Bentley zufolge wird der Torcal das stärkste Serienauto sein, das der Luxushersteller aus Crewe je gebaut hat - und zugleich kommt der neue Elektriker auch schneller aus dem Startblock als jeder andere Wagen mit dem fliegenden B. Eine selbstbewusste Ansage für einen Hersteller, der seit mehr als einem Jahrhundert mühelose Geschwindigkeit kultiviert.
Der Torcal ist Bentleys erstes vollelektrisches SUV. Die Auslieferungen werden dem Vernehmen nach 2027 beginnen. Bentley hat die sportliche Einordnung bestätigt, andere Zahlen ergeben sich aus Prototypen-Mitfahrten und einigen vom Hersteller genannten Eckdaten.
Neuer Performance-Maßstab für den Bentley Torcal
Aktueller Referenzpunkt bei Bentley ist der Continental GT, der bis zu 780 PS aus einem V8-Plug-in-Hybrid leistet und den Sprint von 0-100 km/h in 3,2 Sekunden absolviert. Der Torcal soll diese Werte unterbieten beziehungsweise übertreffen.
MotorTrend berichtet, dass der Zweimotoren-Antrieb des Torcal mehr als 850 PS und 1.001 Nm Drehmoment liefern soll. Als Zielwert für die Reichweite nennt Bentley 600 Kilometer nach WLTP. Mit 400-kW-DC-Schnellladen sollen sich laut Hersteller in rund sieben Minuten etwa 160 Kilometer nachladen lassen. Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent soll weniger als 20 Minuten dauern.
Bentley nennt das effortless progression - die Idee, dass sich ein Sprint im Zwei-komma-irgendwas-Sekunden-Bereich eher souverän als brutal anfühlen soll. In Bentleys eigener Performance-Vorschau wird der Torcal als stärkster und am schnellsten beschleunigender Serien-Bentley der Geschichte beschrieben. Mitfahrten in Prototypen stützen diese Einordnung, auch wenn die finale Abstimmung weiter im Hintergrund läuft.
Was Bentley bislang zum Torcal bestätigt hat
Bentley hat für den Torcal bereits das Interieur mit gebogenem Display sowie eine sogenannte Curation Engine bestätigt. Sie verändert je nach Modus - etwa Bentley Mode, Comfort Mode oder Sport Mode - Lichtstimmung, Klima und Audio im Innenraum. Außerdem hat der Hersteller mit Musikern an der Bentley Dynamic Symphony gearbeitet, einer synthetisierten Klangebene, die die Stille des fehlenden V8 füllen soll.
Die öffentliche Premiere des SUV ist für den 23. September 2026 angesetzt. Dieses Datum verknüpft Bentley inzwischen in Teaser-Kampagnen und Medienunterlagen mit einer Enthüllung in London. Fest steht die Rolle des Modells: Der Torcal ist der Auftakt für Bentleys Elektro-Portfolio. Erst kürzlich sagte Bentley-Chef Frank-Steffen Walliser aber, dass ein Aus des Verbrenners nicht geplant ist.
Die naheliegende Frage lautet: Werden Bentley-Stammkunden ein elektrisches SUV so bereitwillig akzeptieren wie W12-Coupés und V8-Flying-Spur-Modelle? Diese Skepsis blendet Bentley in den eigenen Unterlagen nicht aus, sondern knüpft den Elektroantrieb des Torcal an dieselbe drehmomentorientierte Philosophie, die schon den Speed Six und den 6,75-Liter-V8 geprägt hat.
Gesichert ist derzeit vor allem Bentleys eigene Einordnung: höchste Leistung, schnellste Beschleunigung, gebaut in Crewe. Details zum Interieur des Torcal sind durch Prototypen-Mitfahrten bereits bekannt geworden. Die finalen Leistungsdaten und natürlich die Enthüllung des Designs folgen dann Ende September.
Motor1 meint: Bentleys Anspruch erhöht den Druck im Segment der Luxus-Elektroautos, indem die Marke ihren drehmomentstarken Charakter in ein elektrisches SUV überträgt. Ob Fahrgefühl und Klanginszenierung des Torcal traditionelle Käufer überzeugen, wird entscheiden, ob er tatsächlich zum neuen Flaggschiff wird.
Bei der Premiere im September dürften die technischen Daten im Mittelpunkt stehen. Wenn Bentley die Umsetzung gelingt, könnte der Torcal die Erwartungen an Performance aus Crewe neu definieren.








