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Audi Q3 Sportback 45 TFSI e (2021): Plug-in-Hybrid-SUV im Kurztest

Wie weit kommt der Neuling rein elektrisch?

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Unsere Übersicht über alle Plug-in-Hybride auf dem Markt gehört zu unseren beliebtesten Fotostrecken und die Verkaufszahlen für PHEVs gehen durch die Decke: Plug-in-Hybride sind derzeit in. Da auch Kompakt-SUVs zu den beliebtesten Fahrzeugklassen gehören, müsste die Kombination aus beidem extrem angesagt sein. Also Autos wie der neue Audi Q3 45 TFSI e. Wir haben die 245 PS starke Stecker-Version als Sportback getestet.

Optik außen und innen

An diesem Tag fahre ich gleich drei Audi-Plug-in-Modelle: Zuerst ist der  A3 40 TFSI e dran, am Schluss der Q8 60 TFSI e. Der Q3, um den es hier geht, liegt zeitlich dazwischen. Bevor ich mich vom Audi-Forum in Ingolstadt aus wieder auf meine Rundfahrt ins nahe gelegene Altmühltal aufmache, unternehme ich einen kleinen Rundgang um das Testauto. Es ist der Sportback, also die Coupé-Version des Q3. Ehrlich gesagt, mir gefällt das eiförmige Heck weniger, aber das ist eine Geschmacksfrage.

Obwohl es sich um die sportliche S-line-Ausstattung handelt, hat der Wagen keine roten Bremssättel wie etwa der am selben Tag gefahrene Q8 60 TFSI e. Und hinten gibt es keinerlei Auspuffrohre - während zum Beispiel der A3 40 TFSI e gleich zwei davon hat. Wie bei den anderen Audi-Plug-in-Modellen ist auch hier der Ladeanschluss vorne links, die Tankklappe hinten rechts.

Innen findet sich weißes Velourleder am Armaturenbrett. In der Mittelkonsole gibt es (anders als bei A3 und Q8) noch einen altmodischen Getriebehebel für die Sechsgang-S-tronic. Es ist also Kulissenschieberei angesagt, Shift-by-wire ist hier noch nicht möglich. Aber wie bei den anderen beiden PHEVs hat der Q3 wunderbare Displays.

Wenig Kopffreiheit im Fond, abgeschrägter Kofferraum

Im Fond fällt mir die etwas geringe Kopffreiheit auf. Nun ja, die hinten abgeschrägte Form hat halt praktische Nachteile. Ein weiterer Nachteil zeigt sich beim Öffnen der Heckklappe: Der Kofferraum ist nicht so quaderförmig wie bei normalen SUVs, mit der Unterbringung von großen Amazon-Paketen dürfte man daher seine Not haben.

Für alle, die mehr auf Zahlen stehen: Der Gepäckraum des Plug-in-Q3 fasst 380-1.375 Liter, beim Sportback sind es nur 380-1.250 Liter, man verliert also 125 Liter bei dachhoher Beladung. Und das, nachdem man mit der Entscheidung für die Plug-in-Version schon einmal verloren hat, denn der normale Q3 Sportback bietet 530-1.400 Liter.

Abgesehen von der Schräge ist der Kofferraum aber gut nutzbar; beim Testwagen lässt sich sogar der Mittelteil der Fondlehne einzeln umklappen, womit eine Durchlademöglichkeit für Skier, Regale oder dergleichen ergibt. Klappt man alle Sitze um, ergibt sich ein praktisch ebener Ladeboden.  

Elektrische Reichweite: Nur 35 km geschafft

Jetzt aber los. Die Batterie ist voll, sagt man mir. Wie bei den anderen beiden PHEVs, die ich heute fahre, will ich checken, wie weit ich mit einer Ladung im EV-Modus komme. Das Datenblatt verspricht 61 Kilometer nach NEFZ oder 50 km nach WLTP. Das Ergebnis nehme ich gleich mal vorweg: Ich schaffe nur 35 Kilometer, woran die Außentemperatur (knapp 3 Grad) nicht unschuldig ist, denn ich fahre mit angeschalteter Klimaanlage. An der sportlichen Fahrweise liegt es nicht, denn die habe ich mir diesmal verkniffen.  

Aber zurück zur zeitlichen Reihenfolge. Ich setze mich ins Auto und will losfahren, doch das Auto will nicht. Es bewegt sich keinen Millimeter. Ich schalte nochmal auf P zurück, dann wieder auf D, aber es tut sich nichts. Est nach einem erneuten Start des Systems rollt der Wagen an. Das Gleiche passiert mir später nochmal, nachdem ich die Fotos gemacht habe. Da fällt mir noch ein weiteres Malheur auf: Als ich die Heckklappe per Knopfdruck betätige, schließt sie sich nicht komplett, obwohl nichts im Weg ist. Hoffen wir, dass diese Probleme daran liegen, dass das Auto noch nicht auf Serienstand ist.

Die Konkurrenz

Den Q3 45 TFSI e gibt es ab 47.400 Euro (mit 16% Mwst.). Er hat das gleiche 245-PS-Antriebssystem wie der VW Tiguan eHybrid. Premium-Konkurrenten sind der BMW X3 xDrive30e und der Mercedes GLA 250 e. Von den vier Wettbewerbern hat nur der BMW einen Allradantrieb:

 Q3 Sportb. 45 TFSI eVW Tiguan eHybridBMW X3 xDrive30eMercedes GLA 250 ePreis47.400 Euro42.413 Euro56.148 Euro45.020 EuroBatterie13,0 kWh9,2 kWh11,2 kWh15,6 kWhElektrische Reichw.61 km NEFZ (50 km WLTP)50 km WLTP55 km NEFZ70 km NEFZSystemleistung245 PS245 PS292 PS218 PSVerbrenner1,4-Liter-R4 150 PS1,4-Liter-R4 150 PS2,0-Liter-R4 184 PS1,33-Liter-R4 160 PSE-Motor85 kW85 kW80 kW75 kWAntriebFrontFrontAllradFrontKofferraum380-1.250 Literk.A.450-1.500 Liter385 - 1.385 Liter

Fazit: 7/10

Der Audi Q3 Sportback mit Plug-in-Hybrid-Antrieb bietet zwar keinen Allradantrieb wie der BMW-Konkurrent, dafür aber mehr Reichweite und einen günstigeren Preis. Das Kofferraumvolumen ist beim Sportback ziemlich gering, dazu kommt die Abschrägung oben, die den Alltagsnutzen schmälert. Hier liegt der Audi etwa auf Augenhöhe mit dem Mercedes-Konkurrenten, der aber mehr Reichweite und den niedrigeren Preis hat. Ein Malus für ein Hightech-Auto wie den Q3 Sportback 45 TFSI e ist außerdem der antiquierte Automatik-Wahlhebel. Immer wieder begeisternd finden wir aber die Displays und die autonomen Fahrfähigkeiten, die Audi bietet. 

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