Eingebaute Propeller: Dieses China-SUV kann übers Wasser fahren

Der Geely Battleship 700 kann dank seiner Propeller schwimmen und sogar Gewässer durchqueren

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Chinas Automarkt ist voller unterhaltsamer Technik. Ob Autos mit Karaoke-Anlage oder Fahrwerke, die tanzen können: Es ist nicht schwer, ein chinesisches Elektroauto oder Plug-in-Hybridmodell zu finden, das irgendetwas Obskures beherrscht. Doch trotz der Fülle an futuristischer, mitunter auch etwas effekthascherischer Technik finden chinesische Marken immer neue Wege, sich gegenseitig zu überbieten.

Ein Beispiel dafür: Geelys neuestes SUV geriert sich als Teilzeit-Boot.

Geely Battleship 700: SUV mit Notfall-Schwimmmodus

Ob Sie es glauben oder nicht: Der Battleship 700 ist nicht das einzige Elektrofahrzeug, das schwimmen kann. Elon Musk wollte den Cybertruck bekanntlich kurzzeitig als Boot für Notsituationen nutzbar machen. Chinesische Marken haben dieses Versprechen inzwischen tatsächlich umgesetzt.

BYD hat den Yangwang U8  so konzipiert, dass das SUV schwimmen und sich sogar fortbewegen kann, falls der Besitzer in tiefes Wasser gerät. BYD bezeichnet dies als Emergency Floating Mode, der 30 Minuten lang funktionieren soll. Die Vorderräder dienen dabei als Ruder, während die Motoren die Räder antreiben und so für etwas Vortrieb sorgen. So clever das klingt: Der Vortrieb im Wasser ist begrenzt, unter anderem weil für die Straße entwickelte Räder dort nur eingeschränkt wirken.

 

Geely hat darauf mit dem Battleship 700 eine eigene Antwort: ein großes, an den Land Rover Defender erinnerndes SUV, das mit dem Yangwang konkurriert. Das Modell verfügt über ein vollwertiges Propellersystem und macht den Offroad-Plug-in-Hybrid damit in gewisser Weise zu einem Boot.

Geely nennt die Funktion einen Notfallmodus zum Aufschwimmen und Entkommen. Sie ist also dazu gedacht, Insassen im schlimmsten Fall zu schützen - nicht als Partytrick für eine Runde über den See.

So funktioniert das System: Im Wasser können zwei Propeller am Heck des Fahrzeugs, die optisch stark an Auspuffendrohre erinnern, das Auto auf etwas mehr als 6 km/h bringen. Jeder Propeller leistet rund 8,6 kW. Der Battleship 700 verfügt außerdem über Sonar, damit man im Wasser nicht mit Hindernissen kollidiert. Beim Tempo liegt er vor dem Yangwang U8: Der Konkurrent soll sich Berichten zufolge nur mit etwa 3 km/h durchs Wasser bewegen können. 

 

Bis zu 40 Minuten Fahrt im Wasser

So beeindruckend das ist: Unbegrenzt funktioniert das System nicht. Der Battleship 700 kann etwa 40 Minuten im Wasser schwimmen oder bis zu zwei Stunden treiben. Entscheidend ist: Es handelt sich weniger um eine Auto-als-Boot-Funktion, sondern um ein Sicherheitsfeature, das die Insassen retten soll, falls das Fahrzeug in ein tiefes Gewässer gerät. 

An Land stammt die Leistung des Battleship 700 von einem 2,0-Liter-Turbomotor, der mit drei Elektromotoren zusammenarbeitet - zwei an der Hinterachse, einer vorn. Die Systemleistung des SUV liegt in der Spitze bei rund 830 kW. Versorgt werden die Elektromotoren von einer 47,14-kWh-Batterie. Die kombinierte Reichweite aus Batterie und Verbrennungsmotor beträgt nach dem chinesischen CLTC-Zyklus 1.770 Kilometer. In China startet der Preis für dieses Modell bei knapp 26.000 Euro, kann je nach Version aber bis auf rund 50.000 Euro steigen. 

Der Battleship 700 ist in China bereits im Handel. Geely plant jedoch, das Modell auch in andere Märkte zu exportieren, darunter Australien. 

Weitere ungewöhnliche Technik an Bord

Die zeitweise Schwimmfähigkeit ist nicht die einzige ungewöhnliche Funktion, die Geely integriert hat. Ebenfalls an Bord ist ein Sauerstoffsystem, das laut Geely über eine Maske oder im Innenraum genutzt werden kann, wenn man in großen Höhen unterwegs ist. Das zeigt: In Chinas hart umkämpftem Automarkt können Features wie KI-Assistenten und Kühlschränke im Auto Käufer nur so lange beeindrucken, bis die nächste noch spektakulärere Idee auftaucht. 

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Autor: Kevin Williams