Elektrischer Porsche Cayenne S (2026): Der perfekte Sweet Spot?

Er positioniert sich unterhalb des Flaggschiffs Turbo, hat aber dennoch ordentlich Power

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Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

Porsche will die Modellpalette des elektrischen Cayenne offenbar an die des Verbrenner-Pendants anlehnen. Diese Strategie verfolgt der Hersteller bereits beim Macan. Nachdem man vergangenen November die Basis- und Turbo-Varianten präsentierte, bekommt der Cayenne ohne Verbrennungsmotor nun eine dritte Modell-Alternative, die sich zwischen die beiden bisherigen Versionen einordnet.

Der S setzt weiterhin auf zwei E-Motoren und Allradantrieb, die Systemleistung liegt bei 544 PS (400 kW). Mit Launch Control steigt die Spitzenleistung auf 666 PS (490 kW). Das maximale Drehmoment liegt bei 1.090 Nm. So ausgerüstet beschleunigt der elektrische Cayenne S in 3,8 Sekunden von 0-100 km/h und erreicht 250 km/h Spitze. Zum Vergleich mit den beiden anderen Cayenne-Varianten haben wir Ihnen hier diese wunderschöne Tabelle angefertigt: 

Cayenne Electric Version Standardleistung Leistung mit Launch Control 0-100 km/h Höchstgeschwindigkeit Preis
Basis 408 PS 442 PS 4,3 Sekunden 230 km/h 105.200 Euro
S 544 PS 666 PS 3,8 Sekunden 250 km/h 126.400 Euro
Turbo 857 PS 1.156 PS 2,5 Sekunden 260 km/h 165.500 Euro

Herzstück auch dieser Variante ist der 113-kWh-Akku inklusive Unterstützung für 400-kW-Laden. Vorausgesetzt, man findet eine passende Ladesäule mit entsprechender Leistung, lässt sich die Batterie in weniger als 16 Minuten von 10 auf 80 Prozent nachladen. Dafür muss der DC-Ladeanschluss auf der Fahrerseite genutzt werden - der Anschluss auf der Beifahrerseite ist dem AC-Laden vorbehalten. Die WLTP-Reichweite liegt bei 653 Kilometer.

In Zuffenhausen hat man den elektrischen Cayenne S auch optisch etwas eigenständiger gestaltet: mit leicht veränderten Front- und Heckschürzen, wobei einige Elemente in Volcano Grey Metallic lackiert sind. Zu den Optionen zählen Porsche Torque Vectoring Plus (PTV Plus) und das Active Ride-Fahrwerk, außerdem Keramik-Verbundbremsen und das Sport Chrono Paket.

Letzteres braucht man auch, um eine Push-to-Pass-Funktion zu aktivieren, die für 10 Sekunden die zusätzlichen 90 kW freischaltet. Es gibt sogar einen integrierten Track-Modus - auch wenn wir uns schwer tun mit der Vorstellung, dass all zu viele Kunden mit ihrem 2,6-Tonnen-E-SUV die Rennstrecken dieser Welt unsicher machen werden.

Neu mit dem Cayenne S (und auch für die anderen elektrischen Versionen erhältlich) ist zudem das Interior Style Package: ein schwarz-grünes Zweifarben-Interieur als Ergänzung zum Lackton Mystic Green. Die grünen Akzente ziehen sich über Türen, Lenkrad und Armaturentafel.

In Deutschland startet der neue Cayenne S bei 126.400 Euro. Damit liegt er deutlich näher am Basismodell (105.200 Euro) als am Flaggschiff Cayenne Turbo, das mindestens 165.500 Euro kostet. Das neue Modell ist ab sofort bestellbar.

2026 Porsche Cayenne S Electric

Motor1 meint: Mehr Vielfalt innerhalb einer Baureihe ist grundsätzlich sinnvoll - und beim elektrischen Cayenne dürfte noch nicht Schluss sein. Eine Coupé-Variante mit flacher abfallender Dachlinie ist eher eine Frage des Wann als des Ob und sollte sich an der Palette orientieren, die Porsche auch für das konventionell gezeichnete SUV anbietet.

Ob Kunden sich für ein weiteres Elektroauto jenseits der 100.000er-Marke begeistern, bleibt abzuwarten - zumal die E-Auto-Durchdringung im Luxussegment noch nicht dort ist, wo Premiumhersteller sie gern hätten. Ein einmotoriger Hecktriebler-Cayenne für gut unter 100.000 Euro könnte da helfen.

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Autor: Adrian Padeanu