So sieht das neue Mercedes S-Klasse-Basismodell ohne Leder aus

Aber die Tierhaut ist eine kostenlose Option

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Autohersteller zeigen bei der Präsentation eines neuen Modells stets dessen Schokoladenseiten. Basisversionen tauchen in Pressefotos so gut wie nie auf - offizielle Bilder zeigen fast immer die am üppigsten ausgestatteten, voll bestückten Varianten. Aber natürlich geht es auch ganz anders.

Als jemand mit einer gesunden Obsession für Einstiegsmodelle wollte ich wissen, wie die neue S-Klasse aussieht, bevor auch nur ein einziges Optionskästchen angekreuzt wird. Praktischerweise hat Mercedes den deutschen Konfigurator schnell freigeschaltet. Und siehe da: so sieht sie aus, die S-Klasse ohne Extras.

In der Heimat des S-Benz bildet der S 350 d den Einstieg: mit kurzem Radstand und einem lederfreien Interieur - etwas, das ich in einer Luxus-Limousine der Oberklasse ehrlich gesagt nicht erwartet hätte. Mercedes zufolge ist das Facelift der Baureihe W223 die erste S-Klasse, die komplett ohne Leder bestellt werden kann. "Nanu, und was ist mit den grandiosen Velour-Innenräumen beim W140 und seinen Vorgängern?", wird sich der geneigte S-Klasse-Afficionado nun denken? Ja schon, aber da ragten dann eben doch noch ein Leder-Lenkrad oder -Schaltknauf aus dem Armaturenbrett. 

Nun geht es also erstmals wirklich durchweg ohne klassische Tierhaut. Stattdessen kombinieren die Schwaben bei der Polsterung Kunstleder an den Seitenwangen mit einem Textil aus Leinen und recyceltem Polyester in den Sitzflächen. Eine weiße Kedernaht fasst die Sitze ein und sorgt für einen dezenten Kontrast, während die Türverkleidungen mit Kunstleder in Rautensteppung bezogen sind. Wer weiterhin echtes Leder bevorzugt, geht dennoch nicht leer aus: echtes Leder in Vollschwarz ist ohne Aufpreis verfügbar.

Die Basis-S-Klasse rollt auf 18-Zoll-Rädern und ist serienmäßig in Grau lackiert, allerdings können Käufer ohne Aufpreis auf Schwarz wechseln. Während das Beifahrerdisplay bei einigen aktuellen Mercedes-Modellen ein Extra ist, gehört es hier zur Serienausstattung. Eine dezente Änderung gegenüber dem Vor-Facelift betrifft das Lenkrad: Mercedes hat einige der berührungsempfindlichen Flächen zugunsten physischer Wippen/Scrollräder gestrichen.

Auch ohne eine einzige Option ist das Flaggschiff des Sterns übrigens sechsstellig. Die geliftete Einstiegs-S-Klasse ohne Firlefanz kostet mindestens 109.220 Euro. 

Mercedes S-Klasse Basismodell 2027 mit lederfreiem Innenraum

Motor1 meint: Es ist erfreulich zu sehen, dass Mercedes auch bei seiner Flaggschiff-Limousine ein Interieur ohne tierische Materialien anbietet. Viele Kunden mögen Leder einfach nicht oder sie reagieren allergisch darauf. Mindestens genauso wichtig: Die Marke zwingt Kunden nicht dazu, für Leder extra zu bezahlen, sondern behandelt alternative Materialien als legitime Wahl - und nicht als Sparmaßnahme.

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Autor: Adrian Padeanu