Dacia startet mit einem umfangreichen Technik-Update ins Modelljahr 2026. Man überarbeitet praktisch seine gesamte Palette und setzt dabei den Fokus auf neue Antriebsstränge. Während Sandero und Jogger optisch aufgefrischt werden, tut sich unter dem Blech deutlich mehr: Mehr Leistung, neue Getriebeoptionen und effizientere Hybride stehen im Mittelpunkt. Auch das Elektro-Einstiegsmodell Spring erhält tiefgreifende technische Änderungen.
Wir haben die Neuerungen im Detail analysiert und mit den bisherigen Modellen verglichen.
Sandero und Jogger: LPG jetzt mit Automatik und mehr Tankvolumen
Ein willkommenes Update für Vielfahrer dürfte der neue Eco-G 120 Motor sein, der im Sandero, Sandero Stepway und Jogger Einzug hält. Bislang war der bivalente Antrieb (LPG/Benzin) an den Eco-G 100 gekoppelt, der 100 PS leistet und zwingend per Hand geschaltet werden muss.
Das 2026er-Update bringt hier signifikante Verbesserungen:
- Leistung: Der neue 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbo leistet nun 120 PS (vorher 1,0-Liter mit 100 PS).
- Getriebe: Erstmals kombiniert Dacia den LPG-Antrieb mit einem Automatikgetriebe. Zum Einsatz kommt ein 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (EDC), das optional auch über Schaltwippen bedient werden kann. Das manuelle 6-Gang-Getriebe bleibt als Basis erhalten.
- Reichweite: Dacia hat auf die Kritik an den teils kleinen Gastanks reagiert. Das Fassungsvermögen steigt beim Sandero von 40 auf 49,6 Liter und beim Jogger von 40 auf 48,8 Liter. Laut Hersteller erhöht sich die reine LPG-Reichweite dadurch um rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorfacelift. Die Gesamtreichweiten laut Hersteller: 1.590 km im Sandero, 1.480 km im Sandero Stepway und 1.450 km im Jogger.
Dacia Jogger: Hybrid 155 ersetzt Hybrid 140
Auch beim Vollhybrid legt Dacia nach. Der bisherige Hybrid 140, der auf einem 1,6-Liter-Benziner basiert, wird durch den neuen Hybrid 155 abgelöst.
Das System setzt auf einen 1,8-Liter-Vierzylinder mit 109 PS, der von zwei Elektromotoren unterstützt wird. Die Systemleistung steigt von 140 auf 155 PS, das Drehmoment wächst auf 170 Nm.
Trotz der Mehrleistung gibt Dacia an, dass Verbrauch und Emissionen im Vergleich zum Vorgänger um 10 Prozent sinken. Die Batteriekapazität der Pufferbatterie steigt leicht von 1,2 kWh auf 1,4 kWh. Beibehalten wird das kupplungslose Multi-Mode-Getriebe mit vier Gängen für den Verbrenner und zwei für den E-Antrieb.
Optik und Innenraum: Dezent nachgeschärft
Die Designänderungen bei Sandero und Jogger fallen moderat aus. Erkennbar sind die 2026er-Modelle an einer neuen Lichtsignatur mit einem umgekehrten T sowie neuen Pixel-LED-Rückleuchten. Beim Sandero Stepway und Jogger kommt nun vermehrt das Material Starkle an Radkästen und Schwellern zum Einsatz - ein recycelter Kunststoff, der unlackiert bleibt und daher resistenter gegen Kratzer sein soll als herkömmliche Lackoberflächen.
Im Innenraum wächst der zentrale Touchscreen auf 10,1 Zoll (bisher meist 8 Zoll). Zudem wird das analoge Kombiinstrument durch eine digitale 7-Zoll-Einheit ersetzt. Sicherheitstechnisch rüstet Dacia auf, um den neuesten EU-Normen zu entsprechen: Ein Aufmerksamkeitsassistent und ein verbessertes Notbremssystem sind nun an Bord.
