Patent zeigt: Nächster Mercedes-Offroader könnte schwimmen

Ein neues Patent skizziert ein SUV mit aufblasbaren Radlauf-Einsätzen, radbasiertem Antrieb und softwaregesteuerter Schwimm-Stabilität

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Mercedes-Benz hat ein neues, eher ungewöhnliches Steuerungssystem patentiert. Für eine Fähigkeit, die dem Großteil der SUV-Kunden eher Angst als Euphorie entlocken dürfte: Schwimmen. Die Anmeldung beschreibt einen zweiachsigen, zweispurigen Geländewagen, der in einen See oder Fluss rollen, sich auf der Wasseroberfläche selbst ausrichten und ohne fremde Hilfe wieder ans Ufer fahren kann.

Als Erfinder nennt das Patent Joerg Kneip, als Anmelderin ist die Mercedes-Benz Group AG beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragen. Medien wie CarBuzz berichten, dass es sich bislang um eine reine Patentanmeldung handelt, ohne angebundenes Serienprogramm.

Details zum Mercedes-Geländewagen-Patent

Der Auftrieb entsteht durch herausnehmbare Einsätze aus Schaumstoff oder aufblasbarem Material, die in jedem Radhaus sitzen. Eine Steuereinheit kann sie an jeder Ecke einzeln aufblasen oder entlüften, um das Fahrzeug auszubalancieren und auf wechselnde Beladung oder Strömungen zu reagieren - statt auf eine einzige Schwimmkammer rund um die Karosserie zu setzen.

Der Stauraum für die entleerten Einsätze befindet sich dort, wo normalerweise ein Reserverad untergebracht wäre. Der bordeigene Luftkompressor des Fahrzeugs würde sie vor einer Wasserdurchfahrt befüllen. Die Idee baut auf der Geländegängigkeit von Modellen wie der G-Klasse auf, die zwar für eine große Wattiefe ausgelegt ist, aber nicht für echten Amphibienbetrieb.

la Mercedes Classe G nel Graz Center

So funktioniert das System für Wasserdurchfahrten

Sobald das Auto Auftrieb hat, arbeiten die Räder weiter. Das Patent beschreibt Reifen, die sich auch ohne Bodenkontakt weiter drehen und lenken. Ein adaptives Fahrwerk verändert dabei ihren Winkel, sodass sie wie Ruder wirken.

Dieselben Motoren, die das Fahrzeug an Land bewegen, treiben es auch im Wasser an. Die Steuereinheit kann jedem Rad unterschiedliche Vorwärts- oder Rückwärtsmomente zuweisen, um Strömungen, ungleichmäßigen Widerstand oder einen schrägen Ansatz zum Ufer zu korrigieren.

Dieses radindividuelle Drehmomentmanagement übernimmt auch den Übergang vom Wasser ans Ufer. Das System leitet die Kraft gezielt an einzelne Ecken, damit das SUV in die gewünschte Richtung zeigt und seitliches Abdriften begrenzt wird, während es vom Schwimmen wieder ins Rollen übergeht.

Das Dokument deutet an keiner Stelle auf einen serienreifen Amphibienwagen hin. Es beschreibt Wasserdurchfahrten jedoch eher als Aufgabe für Software und Steuerungstechnik - und nicht als Fall für einen speziellen, bootsähnlichen Rumpf.


Motor1 meint: Das Patent zeigt, wie Software und radindividuelle Hardware echte Amphibienfähigkeiten ermöglichen könnten, ohne das grundlegende SUV-Layout aufzugeben. Wenn die Ingenieure Korrosionsschutz, Abdichtung sowie Crash- und elektrische Sicherheit in den Griff bekommen, könnte die Idee für Expeditionsanbieter und Rettungsdienste interessant sein. Ob sie jemals bei Kunden ankommt, werden am Ende auch Regulierungsbehörden und Versicherer mitentscheiden.

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Autor: Brian Potter