Der Eifelland Relax geht in die zweite Runde und wirkt im Jahr 2026 deutlich erwachsener. Anstelle des Elektroantriebs steht nun der Ausbau im Mittelpunkt. Mehr Flexibilität, mehr Alltag, gleiche Grundidee: ein kompakter Camper auf Basis des vollelektrischen Nissan Interstar e, der nicht nur auf dem Stellplatz funktioniert.
Seine Premiere feiert das Update vom 28. August bis 6. September 2026 auf dem Caravan Salon Düsseldorf. Und schon jetzt wird klar: Eifelland hat nicht alles neu erfunden, sondern gezielt nachgeschärft. Genau das könnte der richtige Ansatz sein.
Denn das Konzept bleibt bewusst konservativ im positiven Sinne. Während andere elektrische Camper neue Wege gehen, etwa der Ventje auf VW T7 mit seinem kompakten Ausbau oder der Kia PV5 Camper von VanTrack mit konsequenter Modularität, setzt der Relax weiter auf Bewährtes.
Technisch bleibt alles beim Alten, was keine schlechte Nachricht ist. Die Basis liefert weiterhin der Nissan Interstar-e mit einer 87-kWh-Batterie und einer WLTP-Reichweite von bis zu 410 Kilometern. Im Campingbetrieb wird das naturgemäß weniger sein, aber die Größenordnung passt. Der 143-PS-Elektromotor mit 300 Newtonmetern Drehmoment bietet ausreichend Leistung für ein Fahrzeug dieser Klasse.
Bilder von: NissanGeladen wird mit bis zu 130 kW DC. Serienmäßig ist außerdem ein 22-kW-Onboard-Lader für AC vorhanden. Das ist besonders auf Campingplätzen mit wachsender Infrastruktur ein echter Pluspunkt. Hinzu kommt die übliche N-Connecta-Ausstattung mit Klimaautomatik, kabellosem Apple CarPlay und Android Auto, induktivem Laden, Rückfahrkamera und den gängigen Assistenzsystemen inklusive Seitenwindassistent.
Im Wohnbereich bleibt Eifelland seiner Linie treu und nutzt den Raum gleichzeitig effizienter. Hinten befindet sich weiterhin das feste Bett (1,90 x 1,60 Meter), daneben die Küchenzeile mit Induktionskochfeld, Spüle und einem 90-Liter-Kühlschrank. Die kompakte Trockentrenntoilette von Trelino lässt sich bei Bedarf mitführen und ergänzt das praktische Innenraumkonzept, ohne feste Fläche zu blockieren.
Bilder von: NissanInteressant wird es beim Stauraum: Rund 2,6 Kubikmeter stehen zur Verfügung, bei gleichzeitig bis zu 435 Kilogramm Zuladung. Das ist mehr als nur "Wochenendtrip-tauglich" und reicht auch für Sportequipment oder längere Reisen. Genau hier punktet der Relax gegenüber vielen Lifestyle-Vans, die oft beim Nutzwert sparen.
Die wichtigste Neuerung sitzt vorne: Der Zweisitzer wird optional zum Viersitzer. Zwei zusätzliche Einzelsitze lassen sich flexibel einsetzen oder komplett herausnehmen. Das verändert den Camper deutlich. Zu zweit bleibt er luftig und praktisch, zu viert wird er familientauglich.
Bilder von: NissanSpannend wird beim Relax vor allem, dass Eifelland den E-Antrieb nicht nur mitlaufen lässt, sondern tatsächlich ins Campingkonzept einbindet. Die Truma-Eezy-Standheizung zieht ihren Strom direkt aus der Hochvoltbatterie - das ist sauber gelöst und deutlich weniger angestrengt als so manche Elektro-Spielerei.
Das spart nicht nur Gas, sondern hält das Ganze auch einfacher. Weniger Technik, weniger Abhängigkeit, weniger Gefrickel. Und weil die Standheizung sparsam arbeiten soll, lassen sich auch längere Standzeiten drin, ohne dass die Reichweite gleich unnötig leidet.
Bilder von: NissanDer Eifelland Relax startet preislich bei 89.900 Euro. Dafür bekommt man den kompletten Manufaktur-Ausbau plus die umfangreiche Serienausstattung des Interstar-e. Das ist zwar kein Schnäppchen, angesichts des Basisfahrzeugs, der Elektrifizierung und des Ausbaus aber auch kein Ausreißer.
Wer elektrisches Camping aus einer anderen Perspektive erleben will, findet mit dem Aboard T4 einen Wohnwagen, der ein komplett anderes Konzept verfolgt. Klassischer unterwegs sind die neuen Ahorn Camp Eclipse-Modelle, die weiterhin auf den Verbrenner setzen. Der Relax positioniert sich genau dazwischen: elektrisch, pragmatisch und näher an der Realität als viele Studien.