Duster und Bigster: Neues beim Allradantrieb
Für die SUV-Modelle Duster und Bigster führt Dacia eine technisch interessante Lösung ein: den Hybrid-G 150 4x4. Es handelt sich um eine Kombination aus 48-Volt-Mildhybrid, LPG-Antrieb und elektrischem Allrad.
Das System besteht aus einem 1,2-Liter-Benziner (140 PS) an der Vorderachse und einem Elektromotor (31 PS) an der Hinterachse. Anders als bei bisherigen mechanischen Allradsystemen von Dacia gibt es keine Kardanwelle nach hinten.
Im Vergleich zum bisherigen TCe 130 4x4 ergeben sich folgende Unterschiede:
- Systemleistung: 154 PS (statt 130 PS).
- Effizienz: Durch den LPG-Betrieb sollen die Betriebskosten um bis zu 30 Prozent sinken.
- Technik: Der hintere E-Motor verfügt über ein eigenes Zweiganggetriebe. Es sorgt für hohes Drehmoment im Gelände (1. Gang) und entkoppelt den Motor bei Geschwindigkeiten über 140 km/h, um Reibungsverluste zu minimieren.
- Der Antrieb verfügt über eine kleine 0,84 kWh Batterie und soll zeitweise rein elektrisches Fahren im Stadtverkehr ermöglichen, ähnlich wie ein Vollhybrid, obwohl er technisch als 48V-System klassifiziert ist.
Dacia Spring: Neuer Akku, mehr Leistung, besseres Fahrwerk
Der elektrische Kleinwagen Spring erhält 2026 das wohl umfassendste Technik-Update seiner Laufbahn. Dacia adressiert hierbei vor allem die Kritikpunkte Fahrleistung und Fahrwerk.
Motoren: Die bisherigen Aggregate mit 45 PS (33 kW) und 65 PS (48 kW) entfallen ersatzlos. Sie werden durch deutlich stärkere Einheiten mit 70 PS (52 kW) und 100 PS (75 kW) ersetzt. Vor allem der 100-PS-Motor dürfte die Autobahntauglichkeit des Kleinstwagens spürbar verbessern; Dacia verspricht 20 Prozent mehr Leistung im Bereich 80 bis 120 km/h.
Batterie und Effizienz: Die bisherige Lithium-Ionen-Batterie (ca. 26,8 kWh) wird durch eine neue Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie (LFP) mit 24,3 kWh ersetzt. Obwohl die Kapazität sinkt, bleibt die WLTP-Reichweite mit 225 Kilometern konstant. Grund dafür ist eine verbesserte Effizienz.
Der Verbrauch sinkt laut Hersteller von ehemals ca. 13,2 - 14,1 kWh/100 km auf nun 12,4 kWh/100 km.
Aerodynamische Maßnahmen am Unterboden und ein neuer Heckspoiler senken den Luftwiderstandswert (SCx) von 0,74 auf 0,66.
Um das Fahrverhalten zu stabilisieren, erhält der Spring strukturelle Verstärkungen an der Plattform und - erstmals serienmäßig in allen Versionen - einen Stabilisator. Zusammen mit 15-Zoll-Rädern (Serie ab Expression) und einer neu abgestimmten Lenkung soll dies das schwammige Fahrgefühl der bisherigen Spring-Varianten beseitigen.
Zubehör: InNature für alle
Die Zubehörlinie wird erweitert. Für alle Modelle mit Dachreling bietet Dacia nun eine 3x3 Meter große Markise an. Zudem wird das modulare Befestigungssystem YouClip ausgeweitet, mit dem sich Zubehör wie Handyhalter oder Taschen an verschiedenen Punkten im Innenraum fixieren lässt.
Preise und genaue Marktstart-Termine für Deutschland nannte Dacia in der Pressemeldung vom 20. Februar noch nicht.








