Mit dem C-HR+ hat Toyota ein neues Elektro-SUV vorgestellt, das in der Long-Range-Version über 600 km WLTP-Reichweite hat und zudem einen sehr wenig verbraucht. Im März werden wir das Auto selbst testen. Vorab sehen wir uns an, wie sich der Neuling auf dem Papier gegen die Konkurrenz schlägt.
Den Toyota C-HR+ gibt es in drei Motorisierungen. Wir beschränken uns hier auf die reichweitenstärkste Variante, die 607 km nach WLTP schafft und knapp 46.000 Euro kostet. Elektro-SUVs unter 50.000 Euro mit hoher Reichweiten gibt es eine ganze Menge. Da wir uns wegen der Übersichtlichkeit auf wenige Modelle beschränken müssen, haben wir uns für zwei Rivalen entschieden. Der Skoda Elroq passt von der Länge her gut zum 4,52 Meter messenden Toyota C-HR+. Vielleicht etwas überraschend haben wir außerdem das Model Y gewählt, das deutlich länger ist, aber sehr preisgünstig und zudem sehr sparsam ist.
Exterieur | Interieur | Antrieb | Reichweite | Aufladen | Preise | Fazit
Exterieur und Maße
Der Toyota C-HR+ ist ei typisches Coupé-SUV, das heißt, die Dachlinie fällt nach hinten deutlich ab, was eine sportlichere Optik ergibt, aber normalerweise Nachteile bei der Rundumsicht, bei der Kopffreiheit im Fond und beim Volumen des dachhoch beladenen Kofferraums mit sich bringt. Wie es darum beim C-HR+ steht, kann man nur erkunden, wenn man sich das Auto physisch ansieht.
Hier zuerst ein Blick auf die wichtigsten Maße unserer drei Kandidaten:
| Toyota C-HR+ | Skoda Elroq | Tesla Model Y | |
| Länge | 4,52 m | 4,49 m | 4,80 m |
| Radstand | 2,85 m | 2,77 m | 2,89 m |
| Höhe | 1,60 m | 1,65 m | 1,62 m |
| Kofferraum | 416 Liter | 470-1.580 Liter | bis 2.004 Liter + 114 Liter Frunk |
Beim Kofferraum gibt Toyota nur den unteren Wert an, Tesla nur den höheren. Aber man darf annehmen, dass das große Model Y am meisten Stauraum bietet, zumal er als einziger auch noch einen Frunk hat. Auffällig ist auch, dass der Toyota einen deutlich größeren Radstand als der ähnlich lange Elroq besitzt. Die geringe Höhe des C-HR+ dürfte wegen der besseren Aerodynamik auf die Sparsamkeit einzahlen.
Interieur
Der Toyota C-HR+ besitzt ein ähnliches Cockpit wie der bZ4X. Charakteristisch ist das weit oben positionierte Instrumentendisplay mit einem Durchmesser von sieben Zoll. Dazu kommt ein Touchscreen, der mit 14 Zoll von der Größe her zwischen den Monitoren des Tesla und des Skoda liegt. Die Bedienung ist bei Toyota und Skoda eher traditionell, das heißt, für Vieles gibt es physische Schalter oder Knöpfe, während man bei Tesla fast alles per Touchscreen einstellen muss, darunter auch die Außenspiegel. Hier fehlt auch ein Instrumentendisplay.
Insgesamt muss man sich wohl bei Tesla am meisten umgewöhnen. Beim C-HR+ könnten kleinere Personen Schwierigkeiten haben, eine Sitzposition zu finden, in der man die Instrumente gut sehen kann, wie wir von unserem Test des bZ4X her wissen. Mit dem Cockpit des Skoda dürften wohl die meisten zurechtkommen.
