Tatsächlicher Verbrauch: Dacia Bigster LPG Mildhybrid im Test

Wie viel Autogas verbraucht der Dacia Bigster mild hybrid-G mit 140 PS im realen Verlehr?

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Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

Leute, denen es nie genug Innenraum sein kann: Diese Kundschaft will Dacia mit dem Bigster abholen. Denn dieses Modell bietet noch ein wenig mehr davon als der bereits geräumige Duster. Eine besonders interessante Variante, die ich bislang noch nicht gefahren bin, ist die LPG-Version mit Mildhybrid-Unterstützung.

Der Bigster mild hybrid-G 140 fährt als Bifuel-Version sowohl mit Benzin wie auch mit LPG (Autogas). Diese Variante mit einem 140 PS starken Antrieb auf Basis eines 1,2-Liter-Ottomotors steht im Mittelpunkt dieses Verbrauchstests.

Das 4,57 Meter lange SUV aus Rumänien brauchte 6,20 Liter/100 km auf unserer 360 km langen Standard-Teststrecke von Rom in die Emilia-Romagna. Für den Kraftstoff bezahlte ich überschaubare 14,26 Euro.

Eines der sparsamsten LPG-Autos

Mit den genannten 6,20 Liter/100 km liegt der Dacia Bigster mild hybrid-G im Ranking unserer Testergebnisse gut. Er ist damit sogar sparsamer als der Dacia Duster Eco-G 100 (6,30 Liter/100 km ), dem schon etwas älteren Opel Crossland X 1.2 LPG (6,45 Liter) und dem ebenfalls betagten Kia Sportage 1.6 GDi Eco LPG (6,65 Liter).

LPG-Modelle, die noch weniger verbrauchen als unser schon recht großer Dacia, sind meist kleiner. Sparsamer waren etwa der Hyundai Bayon 1.2 LPG mit Schaltgetriebe (5,85 Liter), der Dacia Sandero Streetway TCe 100 LPG Eco-G (5,65 Liter) oder der Hyundai i10 1.0 LPG (5,20 Liter). Auch der Kia Niro 1.6 GDi Tri-Fuel Hybrid LPG DCT (5,10 Liter), ein Vollhybrid mit LPG-Motor, war noch effizienter unterwegs.

Sehr geräumig und geringe Reisekosten

Das von mir gefahrene Modell war ein italienischer Dacia Bigster mild hybrid-G 140 in der Topversion Extreme. Letztere bietet einen robusten, abenteuerlich wirkenden Look mit kupferfarbenen Akzente an Außenspiegeln, Frontgrill und Radnabenkappen sowie ein Dacia-Logo auf der Heckklappe. Dazu kommen 18-Zoll-Leichtmetallräder, eine Dachreling, dunkle Scheiben, ein elektrisch bedientes Glasschiebedach, Fernlichtautomatik, Keyless Entry, ein 10-Zoll-Instrumentendisplay und eine Zweizonen-Klimaautomatik.

Bilder von: Dacia

Die einzigen Extras sind der Metallic-Lack, die elektrische Heckklappe und das Winter Pack Plus (mit beheizbarer Frontscheibe, beheizbaren Vordersitzen und beheizbarem Lenkrad). Damit steigt der italienische Listenpreis auf 29.430 Euro. Kein wirklich wirklich günstiger Preis, aber ein nachvollziehbarer, wenn man bedenkt, was dieser sehr geräumige Fronttriebler mit Sechsgang-Schaltung bietet.

Dazu gehören neben dem gut nutzbaren Laderaum, der sich auch für sperriges Gepäck eignet, vor allem die niedrigen Fahrtkosten. Schade ist, dass sich das Mildhybrid-System beim Fahren kaum bemerkbar macht.

50 Liter großer LPG-Tank für die Langstrecke

In den typischen Verkehrssituationen lagen die Verbräuche deutlich über dem Wert für die Strecke Rom-Forlì. Vor allem im Stadtverkehr braucht der LPG-Bigster mehr. Der 50-Liter-LPG-Tank sorgt aber für eine akzeptable Reichweite - mindestens 500 km sind mit einer Gas-Aufladung möglich.

Nur bei sehr disziplinierter Fahrweise und auf idealen Strecken ließ sich die theoretische Reichweite auf rund 1.000 km hochtreiben. Gut zu wissen: Zusätzlich zu dem großen LPG-Tank ist auch noch ein 50-Liter-Benzintank an Bord, der die Reichweite im Bedarfsfall erhöht.

Verbrauch in typischen Fahrsituationen

  • Stadt-Umland-Mix: 9,2 Liter/100 km
    540 km theoretische Reichweite
  • (Italienische) Autobahn: 8,7 Liter/100 km
    570 km theoretische Reichweite
  • Spritspartest: 5,0 Liter/100 km
    1.000 km theoretische Reichweite

Was die Fahrzeugpapiere ausweisen

  Dacia Bigster Mild Hybrid-G 140 Extreme
Antrieb Benzin/LPG, 1.199 cm³
Leistung 103 kW
CO2-Emissionen (WLTP) 117 g/km
Typgenehmigung Euro 6E-BIS-FCM

Daten des Testfahrzeugs

Fahrzeug: Dacia Bigster mild hybrid-G 140 Extreme
Grundpreis in Italien: 27.800 Euro
Testdatum: 23. Dezember 2025
Wetter (Start/Ziel): Regen, 13 Grad / Regen, 9 Grad
Durchschnittsgeschwindigkeit auf Rom-Forlì: 73 km/h
Reifen: Continental EcoContact 6Q - 215/60 R18 98H (EU-Label: A, B, 71 dB)

Verbrauch

Bordcomputer: 6,3 Liter/100 km
An der Zapfsäule: 6,1 Liter/100 km
Mittel aus diesen Werten: 6,20 Liter/100 km
Kraftstoffpreis: 0,639 Euro/Liter (LPG)
Kosten: 14,26 Euro

Wir haben ein stets aktualisiertes Ranking der Verbrauchstest-Ergebnisse an. Das Ganze ist in italienischer Sprache, aber wir denken, Sie finden sich zurecht.

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie eine Freundin oder einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, wird Ihnen wahrscheinlich ein Wert genannt, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht wurde der Wert vom Bordcomputer abgelesen oder die Tankrechnungen wurden aufbewahrt und daraus ein Verbrauch errechnet.

Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).

Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke von Rom nach Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.

Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule. Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert.

© Motor1.com
Autor: Fabio Gemelli