einer ähnlichen prozentualen Differenz zwischen CLTC- und WLTP-Wert beim Allradler wären etwa 530 km zu erwarten.
Das bisher beste Jahr von Li Auto war 2024 mit rund 500.000 Auslieferungen. Im Jahr 2025 wurde dagegen ein Minus verzeichnet; es wurden nur 406.000 Stück verkauft. Auch in den ersten acht Monaten beliefen sich die Auslieferungen nur auf knapp 262.000 Fahrzeuge, was bisher nicht darauf hindeutet, dass das Absatzergebnis von 2024 übertroffen wird. Der Li 6 ist das meistverkaufte Modell der Marke; in China machte er fast 60 Prozent des Absatzes aus. Zu den Konkurrenten gehören der Xpeng G9, der Hyundai Ioniq 9, der Kia EV9 sowie im Premiumbereich der Zeekr 7X und der BMW iX5.
Unter dem Strich
Immer mehr chinesische Elektroautomarken kommen nach Europa. Der Grund dürfte bekannt sein: In China gibt es Überkapazitäten bei der Autoproduktion. Außerdem haben die chinesischen Marken wohl auch niedrigere Produktionskosten, was ihnen einen Vorteil gegenüber den westlichen Herstellern gibt. Allerdings erhebt die EU teils saftige Ausgleichszölle.
Der Li 6 scheint jedoch ein interessantes Modell zu sein: Er bietet ein 800-Volt-System, schnelles Laden und eine halbwegs akzeptable Reichweite. All das verbindet ihn mit dem Xpeng G9, der in der Long-Range-Variante 585 km WLTP-Reichweite, 525 kW maximale Ladeleistung und einen 258 kW starken Heckantrieb besitzt. Dafür verlangt Xpeng 63.600 Euro. Der ziemlich nobel ausgestattete Li 6 dürfte noch etwas teurer sein.








