Der kommende Porsche Cayenne Electric steht auf der IAA. Der nächste öffentlicher Auftritt sei für September 2025 bei der IAA Mobility in München geplant, so der Hersteller. Auf der Messe werde man darüber hinaus eine technische Innovation vorstellen, "welche die Zukunft des vollelektrischen Fahrens maßgeblich mitgestalten und noch komfortabler machen wird".
Auf der Messe in München wird allerdings nicht die Serienversion des Elektro-Cayenne gezeigt, sondern nur ein Prototyp. Demnach könnte das Auto in genau der gleichen Form zu sehen sein, die wir schon aus Goodwood kennen: in bunter Erlkönig-Tarnung.
Die neue Pressemeldung ist nämlich schon der zweite (oder sogar dritte) Teaser zum elektrischen Cayenne. Vor einer Woche bewies Ex-TopGear-Moderator Richard Hammond, dass das neue SUV zum Schleppen taugt: Er nahm einen über drei Tonnen schweren Oldtimer-Anhänger an den Haken. Dazu verriet Porsche, dass der Wagen eine maximale Anhängelast von bis zu 3,5 Tonnen hat - genau wie der Verbrenner.
Der Cayenne Electric dürfte das dritte Elektromodell von Porsche werden - nach dem Taycan und dem Macan. Das Modell soll 2026 auf den Markt kommen. Die wachsende Zahl der Teaser ist ein Hinweis, dass es bis zur Vorstellung der Serienvariante nicht mehr lange dauern wird. Denn schon Anfang Juni tauchte der getarnte Prototyp bei einem Bergrennen auf. Dann zeigte sich das Auto bei der Filmproduktion mit TV-Star Hammond und vom 10. bis 13. Juli wurde der Wagen erneut präsentiert - beim Festival of Speed in Goodwood.
Der britische Starmoderator setzte den getarnten Prototyp dazu ein, um einen über 100 Jahre alten Oldtimer von seiner Werkstatt in Hereford zu seiner Garage zu ziehen. Zu den über zwei Tonnen des Oldtimers kam dabei noch der Anhänger, womit rund drei Tonnen am Haken des Cayenne Electric hingen. Das war offenbar kein Problem, wie Hammond berichtet: "Ich habe das hohe Gewicht hinter mir kaum wahrgenommen. Der Cayenne hat die Aufgabe souverän gelöst."
Laut Porsche wurden Karosserie, Antrieb und Thermomanagement so konzipiert, dass der elektrische Cayenne als eines der ersten BEVs weltweit bis zu 3,5 Tonnen ziehen kann. Der Wert hängt allerdings von der Motorisierung ab. Jedenfalls erreicht die Elektroversion damit den gleichen Maximalwert wie das aktuelle Cayenne-Modell mit Verbrennungsmotor. Das sei der Kundschaft wichtig, so Baureihenleiter Michael Schätzle von Porsche.
Der Verbrenner läuft nit der Einführung des Elektromodells nicht aus, wie Schätzle bestätigt: "Unseren Kunden stehen bis weit ins nächste Jahrzehnt hinein auch leistungsstarke und effiziente Verbrennungsmotor- und Hybridmodelle zur Verfügung, wofür wir die aktuelle Modellgeneration mit hohem Aufwand weiterentwickeln."
Und noch etwas verrät Porsche in seiner neuen Pressemeldung: Der Cayenne Electric bekommt das vom Taycan her bekannte "Porsche Active Ride"-Fahrwerk (Erklärung von Porsche). Das aktive Fahrwerk soll den Aufbau auch bei dynamischen Brems-, Lenk- und Beschleunigungsvorgängen stets horizontal halten. Auch die Radlasten sollen damit ausgewogen bleiben, was die Anbindung an die Straße verbessert. "Durch Porsche Active Ride vergrößert sich die Bandbreite zwischen Fahrdynamik und Fahrkomfort beim neuen Cayenne noch einmal deutlich", so Schätzle.
Beim traditionellen Bergrennen von Shelsley Walsh mischte sich kürzlich ein seriennaher Prototyp unter die Teilnehmer der Britischen Hillclimb-Meisterschaft. Dabei fuhr Gabriela Jílková, Entwicklungsfahrerin für das Formel-E-Team von Porsche, den getarnten Cayenne Electric auf dem an einigen Stellen nur etwa dreieinhalb Meter schmalen, bis zu 16,7 Prozent steilen und 1.000 Yards (914 Meter) langen Asphaltstreifen. Sie erzielte eine Zeit von 31,28 Sekunden und unterbot damit die bisherige Rekordzeit für SUVs um über vier Sekunden.
"Die Strecke ist herausfordernd und verzeiht keine Fehler. Es gibt keine Auslaufzonen und wenig Spielraum für Korrekturen. Aber das aktive Fahrwerk gibt dem neuen Cayenne eine enorme Stabilität und Präzision. Das Auto hat sich jederzeit vollkommen souverän angefühlt", sagte Jílková.
Außerdem passierte der Elektro-Cayenne, der bei der Antriebsleistung schon auf Serienniveau war, den ersten Messpunkt nach 60 Fuß (18,3 Meter) schon nach 1,94 Sekunden. Das schafften ansonsten nur die einsitzigen und eigens für diesen Zweck aufgebauten Rennwagen mit Slick-Reifen, während der Cayenne mit konventionellen Sommerreifen ausgestattet war. Übrigens: Falls die Start-Beschleunigung bis 100 km/h beibehalten wird, man kann daraus einen Sprintwert von 2,8 Sekunden errechnen. Was aber nicht viel besagt, da die Neigung der Strecke nicht bekannt ist ...
Unter dem Strich
Porsche verstärkt sein Trommeln für den neuen Elektro-Cayenne. Nachdem das Auto kürzlich schon bei einem Bergrennen, in Goodwood und bei Filmaufnahmen mit TV-Star Richard Hammond zu sehen war, soll der Wagen auf der IAA in München schon wieder präsentiert werden. Abgesehen von dem PR-Getöse gab es aber kürzlich auch Neues zum Auto selbst: Das Fahrzeug kann in der Topversion bis zu 3,5 Tonnen schwere Anhänger ziehen. Außerdem bekommt es ein Active-Ride-Fahrwerk, das Wank- und Nick-Bewegungen verringert.








