Nissan Ariya: Studie mit Solarpaneelen vorgestellt

Mit der Photovoltaik von Lightyear könnte das Laden für die tägliche Pendelstrecke zumindest im Sommer entfallen.

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Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

Der Hyundai Ioniq 5 wurde einmal mit Solardach vorgestellt, der Sono Sion sollte Photovoltaik an allen möglichen Stellen haben, aber allgemein durchgesetzt haben sich Elektroautos mit Solarpaneelen bisher nicht. Nun stellt Nissan einen Ariya mit viel Photovoltaik als Studie vor.

Anlass für die Vorstellung ist der Clean Energy Day, der am heutigen 26. Januar 2026 stattfindet. Das neue Konzeptfahrzeug ist auf der Fronthaube, dem Fahrzeugdach und der Heckklappe mit Solarpaneelen ausgestattet, die Sonnenlicht in Strom umwandeln. Nissan bezeichnet das Auto offiziell als "solarbetriebenen" Ariya, nicht nur als Ariya mit Photovoltaik. Das bedeutet wohl, dass zumindest ein Großteil der Antriebsenergie aus der Sonneneinstrahlung gewonnen werden soll.

Bilder von: Nissan

Die Solarzellen nehmen eine Gesamtfläche von 3,8 Quadratmetern ein; wie hoch die Maximalleistung in Kilowatt ist, gibt Nissan nicht an. Unter idealen Bedingungen soll sich damit eine zusätzliche Reichweite von bis zu 23 Kilometern pro Tag ergeben. In Städten mit hoher Sonneneinstrahlung wie Barcelona generierte das System pro Tag durchschnittlich 18 Kilometer zusätzliche Reichweite. In Dubai waren es im Schnitt sogar 21 Kilometer, in London immerhin noch 10 Kilometer.

Je nach Nutzung ließ sich die Zahl der Ladezyklen um 35 bis 65 Prozent reduzieren. Zudem konnte bei einer zweistündigen Fahrt über 80 Kilometer 0,5 kWh Grünstrom erzeugt werden, was einer zusätzlichen Reichweite von drei Kilometern entspricht.

Entwickelt wurde das Ganze gemeinsam vom Nissan Advanced Product Planning Team in Dubai und dem Nissan Powertrain Planning Team in Barcelona. Die Solarzellen stammen von dem niederländischen Unternehmen Lightyear, bekannt für das Solar-Elektromobil Lightyear One alias Lightyear 0, dessen Produktion vor drei Jahren nach wenigen Exemplaren eingestellt wurde. Auch der günstigere Lightyear 2 wurde nie Realität. Ähnlich wie Sono Motors konzentriert sich die Firma seitdem auf die flexiblen Solarzellen als Zulieferteile für die Automobilindustrie.

Erste Langstreckentests mit der Studie - darunter eine 1.550 Kilometer lange Fahrt von den Niederlanden bis nach Barcelona - zeigten, dass durch die Solarzellen die jährlichen Ladevorgänge bei Pendlerinnen und Pendlern mit einer jährlichen Fahrleistung von 6.000 Kilometern im Idealfall von 23 auf acht reduziert werden könnten.

"Dieses Konzeptfahrzeug ist nicht nur ein technischer Meilenstein, sondern eine Vision, wie Nissan die nächste Phase der Elektromobilität anführen will", sagte Shunsuke Shigemoto, bei Nissan unter anderem für die Elektroantriebe verantwortlich.

Unter dem Strich

Bisher haben sich Solarpaneele auf Elektroautos wohl vor allem deswegen nicht durchgesetzt, weil die Zusatzkosten sich kaum amortisierten, zumindest nicht im sonnenarmen Deutschland. So ist die Präsentation ausgerechnet im Winter wenig glücklich: Im eiskalten Januar kann man sich hierzulande schwer vorstellen, dass man mit Photovoltaik auf dem Auto viel "reißen" kann. Aber wir wollen die Idee nicht kleinreden. Denn charmant klingt es schon, dass man als Pendler vielleicht ganz aufs Laden verzichten kann - zumindest im Sommer. 

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Autor: Stefan Leichsenring