Eines der skurrilsten Modelle des Unternehmens kehrt zurück, aber nur digital
Der Felicia war das erste Skoda-Modell, das vom deutschen Ingenieurs-Know-how profitierte - auch wenn er nicht komplett vom Volkswagen-Konzern entwickelt wurde. 1994 als Nachfolger des Favorit vorgestellt, blieb er bis zur Jahrtausendwende im Programm, ehe der Fabia übernahm.
In nur sechs Jahren war der Skoda Felicia in mehreren Karosserievarianten erhältlich - darunter auch ein Pick-up. Und genau aus dieser Version entstand der skurrile Felicia Fun, von dem nur 4.216 Exemplare gebaut wurden.
Vermarktet wurde er damals als Freizeitmobil. Sein Partytrick? Eine verschiebbare Heckwand hinter den Vordersitzen. Schob man sie nach hinten, entstanden zwei zusätzliche Sitzplätze - Platz für Passagiere, ohne auf Ladefläche verzichten zu müssen.
Ein Stoffdach schützte die Mitfahrer im offenen Fond. Dazu pappte Skoda dem skurrilen Gefährt einen Heckspoiler ans Ende der Ladefläche. Die Grundfarbe war immer leuchtend Gelb. Wem das nicht reichte, der konnte mit grünen oder orangenen Akzenten an einzelnen Karosserieteilen noch mehr Individualität zeigen.
Jetzt springen wir zurück ins Jahr 2025 und siehe da: Der Felicia Fun ist zurück - naja, zumindest so halb. Denn Skoda hat den fröhlichen Mini-Laster als digitales Konzept neu aufgelegt. Die Studie ist Teil der Serie "Icons Get a Makeover", in der auch schon der Favorit reinterpretiert wurde. Der französische Designer Julien Petitseigneur hat den Fun im "Modern Solid"-Look von Skoda neu gedacht: modernisiert, aber mit deutlichem 90er-Jahre-Charme.
Petitseigneur verpasste dem Pick-up ein "cooles Beach-Feeling" und gestaltete sogar ein Interieur. Natürlich bestimmen 2025 Bildschirme das Cockpit, doch das blockige Armaturenbrett erinnert bewusst an klobige Röhrenmonitore. Noch mehr Retro steckt in den Grafiken, die von Videospielen inspiriert sind, mit denen viele von uns aufgewachsen sind. Das wirkt dermaßen stimmig, dass wir uns das im Real-Life tatsächlich sehr gut vorstellen können.
Anders als das Original ist die Neuauflage allerdings strikt als Zweisitzer konzipiert. Die frühere 2+2-Sitzkonfiguration musste zugunsten einer größeren Ladefläche weichen. Trotzdem: eine clevere, wenn auch rein virtuelle Spielerei. In einer Zeit, in der Controller und Finanzabteilungen das letzte Wort haben, dürfte der VW-Konzern einem solchen Spaßprojekt kaum grünes Licht geben.
Wir möchten hier trotzdem mal bekunden, dass wir den neuen Felicia Fun sehr gerne zumindest als umgesetztes Concept-Car sehen würden. Und Retro ist ja bekanntlich Trend, siehe Renault 5 und Konsorten.
Einen Pickup hat Skoda seit dem Felicia nicht mehr gebaut. In den 2010er-Jahren dachte man zwar über eine eigene Variante des Amarok nach, daraus wurde jedoch nichts. Erst vor Kurzem haben Schüler der Skoda-Berufsschule einen Superb zu einem Unikat-Pickup umgebaut - inklusive schräger Türlösung und verschiebbarer Heckklappe für einen Fahrradträger.
Das Thema kitzelt die Verantwortlichen bei den Tschechen schon irgendwie. Warum also eigentlich nicht? Gebt euch einen Ruck!