Antrieb
Wir vergleichen bei allen drei Modellen jeweils die Version mit der größten Reichweite. Hier die wichtigsten Daten zum Antrieb:
| Toyota C-HR+ FWD Long Range | Skoda Elroq 85 | Tesla Model Standard LR RWD | |
| Antrieb | FWD 165 kW | RWD 210 kW | RWD 220 kW |
| 0-100 km/h / Vmax | 7,3 Sek. / 160 km/h | 6,6 Sek. / 180 km/h | 7,2 Sek. / 201 km/h |
| WLTP-Verbrauch | 13,4 kWh | 15,2-16,4 kWh | 12,7 kWh |
| Anhängelast | 750 kg | 1.000 kg | 750 kg |
Der Toyota ist der einzige Fronttriebler im Vergleich, die Rivalen setzen auf Heckantrieb. Wie zu sehen, ist der C-HR+ auch deutlich leistungsschwächer als die Konkurrenten. Doch erstaunlicherweise schlägt sich das kaum im Sprintwert nieder. Der Toyota benötigt 7,3 Sekunden, um Tempo 100 zu erreichen, das Tesla Model Y ist nur eine Zehntelsekunde schneller. Das dürfte am höheren Gewicht des Tesla liegen.
Den schnellsten Sprint liefert der Elroq ab; er bietet auch die höchste Anhängelast. Die Höchstgeschwindigkeiten liegen alle deutlich über dem Tempo, das sich bei Elektroautos für die Autobahn empfiehlt, deswegen spielen die beträchtlichen Unterschiede unserer Ansicht nach keine Rolle. Der Verbrauch ist uns aber wichtig, auch aus Kostengründen. Hier liegt der Tesla vorn, was angesichts der Fahrzeuggröße bemerkenswert ist. Der Skoda Elroq, dessen 210-kW-Motor eigentlich für seine Sparsamkeit bekannt ist, kann beim Verbrauch mit den noch deutlich effizienteren Modellen nicht mithalten.
Reichweite
| Toyota C-HR+ FWD Long Range | Skoda Elroq 85 | Tesla Model Standard LR RWD | |
| Akku netto | 77 kWh | 77 kWh | ca. 77 kWh |
| WLTP-Reichweite | bis 607 km | bis 573 km | bis 657 km |
Tesla macht traditionell keine Angaben zur Batterie und zur Ladedauer, daher haben wir inoffizielle Schätzwerte von EV-Database verwendet. Aber alle drei Modelle haben eine Batterie mit etwa 77 kWh Nettokapazität. Dass die Reichweite des Tesla deutlich größer ist als beim C-HR+ und erst recht der Elroq, ist also allein auf den niedrigen Stromverbrauch zurückzuführen.
Aufladen
Beim Aufladen kommt es weniger auf die Ladeleistung an, als auf die Ladegeschwindigkeit, also wie viele Kilowattstunden pro Minuten geladen werden können. Wir haben sie aus den Herstellerdaten errechnet, wobei wir bei Tesla wieder auf inoffizielle Daten zurückgreifen mussten.
| Toyota C-HR+ FWD Long Range | Skoda Elroq 85 | Tesla Model Standard LR RWD | |
| DC-Ladeleistung | bis 150 kW | bis 135 kW | bis 250 kW |
| DC-Ladedauer (10-80 %) | 28 min | 28 min | ca. 26 min |
| DC-Ladegeschwindigkeit | 1,8 kWh/min | 1,9 kWh/min | ca. 2,1 kWh/min |
| Reichweite-Nachladen | bis 15,2 km/min | bis 14,3 km/min | bis 17,7 km/min |
Beim Tesla ergeben sich 77 kWh x 0,7 / 26 min = 2,1 kWh/min, ein guter Wert für ein 400-Volt-Auto. Der Skoda und der Toyota liegen schlechter. Ähnlich beim Reichweite-Laden. Durch die hohe Reichweite ergeben sich beim Tesla 657 km x 0,7 / 26 min = 17,7 km/min. Das heißt, man kann hier pro Minute Strom für etwa 17 km nachladen. Auch hier liegen der Toyota und der VW schlechter.
Preise und Ausstattung
| Toyota C-HR+ FWD Long Range | Skoda Elroq 85 | Tesla Model Standard LR RWD | |
| Preis | 45.990 Euro | 44.180 Euro | 46.990 Euro |
Preislich liegen alle drei Modelle zwischen 44.000 und 47.000 Euro. Am günstigsten ist der Skoda. Die Ausstattung der drei Varianten ist wohl in etwa vergleichbar.
