Leapmotor nennt erste Preise für die beiden Elektroautos, die in Kürze bei uns in Deutschland auf den markt kommen. Der Ende September startende Kleinstwagen T03 kostet nur 18.900 Euro, das Elektro-SUV C10 ist mit 36.400 Euro ebenfalls sehr günstig für die Mittelklasse.
Die ersten Exemplare der zwei Modelle sind inzwischen in Europa angekommen, schreibt Leapmotor. Den Marktstart im Herbst hatte Leapmotor bereits im Mai angekündigt. Die chinesische Marke hat die Unterstützung des Stellantis-Konzerns, zu dem auch Marken wie Peugeot, Citroen, Fiat, Jeep und andere gehören.
Leapmotor T03
Der Leapmotor T03 ist ein fünftüriger Kleinstwagen des A-Segments, der so viel Innenraum wie ein B-Segment-Auto bieten soll. Mit 3,62 Meter Länge und einem 70-kW-Motor hat er ähnliche Daten wir der Fiat 500 Elektro. Die WLTP-Reichweite liegt bei schmalen 265 km. Innen gibt es ein 8-Zoll-Instrumentendisplay und einen 10,1-Zoll-Touchscreen.
Technische Daten des Leapmotor T03
- Frontantrieb mit 1 Permanentmagnet-Synchronmotor
- Systemleistung/Drehmoment: 70 kW / 158 Nm
- 0-100 km/h / Höchstgeschwindigkeit: 12,7 Sek. / 130 km/h
- WLTP-Stromverbrauch: 16,3 kWh/100 km
- Akku / WLTP-Reichweite: 36 kWh netto, 37 kWh brutto / 265 km
- Ladeleistung: bis 6,6 kW mit AC, bis 48 kW DC
- Ladedauer (30-80%): 3,5h mit AC, 36 min mit DC
- Maße: 3.620 mm Länge / 1.652 mm Breite / 1.577 mm Höhe
- Radstand: 2.400 mm
- Kofferraum: 210-508 Liter
- Basispreis: 18.900 Euro
- Marktstart: Ende September 2024
Mit 18.900 Euro ist der T03 genauso günstig wie die gehobene Version des acht Zentimeter längeren Dacia Spring. Diese bietet nur 48 kW Antriebsleistung und 228 km Reichweite. Die Basisversion des Spring mit 33 kW ist allerdings schon für 16.900 Euro zu haben. Der T03 ist auch günstiger als der Citroen e-C3 (ab 23.300 Euro) und der Fiat 500 Elektro (ab 29.490 Euro).
Laut einer Reuters-Meldung vom Frühjahr will Stellantis das Auto in Polen herstellen, und zwar im Werk Tychy. Dabei soll das im Semi-Knocked-Down-Verfahren zum Einsatz kommen, das heißt Bausätze würden in Polen zusammengesetzt. Zuvor hatte Stellantis-Chef Tavares über eine Fertigung in Italien gesprochen.
Leapmotor C10
Der Leapmotor C10 ist das erste Produkt von Leapmotor, das für den Weltmarkt konzipiert wurde. So erreicht es fünf Sterne im EuroNCAP-Crashtest und das Design wirkt deutlich zeitgemäßer als beim T03.
Der Wagen basiert auf der selbst entwickelten LEAP3.0-Plattform. Die Batteriezellen werden direkt ins Chassis eingebaut (Cell-to-Chassis, CTC).
Mit 4,74 Meter Länge tritt das Mittelklasse-SUV gegen das Tesla Model Y an, ist mit den genannten 36.400 Euro aber deutlich günstiger - den Tesla gibt es erst ab 44.990 Euro.
Technische Daten des Leapmotor C10
- Systemleistung/Drehmoment: 160 kW / 320 Nm
- WLTP-Stromverbrauch: 19,8 kWh/100 km
- Akku / WLTP-Reichweite: 70 kWh / 420 km
- Ladeleistung: bis 6,6 kW mit AC, DC keine Angabe
- Ladedauer (30-80%): 6,1h mit AC, 30 min mit DC
- Maße: 4.739 mm Länge / 1.900 mm Breite / 1.680 mm Höhe
- Radstand: 2.825 mm
- Kofferraum: 435-1.410 Liter
- Basispreis: 36.400 Euro
- Marktstart: Oktober 2024
In China gibt es laut CarNewsChina neben der batterieelektrischen auch eine Range-Extender-Version mit einem 70 kW starken Benziner und einer 28-kWh-Pufferbatterie für 140 km elektrische Reichweite. Diese wird in Deutschland offenbar nicht angeboten.
Die BEV-Version hat einen Heckantrieb mit 160 kW (in China 170 kW) und eine 70-kWh-Batterie mit LFP-Chemie für 420 km Reichweite. Innen gibt es ein 10,25-Zoll-Instrumentendisplay und einen 14,6-Zoll-Touchscreen. Die ersten Tests beurteilen den C10 gut.
Die Zukunftspläne von Leapmotor
Leapmotor startet in neun europäischen Ländern: Frankreich, Italien, Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Portugal, Belgien, Griechenland und Rumänien. Bis Jahresende soll es 350 Händler geben, bis 2026 sollen es 500 sein. Auch eine Expansion in asiatische Länder, nach Afrika und nach Südamerika ist geplant.
Der T03 und der C10 sind nur der Anfang; künftig soll jedes Jahr ein weiteres Modell folgen. In China bietet Leapmotor neben den genannten Modellen noch ein weiteres SUV namens C11 und die Limousine C01 an, bald soll ein drittes SUV namens C16 folgen.
Das Joint Venture zwischen Leapmotor und Stellantis
Stellantis und Leapmotor haben das Joint Venture Leapmotor International gegründet, an dem Stellantis eine Mehrheit von 51 Prozent hat. Das Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in Amsterdam wird von Tianshu Xin geführt, dem ehemaligen Leiter des China-Geschäfts von Stellantis.
Im Oktober 2023 hatte Stellantis angekündigt, für rund 1,5 Milliarden Euro etwa 21 Prozent von Leapmotor zu übernehmen und das Gemeinschaftsunternehmen Leapmotor International zu gründen. Durch die Partnerschaft erhält Leapmotor weltweit Vertriebsunterstützung durch Stellantis. Der europäisch-amerikanische Großkonzern profitiert durch erschwinglichere Elektrofahrzeuge, wie man sie selbst nicht anbieten kann.
Leapmotor wurde im Jahr 2015 gegründet und ist auf Elektroautos spezialisiert. Die Antriebe und Batteriesysteme werden selbst entwickelt und produziert. Die Firma hat ihren Hauptsitz in Hangzhou.
Unter dem Strich
Die ersten Leapmotor-Modelle kamen nun aus China an, in wenigen Wochen sind sie bestellbar. Der Kleinstwagen T03 kostet so viel wie der Dacia Spring mit 48 kW, der C10 ist noch achttausend Euro günstiger als das preiswerte Tesla Model Y. Durch die Kooperation kann Stellantis Elektroautos zu Preisen anbieten, die mit Fahrzeugen aus europäischer Produktion wohl nicht machbar wären. Um die EU-Zölle zu sparen, könnten Stellantis-Werke aber künftig Elektroauto-Bausätze von Leapmotor montieren.








