BMW bringt mit der sogenannten "BMW M Ignite Technologie" ab Mitte 2026 ein neues Vorkammerzündsystem in die Serienproduktion. Die bereits 2024 patentierte Technik stammt aus dem Motorsport und wird zunächst in den Reihensechszylinder-Motoren der Modelle M2, M3 und M4 eingesetzt. Ziel der Entwicklung ist eine höhere Effizienz bei hoher Last sowie die Einhaltung der ab November 2026 geltenden Euro-7-Abgasnorm.
Kernstück der BMW M Ignite Technologie ist die neu im Zylinderkopf vorhandene Vorkammer. Sie ist durch Überströmbohrungen mit dem eigentlichen Brennraum des Zylinders verbunden. Die Vorkammer verfügt über eine eigene Zündkerze und Zündspule, der Motor besitzt so zwei Zündsysteme.
Im unteren und mittleren Drehzahlbereich erfolgt die Verbrennung weiterhin hauptsächlich über die konventionelle Zündkerze im Hauptbrennraum. Erst bei höheren Drehzahlen und Lastzuständen übernimmt die Vorkammerzündung die zentrale Aufgabe. Dabei wird ein Teil des Kraftstoff-Luft-Gemisches in die Vorkammer geleitet und dort entzündet. Die entstehenden Flammen treten anschließend mit hoher Geschwindigkeit durch die Überströmkanäle in den Brennraum aus.
Diese sogenannten Zündstrahlen entzünden das Gemisch im Brennraum gleichzeitig an mehreren Punkten. Laut BMW erhöht sich dadurch die Verbrennungsgeschwindigkeit deutlich. Gleichzeitig wird die Gefahr unkontrollierter Selbstzündungen, des sogenannten Klopfens, reduziert. Ein weiterer Effekt der Technologie ist eine niedrigere Abgastemperatur, was sich positiv auf thermische Belastung und Emissionen auswirken soll.
Zusätzlich zur Vorkammerzündung erhalten die Reihensechszylinder weitere technische Anpassungen. Dazu zählen eine höhere Verdichtung sowie Turbolader mit variabler Turbinengeometrie. Die Leistungsdaten der Motoren bleiben trotz der Überarbeitung unverändert. BMW konzentriert sich mit der neuen Technologie primär auf eine höhere Effizienz unter Volllastbedingungen.
Besonders relevant ist dies im sportlichen Einsatz auf Rennstrecken oder bei Trackdays. Nach Angaben von BMW sinkt der Kraftstoffverbrauch im Hochlastbetrieb signifikant. Fahrer sollen dadurch bei gleicher Tankfüllung längere Fahrzeiten erreichen können. Gleichzeitig verbessert die effizientere Verbrennung die Voraussetzungen zur Einhaltung künftiger Emissionsvorgaben.
Die Einführung der BMW M Ignite Technologie erfolgt schrittweise. Ab Juli 2026 werden sämtliche Varianten von M3 und M4 mit dem neuen System ausgestattet. Einen Monat später folgt der Produktionsstart des M2 mit identischer Technik. Hubraum und Leistungsstufen bleiben bei allen Modellen gegenüber den bisherigen Versionen unverändert.
Mit der Einführung der Vorkammerzündung setzt BMW den Technologietransfer aus dem Motorsport in Serienfahrzeuge fort. Systeme dieser Art kommen seit Jahren in verschiedenen Rennserien zum Einsatz, da sie eine schnellere und kontrolliertere Verbrennung ermöglichen. Durch die Übertragung auf Serienmotoren verfolgt BMW das Ziel, klassische Hochleistungs-Verbrenner trotz verschärfter Emissionsvorgaben langfristig zulassungsfähig zu halten.