Bei unserer Variante des Model Y handelt es sich um eine abgespeckte Standard-Version. Die Streichungen sind allerdings akzeptabel. 18-Zoll-Alufelgen, Sitzheizung vorn, induktives Handy-Laden und vieles andere ist auch hier Serie. Gestrichen wurden vor allem das Glasdach, die elektrische Lenkradeinstellung, der Monitor und die Sitzheizung für die Fondpassagiere, die elektrische Anklappfunktion für die Außenspiegel sowie die frequenzabhängigen Dämpfer. Das sind größtenteils Elemente, die auch bei den Rivalen fehlen.
Der Toyota bietet in der Long-Range-Variante stets die Teamplayer-Ausstattung, die unter anderem 18-Zoll-Alufelgen, Matrix-LED-Scheinwerfer, Sitz- und Lenkradheizung vorn, Zweizonen-Klimaautomatik, Wärmepumpe, zwei Handy-Schalen fürs induktive Laden, Parkpiepser vorne und hinten, eine Rückfahrkamera, eine elektrisch bediente Heckklappe sowie elektrisch einstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel bietet.
Der Elroq 85 hat serienmäßig die größten Räder; die Alufelgen messen hier 19 Zoll. Standard sind hier auch LED-Licht, Parkpiepser vorn und hinten, Rückfahrkamera, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Sitz- und Lenkradheizung, elektrisch einstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel. Die "Phone-Box" mit induktivem Handy-Laden kostet hier Aufpreis.
Weitere Konkurrenten
Werfen wir noch einen kurzen Blick auf weitere Konkurrenten. Dazu gehören der Ford Capri und Explorer, die technisch dem Skoda Elroq 85 ähneln. Die Stellantis-SUVs auf Basis von STLA Medium wie der Peugeot E-3008 oder der Opel Grandland in den 700-km-Versionen mit großer Batterie kommen ebenfalls in Betracht, sind aber schon teurer als 50.000 Euro. Der kleinere Kia EV3 Long Range schafft ebenfalls über 600 km am Stück. Für unter 42.000 Euro ist eine gute Option für alle, bei denen kurze Außenmaße wichtiger sind als viel Kofferraum.
Eine Option ist auch der Renault Scenic Long Range (nebst dem ähnlichen Mitsubishi Eclipse Cross) mit knapp 600 km WLTP-Reichweite für 48.000 Euro. Er lädt allerdings ziemlich langsam, die Ladegeschwindigkeit beträgt nur 1,5 kWh/min und Reichweite wird nur mit knapp 11 km/min nachgeladen.
Fazit
Der Toyota C-HR+ ist für unseren Geschmack das schickste Modell im Vergleich; die coupéhafte Karosserie und die orangefarbene Lackierung gefallen uns. Bei Reichweite und Laden ist der Toyota zudem besser als der beliebte Skoda Elroq 85. Er ist zudem sparsamer; die 160 km/h Höchstgeschwindigkeit würden uns locker reichen - mit einem Elektroauto fährt man meist ohnehin langsamer. Ein Nachteil des C-HR+ könnte aber das Platzangebot und vielleicht auch die Rundumsicht sein. Beides dürfte wegen der abfallenden Dachlinie etwas eingeschränkt sein. Wenn das für Sie kein Problem ist, könnte der C-HR+ eine bessere Wahl sein als der Elroq.
Aber unser dritter Kandidat ist auch nicht schlecht. Wenn es sehr auf die Langstreckentauglichkeit ankommt, würden wir uns wohl für das Tesla Model Y entscheiden, denn hier sind Reichweite und Laden noch besser als bei unserem Toyota. Auf längeren Reisen ist auch der Kofferraum wichtig, und da hat der Tesla ebenfalls die Nase vorn. In engen Innenstädten sind die üppigen Außenabmessungen allerdings eher ein Nachteil. Zudem muss man sich fragen, ob man mit der eigenwilligen Bedienung klarkommt.








