Kia EV3 mit 605 km Reichweite im Konkurrenzvergleich

Gibt es ähnlich günstige Autos mit so viel Reichweite?

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Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

Der Kia EV3 ist seit wenigen Wochen bestellbar. Während die Basisversion mit rund 440 km Reichweite etwa so weit kommt wie die Stellantis-Modelle Opel Mokka Electric, Jeep Avenger Elektro & Co, ist die gehobene Version besonders interessant: Sie bietet 605 km für rund 41.000 Euro. Gibt es elektrische Kompakt-SUVs mit ähnlich viel Reichweite zu einem ähnlichen Preis? Und gegen welche Autos tritt das Auto überhaupt an? Wir vergleichen.

Der Kia EV3 ist mit 4,30 Meter so lang wie ein Peugeot E-2008, doch der schafft maximal 406 km mit einer Ladung. Nicht viel besser sind der Smart #1 (440 km), der Volvo EX30 (480 km), der MG ZS EV (440 km) und der Hyundai Kona Elektro (514 km).

Der Volvo EX40 dagegen kommt mit 576 km schon näher an den Wert des Kia-Neulings heran, der Ford Explorer liegt mit maximal 602 km sogar auf Augenhöhe, ist allerdings schon 17 cm länger. Ein dritter Vergleichskandidat ist der ebenfalls etwa 17 cm längere Renault Scenic Electric in der Variante mit 598 km Reichweite (übrigens erheblich viel weniger als die angekündigten 625 km). Als viertes Modell nehmen wir noch das beliebte und trotz seiner Größe günstige Tesla Model Y in der Version Long Range RWD hinzu, die ebenfalls 600 km schaffen soll.

Hier eine Vergleichstabelle mit den wichtigsten Daten. Deutlich bessere Werte sind gefettet:

 Kia EV3 
81 kWh 17"
Volvo EX40 Single Motor Ext. RangeFord Explorer Ext. Range RWD 210 kWRenault Scenic Electric 220 Long RangeTesla Model Y
Long Range RWD
Länge / Höhe4,30/1,56 m4,44/1,65 m4,47/1,63 m4,47/1,57 m4,75/1,62 m
Kofferraum460-1.261 L410-1.286 L530-1.460 L545-1.670 L854-2.158 L
AntriebFWD 150 kWRWD 185 kWRWD 210 kWFWD 160 kWRWD 255 kW
0-100 km/h7,7 Sek.7,3 Sek.6,4 Sek.7,9 Sek.5,9 Sek.
Spitze170 km/h180 km/h180 km/h170 km/h217 km/h
Verbrauch min.14,9 kWh16,6 kWh13,9 kWh17,6 kWh15,5 kWh
Akku br./netto81/78 kWh82/79 kWh82/77 kWh92/87 kWhca. 79 kWh
Reichweite max605 km576 km602 km598 km600 km
DC-Ladedauer31 min28 min28 min37 min 15-80%k.A.
Ladegeschwind.1,8 kWh/min2,0 kWh/min1,9 kWh/min1,5 kWh/mink.A.
Basispreis41.390 Euro55.490 Euro48.510 Euro48.900 Euro48.990 Euro

Zunächst fällt auf, dass der Kia wirklich konkurrenzlos günstig ist. Zu berücksichtigen ist dabei, dass er auch das kleinste Modell ist. Der Kofferraum fällt deshalb natürlich viel kleiner aus als beim gleich 45 cm längeren Model Y. Im Vergleich zum deutlich größeren EX40 liegt der EV3 aber auf dem gleichen Level - obwohl der Volvo 14 cm länger und zudem noch neun cm höher ist. Der Volvo ist zudem deutlich teurer als alle anderen Modelle im Vergleich - kein Wunder, er ist auch das einzige Premiummodell.

Ebenfalls nicht weiter erstaunlich: Bei Motor- und Fahrleistungen liegen die viel stärkeren Modelle von Ford und Tesla vorne. Beim Verbrauch dagegen liegt unser Kia an Stelle zwei hinter dem sehr sparsamen Ford Explorer, der zu den sparsamsten Elektroautos überhaupt gehört.

Bei der Reichweite liegen alle fünf Modelle eng beieinander, wobei der Volvo etwas hinterherhinkt. Ein wichtiger Parameter für Langstreckenfahrten ist noch die Ladegeschwindigkeit, die wir wie immer aus der Nettokapazität der Batterie, dem Ladehub (10-80%, außer bei Renault) und der angegebenen Ladedauer berechnet haben. Hier muss sich der Kia nicht verstecken - 1,8 kWh pro Minute sind kein Spitzenwert, aber wirklich nicht schlecht. Hier fällt der Renault zurück; der Hersteller gibt die Ladedauer nicht ohne Grund für einen unüblichen Ladehub von 15-80 Prozent an.

Unter dem Strich

Wir hatten das richtige Gefühl: Der Kia EV3 mit der großen Batterie hat wirklich eine extrem hohe Reichweite für die Klasse und auch für den vergleichsweise niedrigen Kaufpreis von rund 41.000 Euro. Auch bei der Ladegeschwindigkeit muss sich das Modell nicht verstecken. So ist das Auto denn eine Empfehlung für alle, die lange Strecken fahren wollen, aber wenig Parkraum haben und nicht zu allzu viel Geld ausgeben wollen.  

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Autor: Stefan Leichsenring