BMW M2 (2026) erhält radikales Track-Kit mit Straßenzulassung

Das M Performance Track Kit verwischt die Grenze zwischen dem straßenzugelassenen M2 und seinem Rennwagen-Pendant

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Wir kennen das: Hier noch ein wenig optimieren, dort noch das letzte PS rausquetschen. Doch BMW holt jetzt beim M2 mehr Performance aus dem Auto, ohne den Reihensechszylinder überhaupt anzupacken. Das M Performance Track Kit belässt den 3,0-Liter-Biturbo zwar unberührt, dafür sollen zahlreiche Modifikationen für wertvolle Sekunden auf Track Days sorgen.

Direkt ins Auge springen beim modifizierten BMW M2 natürlich der Frontsplitter und der Heckflügel. Beide Aerodynamik-Elemente sind manuell einstellbar. Der Heckflügel kann im "Race Mode" um 50 Millimeter nach hinten verschoben und ist in zwei Positionen verstellbar. Der variable kann eingefahren werden und entspricht im "Street Mode" der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung.

BMW M Performance Track Kit für BMW M2 und M Performance Abgasanlage für BMW M2 CS

Den Schwanenhals-Heckflügel hat BMW nicht komplett neu entwickelt. Er stammt direkt von den Rennfahrzeugen M4 GT4 und M3 GT3, verfügt nun aber über ein integriertes drittes Bremslicht. Warum das nötig war, erklären die Bayern nicht - schließlich hatte der M2 bereits eines, um eine EU-Vorschrift aus dem Jahr 1998 zu erfüllen. Möglich ist, dass der Flügel das ursprüngliche Bremslicht am oberen Rand der Heckscheibe verdeckt hat und es deshalb verlegt werden musste, um die Sichtbarkeit sicherzustellen.

Die zwei großen Aerodynamik-Upgrades erhöhen die Performance jedoch deutlich, ohne am Motor rumschrauben zu müssen. Der Frontsplitter sorgt für verbesserten Anpressdruck an der Vorderachse, die riesige Pommestheke (aka Schwanenhalsflügel) am Heck bringt je nach Streckencharakteristik mehr Downforce auf die Hinterachse. Doch das M Performance Track Kit kümmert sich nicht nur um die Aerodynamik des wilden 2er-Coupés. Auch das Fahrwerk wurde auf die Bedürfnisse für die Rennstrecke angepasst.

BMW spricht von der ersten Motorsport-Dämpferabstimmung für ein straßenzugelassenes Fahrzeug. Der M2 erhält eine vierfach verstellbare Zug- und Druckstufendämpfung sowie einstellbare Stützlager. Gegenüber dem Serienfahrzeug lässt sich die Fahrzeughöhe um bis zu 20 Millimeter absenken. Die Aeroentwicklung aller Komponenten fand im BMW Windkanal statt. Jörg Weidinger, Rekordfahrer und BMW M Versuchsingenieur Fahrwerkentwicklung, hat sich um die Gesamtabstimmung gekümmert. 

Der Rennstreckenspaß kostet 23.500 Euro zuzüglich Steuern und Montagekosten. Dafür umfasst das Paket auch nicht verstellbare Radlauf-Diffusoren und eine Luftführung unterhalb des vorgeschalteten Motorölkühlers. Der Marktstart ist für Juli geplant.

Parallel zum Track-Kit-Start gibt es für den M2 CS eine optionale Abgasanlage. Sie ist über den M Performance Parts-Katalog erhältlich, verleiht dem Reihensechser einen kernigeren Klang und spart rund 8 Kilogramm Gewicht. Neue Endrohrblenden aus Carbon und Titan sollen für das passende Heckbild sorgen. Der Preis liegt bei 8.343 Euro. Natürlich ist auch hier der Einbau nicht im Preis eingeschlossen.

Wer eine konsequente Track-Maschine sucht, für den startet der M2 Racing bei 98.000 Euro. Auf der Straße darf der dann jedoch nicht mehr rumcruisen. Das abgespeckte Modell tauscht den S58 gegen den kleineren 2,0-Liter-Vierzylinder B48. BMW begründet das damit, dass Rennserien meist nach Klassen eingeteilt sind - ein größerer Motor sei daher nicht zwingend nötig. Der leichtere Vierzylinder reduziert außerdem die Belastung für Komponenten und erlaubt den Einsatz von mehr Serienteilen, was die Wartungskosten senken soll.

Wer seinen M2 regelmäßig über Rennstrecken scheucht, aber auch im Alltag nicht auf das Motorsport-Feeling und einen doch eher speziellen Auftritt verzichten will, für den ist das radikale Track-Kit sicher was. Aber bitte nicht vergessen, den Frontsplitter nachher wieder einzufahren, sonst könnte es auf den Landstraßen der Republik zu Problemen mit der Rennleitung kommen.

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Autor: Benja Hiller