BMW weitet die Produktion des iX3 aus, um der starken Nachfrage gerecht zu werden. Im Werk Debrecen, wo der iX3 gebaut wird, soll dazu früher als geplant eine zusätzliche Schicht eingeführt werden.
Der BMW iX3 wurde bei der IAA in München im September vorgestellt. Schon kurz danach gingen die Bestellungen durch die Decke. Im Oktober lagen bereits 3.000 Bestellungen allein aus Deutschland vor. Im November sagte BMW-Chef Oliver Zipse, der iX3 sei ausverkauft bis weit ins Jahr 2026 hinein, berichtet BMWBlog.
Wegen der hohen Orderzahlen will BMW jetzt früher als geplant eine weitere Produktionsschicht im Werk Debrecen einführen, schreibt der Spiegel unter Berufung auf nicht genannte BMW-Insider. Da der Spiegel-Artikel hinter einer Paywall steht, zitieren wir ihn hier nach BMWBlog. Danach wird nun eine dritte Schicht eingeführt. Weil auch in Ungarn ein normaler Arbeitstag acht Stunden dauert, würde das bedeuten, dass der iX3 künftig 24 Stunden pro Tag gebaut wird, also ohne Produktionspausen.
Ein BMW-Sprecher schrieb uns im Nachgang zu diesem Artikel jedoch, die Produktionsausweitung beziehe sich auf eine zweite Schicht. Die sei bereits eingerichtet, und zwar früher als erwartet. Weitere Maßnahmen könnten während des weiteren Hochlaufs folgen.
Das Werk kann bei Vollauslastung 150.000 Autos pro Jahr produzieren. Das dürfte die Zahl von Fahrzeugen sein, die in drei Schichten in einem vollen Jahr gebaut werden kann. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 verkaufte die BMW Group 442.072 reine Elektroautos (Pressemeldung), wobei hier auch die Elektro-Minis und die wenigen Rolls-Royce Spectre eingeschlossen sind.
Der BMW iX3 wird zunächst in Europa angeboten, ab Mitte 2026 auch in den USA. China erhält in der zweiten Jahreshälfte eine Version mit langem Radstand, aber wohl den gleichen elektrischen Innereien wie die europäische Version. Diese Langversion soll auch in anderen asiatischen Ländern angeboten werden, wie BMW China meldet. Das Werk Debrecen wird der Hauptproduktionsstandort bleiben, das chinesische Shenyang wird wohl 2026 hinzukommen, das Werk San Luis Potosí in Mexiko erst Mitte 2027.
Die hohen Produktionszahlen sind umso bemerkenswerter, als der iX3 harter Konkurrenz ausgesetzt ist. So bietet Mercedes den GLC EQ an, der leistungsstärker ist als der iX3 50 xDrive, aber bei Reichweite und Laden nicht mithalten kann. Auch dessen Bestellungen sollen über den Erwartungen liegen. Außerdem startet nun noch der Volvo EX60, der in der Version P12 AWD dem BMW deutlich überlegen ist, allerdings auch 3.000 Euro mehr kostet.
Den iX3 gibt es bisher nur in der 345 kW starken Allradmotorisierung 50 xDrive. Ein Hecktriebler wird wohl noch fast ein Jahr auf sich warten lassen. Denn in Australien kommt die Einstiegsversion mit Hinterradantrieb erst in 12 bis 18 Monaten auf den Markt, wie das Magazin Drive im Dezember berichtete. Dabei soll es sich um ein Modell namens iX3 40 handeln. Der Hecktriebler soll auch eine kleinere Batterie erhalten und günstiger sein als der iX3 50 xDrive, den es ab 68.900 Euro gibt.
Angeblich sollen noch zwei weitere Varianten folgen, nämlich der iX3 M60 und ein iX3 M oder X3 M. Zudem ist noch die coupéhafte Variante BMW iX4 zu erwarten, vermutlich mit den gleichen Antrieben und Akkus.
Unter dem Strich
Der BMW iX3 gehört zusammen mit dem Mercedes CLA EQ und dem Volvo EX60 und vielleicht dem Zeekr 7X derzeit zu den interessantesten Elektroautos für die Langstrecke. Dementsprechend beliebt ist er auch. So will BMW die Produktion nun schneller als geplant hochfahren, auch um Negativschlagzeilen zu vermeiden. Sicher keine einfache Entscheidung, denn wenn die Qualität nicht stimmt, ist das Echo auch negativ. Und von den zylindrischen Batteriezellen über das "Cell-to-Pack und Pack-to-open-Body"-System bis hin zum neuen Panoramic-Vision-Display ist vieles völlig neu an dem BMW.








