VW zeigt erstmals das Cockpit des neuen ID. Polo. Der Elektro-Kleinwagen bekommt große Displays mit netten Retro-Anzeigen, zahlreiche physische Bedienelemente und neue Lenkrad-Tasten. Damit reagiert Volkswagen offenbar auch auf die Kritik zum Cockpit des VW ID.3.
Mit den nun veröffentlichten Bildern nimmt der neue ID. Polo weiter Gestalt an: Die ungefähre Optik kennen wir seit der IAA, wo ein getarnter Prototyp gezeigt wurde, die wichtigsten technischen Angaben folgten am 15. Dezember und nun wissen wir auch, wie das Cockpit aussieht.
Der Radstand ist mit 2,60 Metern fünf Zentimeter länger als beim Verbrenner-Polo, während die Gesamtlänge zwei Zentimeter kleiner ist. Das heißt: Der Stromer hat ein besseres Verhältnis zwischen Außenlänge und Passagierraum. Das soll vor allem im Fond spürbar sein. Auch das Kofferraumvolumen wuchs gegenüber dem "fossilen" Polo - von 351 auf 435 Liter bei benutzbaren Fondsitzen, von 1.125 auf 1.243 Liter bei umgeklappten Sitzen. Wie das Verbrennermodell hat auch der elektrische Polo stets vier Türen und fünf Sitze.
Zum Innenraum-Konzept sagte Chefdesigner Andreas Mindt: "Mit dem ID. Polo wollten wir einen Innenraum kreieren, der sich schon beim ersten Kontakt wie ein Freund anfühlt. Klare physische Tasten sorgen für Stabilität und Vertrauen, warm wirkende Materialien machen ihn wirklich sympathisch, und liebenswerte Details wie unsere neuen Retro-Skins lassen das unverwechselbare Volkswagen-Augenzwinkern durchblinzeln."
Die Monitorlandschaft besteht aus einem 10,25 Zoll großen Instrumentendisplay (Digital Cockpit) und einem 13-Zoll-Touchscreen. Zum Vergleich: Beim VW ID.3 gibt es nur ein 5,3-Zoll-Display für die Instrumente, der Touchscreen misst 12,9 Zoll. Bei anderen Elektro-Kleinwagen wie dem Renault 5 oder dem Opel Corsa Electric misst der Touchscreen nur 10 Zoll, und auch beim Ford Puma Gen-E ist er mit 12 Zoll kleiner.
An den Türinnenseiten sind die silbrigen Türöffner aus dem neuen T-Roc zu erkennen. Statt mit drei Knöpfen wie beim ID.3 werden die elektrischen Fensterheber wieder mit vier Tasten gesteuert. Die Armaturentafel ist mit hellgrauem Stoff bespannt, der vage an den Wollstoff im Volvo EX30 erinnert. Ebenfalls neu ist die weiße Ziernaht an den Tür-Innenseiten, die am vorderen Ende in eine kleine "Volkswagen"-Plakette ausläuft.
Die schwarzen Lenkradtasten sind offenbar wieder in normaler Technik ausgeführt, nicht mehr als Touch-Tasten wie beim ID.3. Auch sonst fehlt es nicht an physischen Bedienelementen. So gibt es unter dem Touchscreen eine kleine Klaviatur für die Klimaregelung und die Warnblinkanlage. In der Mittelkonsole gibt es einen Drehknopf zum Einstellen der Lautstärke und zum Wechseln der Tracks oder Sender. Hinzu kommt eine virtuelle Tastenreihe unten am Touchscreen, über die unter anderem die Sitzheizung aktiviert wird.
Die Anzeigen mit Drehzahlmesser und Kassettenrekorder sind eine Referenz an historische Modelle aus den 80er-Jahren.
Bild von: Volkswagen
Ein optisches Highlight sind die Retro-Elemente in den Anzeigen, die über die Lenkradtasten oder per Touchscreen ausgewählt werden können. Die Instrumente sind die eines Golf I in der Version mit Facelift; rechts daneben am Touchscreen gibt es einen Kassettenrekorder. Der wird natürlich nicht physisch eingebaut, sondern nur als Bild am Touchscreen angezeigt. Diese "Retro-Ansichten" sollen je nach Modellvariante verschieden ausfallen.
Deutlich weiterentwickelt wurde das ID.Light: Die Lichtleiste im unteren Bereich der Windschutzscheibe erstreckt sich nun bis in die Vordertüren hinein. Optional gibt es ein Soundsystem von Harman Kardon und erstmals in einem Polo auch elektrisch einstellbare Sitze mit Massagefunktion. Mehr zur Ausstattung ist noch nicht bekannt.
Bestellbar ist der VW ID. Polo ab Ende April 2026. Die Preise sollen unter 25.000 Euro beginnen - "in vielen Märkten", wie VW schreibt.
Unter dem Strich
Beim Cockpit des ID. Polo vermeidet VW etliche Fehltritte, die man beim ID.3 gemacht hatte und die auf harsche Kritik gestoßen waren. Dazu gehörte, dass es nur drei Tasten für die Fensterheber gibt, dass die Touch-Tasten am Lenkrad wackelig wirkten und die Slider für die Innenraumtemperatur unten am Touchscreen nicht beleuchtet waren. Im ID. Polo gibt es wieder normale Tasten. Auch hat man ein paar nette Retro-Ideen verwirklicht, die VW-Fans schmunzeln lassen und nichts oder nicht viel kosten. Besonders nett finden wir den Kassettenrekorder.








