Mercedes S-Klasse (2026) Facelift kriegt stärkere Motoren und Super-Fahrwerk

Bald ist der neue S-Benz da, jetzt verrät man uns mehr zum größten Facelift der Markengeschichte

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Das Geschäft mit der klassischen Luxus-Limousine war sicher schon mal einfacher. Edel-SUVs hier, Wirtschaftsflaute da und dann auch noch immer mehr rein elektrische Konkurrenz - aber gefühlt kann das dem Nimbus der Mercedes S-Klasse als unangefochtenem Flaggschiff der Marke und des Segments nicht viel anhaben. Sie ist nach wie vor die meistverkaufte Luxuslimousine der Welt.

Doch selbst Könige müssen kämpfen: 2024 sanken die weltweiten Auslieferungen der S-Klasse-Familie (inkl. Maybach und EQS) spürbar auf rund 66.400 Einheiten (Q1-Q3 2024: minus 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Auch 2025 blieb das Umfeld herausfordernd, insbesondere auf dem wichtigen chinesischen Markt. Konkrete Zahlen dürften in den kommenden Wochen vorliegen.

Um wieder Boden gut zu machen, holt Mercedes nun zum großen Rundumschlag aus. Im Jahr des 140. Automobil-Jubiläums (2026) steht das umfangreichste Facelift in der langen Geschichte der Baureihe an. Mehr als 50 Prozent des Fahrzeugs - rund 2.700 Komponenten - wurden dafür neu entwickelt oder überarbeitet. Kurz vor der Weltpremiere biegen die Prototypen nun auf die Zielgerade der Erprobung ein.

Das "Superhirn": MB.OS zieht ein

Die wichtigste Neuerung steckt unsichtbar unter dem Blech: Die neue S-Klasse erhält als erstes Verbrenner-Modell das Mercedes-Benz Operating System (MB.OS). Diese neue Elektronik-Architektur vernetzt alle Bereiche - vom Infotainment über Assistenzsysteme bis zum Antrieb - in einem Ökosystem.

Bilder von: Mercedes-Benz

Das Ergebnis sollen mehr Rechenpower, schnellere Prozesse und umfangreiche Over-the-Air-Updates (OTA) sein, die das Fahrzeug über die gesamte Lebensdauer aktuell halten. MB.OS ist dabei die Basis für die neueste Generation von MBUX und den Assistenzfunktionen (MB.DRIVE).

Motoren: Der V8 lebt, der Diesel wird sauberer

Eine hervorragende Nachricht für Traditionalisten: Der Achtzylinder bleibt. Der überarbeitete V8 (M 177 Evo) im S 580 4MATIC leistet 395 kW (537 PS) und 750 Nm, 11 PS und 50 Nm mehr als bisher. Dank eines weiterentwickelten Einspritzsystems, optimierter Einlass- und Auslasskanäle, einer überarbeiteten Einlassnockenwelle, einer Flatplane-Kurbelwelle mit neuer Zündfolge sowie Verbesserungen am Verdichterrad und am Turboladergehäuse soll der Vierliter-Achtzylinder nun schneller und effizienter ansprechen und auch noch leiser flüstern.

Bei den Sechszylinder-Benzinern (M 256 Evo) im S 450 und S 500 steigt das Drehmoment auf bis zu 600 Nm (kurzzeitig 640 Nm im Overboost). Bisher lag der Spitzenwert beim S 500 bei 560 Nm. Zu den wichtigsten Verbesserungen zählen ein leistungsstärkerer elektrischer Zusatzverdichter, optimierte Einlass- und Auslasskanäle sowie eine überarbeitete Einlassnockenwelle. Erweiterte Dämmmaßnahmen reduzieren Geräusche und Vibrationen deutlich und schaffen bei jedem Tempo ein außergewöhnlich ruhiges Innenraumambiente.

Die Plug-in-Hybride schaffen weiterhin über 100 Kilometer elektrisch, erhalten aber den überarbeiteten Sechszylinder und einen stärkeren E-Motor. Die Systemleistung steigt dabei um bis zu 55 kW, genaue Zahlen liefert der Stern aber noch nicht.

Prototyp der neuen Mercedes S-Klasse 2026

Auch der Diesel stirbt nicht: Der Reihensechser OM 656 Evo in S 350 d und S 450 d bekommt als erster Serien-Selbstzünder einen elektrisch beheizten Katalysator für strengere Abgasnormen. Alle Motoren sind dank 48-Volt-ISG mildhybridisiert.

Fahrwerk: Intelligente Dämpfer gegen "Speed Bumps"

Das Luftfahrwerk (Serie) und die optionale E-Active Body Control erhalten eine neue Funktion: "Intelligent Damping". Das System erkennt zum Beispiel Temposchwellen und passt die Dämpfung kurz davor elektrisch an. Das Feature nutzt dafür Schwarmdaten (Car-to-X) aus der Cloud, um Schlaglöcher vorherzusehen.

Die Hinterachslenkung ist nun endlich Serie (4,5 Grad), optional sind weiterhin 10 Grad möglich, was den Wendekreis der Langversion um fast zwei Meter verkleinert.

Produktionsstart 2026

Die finale Abstimmung läuft derzeit rund um das Werk Sindelfingen, im schwedischen Winter und im Prüfzentrum Immendingen. "Ab 2026" rollt die kräftig aufgebrezelte S-Klasse dann in der Edel-Fabrik Factory 56 vom Band. Wir gehen davon aus, dass Mercedes in Kürze dann auch den Tarnfolienschleier heben wird und wir sehen können, welche Auswirkungen die größte aller Modellpflegen auf die Außenoptik und den Innenraum der Luxus-Ikone haben wird. 

 

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Autor: Stefan Wagner