Ford hat in dieser Woche gleich beide Elektromodelle seiner Kölner Produktionsstätte aufgewertet. Capri und Explorer bekommen eine neue Lithium-Eisenphosphat-Batterie, mehr Leistung und jeweils ein limitiertes Sondermodell.
Angesichts der bisherigen Verkaufszahlen kommt das Update zur rechten Zeit: Der Capri kam 2025 in Deutschland auf knapp 3.750 Zulassungen, und das Kölner Werk musste bereits rund 1.000 Stellen abbauen. Auch der Explorer blieb hinter den Erwartungen zurück.
Technisch erhalten beide Modelle in der Standard-Range-Ausführung dasselbe Paket. Die neue LFP-Batterie ersetzt die bisherigen NMC-Akkus und ermöglicht beim Capri eine Reichweite von bis zu 464 Kilometern, beim Explorer sind es bis zu 444 Kilometer. Beide legen damit laut WLTP-Messung über 17 Prozent gegenüber dem bisherigen Stand zu. Die Motorleistung steigt auf jeweils 140 kW (190 PS) und 350 Nm Drehmoment, den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigen beide in 8,0 Sekunden.
Bilder von: Ford
Ford bekommt LFP noch vor Volkswagen
Technisch interessant ist, wer hier eigentlich wen antreibt: Capri und Explorer basieren auf Volkswagens MEB-Plattform, und Ford ist als Lizenznehmer der erste Hersteller, der die neue LFP-Batterie mit 58 kWh und den stärkeren 140-kW-Motor in MEB-Modellen einsetzt. VW selbst zieht erst nach: Der ID.4 soll das Update frühestens im November 2026 zusammen mit einem Facelift bekommen und auch der ID.Polo ist noch ein Stück entfernt.
Bei Skoda hat man die Einstiegsvarianten von Elroq und Enyaq mit der alten NMC-Batterie unlängst aus dem Programm genommen. Diese sollen bald mit dem neuen LFP-Antriebsstrang zurückkehren. Kleiner Wermutstropfen beim LFP-Wechsel: Die maximale DC-Ladeleistung sinkt von ohnehin nicht berauschenden 145 auf mickrige 110 kW.
Bilder von: Ford
Ebenfalls für beide Modelle neu: das Pro-Power-Onboard-System. Eine 230-Volt-Steckdose im Kofferraum liefert bis zu 2,3 kW und macht die Fahrzeuge zur mobilen Stromquelle für Laptops, E-Bikes oder Camping-Equipment. Ein optionaler Adapter erlaubt die Nutzung über den Ladeanschluss.
One-Pedal-Driving gehört nun bei allen Varianten zur Serienausstattung. Das überarbeitete Infotainmentsystem Ford SYNC Move gruppiert Apps jetzt in Ordnern wie auf einem Smartphone, Navigation und Parkkameras profitieren von einer größeren Darstellung auf dem 14,6-Zoll-Display.
Neu sind außerdem erweiterte Assistenzfunktionen: Die adaptive Geschwindigkeitsregelung erkennt Ampelphasen und bremst automatisch bei Rot. Ein Rückfahrassistent merkt sich die letzten 50 Meter und übernimmt dabei die Lenkung. Das Park-Pilot-System speichert bis zu fünf individuelle Parksituationen und steuert dabei selbstständig Lenkung, Brems- und Fahrpedal. Der neue Fahrer-Status-Assistent überwacht Aufmerksamkeit und Fitness des Fahrers und alarmiert im Notfall automatisch die Rettungsdienste.
Neue Sondermodelle "Collection"
Die Sondermodelle setzen jeweils eigene optische Akzente. Der Capri Collection zitiert die Motorsport-Geschichte des Originals mit der exklusiven Lackierung Tribute Blue, tiefer gezogenen Schürzen, Seitenschwellern, einem Heckspoiler in Schwarz und 21-Zoll-Rädern mit Satin-Schwarz-Finish. Innen setzt sich die blaue Farbe an Sitzwangen, Gurten und Lautsprechern fort.
Der Explorer Collection orientiert sich dagegen an moderner Sportästhetik: Die exklusive Farbe heißt Cactus Grey, dazu kommen schwarze 20-Zoll-Felgen, ein schwarz abgesetztes Dach und Grafiken an Türen und Hecksäule. Im Innenraum setzen orangefarbene Akzente an Sitzen, Gurten und Lautsprechern Kontraste, während ein 2D-Strickeinsatz in den Sitzen an Sportbekleidung erinnern soll.
Ob die Kombination aus technischem Update und Sondermodellen dem strauchelnden Kölner Elektroduo mehr Käufer bringt, wird sich zeigen. Preise für die Collection-Versionen hat Ford bislang nicht veröffentlicht. Bestellungen nehmen die Händler für beide Modelle ab sofort entgegen.








