Mercedes A-Klasse darf weiterleben, kommt aber bald aus Ungarn

Aufgrund der Nachfrage soll das Kompaktmodell noch bis 2028 gebaut werden

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Immer mehr wichtige Volumenmodelle wandern aus: Der aktuelle VW Passat wird in der Slowakei gebaut, der Polo in Südafrika und der Golf ab 2027 in Mexiko. Bald wird auch die bislang in Rastatt produzierte Mercedes A-Klasse Deutschland verlassen.

Medienberichten zufolge wird die Produktion des Kompaktmodells (intern W 177) ab dem zweiten Quartal 2026 in das ungarische Mercedes-Werk Kecskemét verlagert. Bis Mitte 2025 war die Zukunft der A-Klasse noch nicht abschließend geklärt. Ursprünglich hatte Mercedes vorgesehen, die Baureihe spätestens 2026 auslaufen zu lassen. Die anhaltend hohe Nachfrage in Europa führte jedoch zu einer Neubewertung. In der Folge wurde entschieden, die A-Klasse bis mindestens 2028 weiter zu produzieren.

Mercedes-Benz A-Klasse (2023)

Nach Angaben des Herstellers ist der Produktionswechsel nicht mit einem Stellenabbau verbunden. Ziel der Maßnahme ist vielmehr, das europäische Produktionsnetzwerk flexibler zu gestalten und effizienter auszurichten. Die in Deutschland frei werdenden Kapazitäten sollen für andere Baureihen genutzt werden. Das Werk Rastatt bleibe weiterhin ein zentraler Standort für die Kompaktklasse und wird auch künftig entsprechende Modelle fertigen.

Das Werk Kecskemét nimmt im Produktionsverbund von Mercedes-Benz eine wichtige Rolle ein. Der Standort in Ungarn ist seit 2012 in Betrieb und wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich erweitert. Aktuell laufen dort unter anderem das CLA Coupé, der CLA Shooting Brake sowie der EQB vom Band. Je nach Modell kommen Verbrennungs-, Hybrid- oder Elektroantriebe zum Einsatz. Insgesamt sind rund 4.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kecskemét beschäftigt.

Die derzeitige Generation der A-Klasse soll nach aktuellem Stand mindestens bis 2028 im Programm bleiben. Ob Mercedes darüber hinaus einen direkten Nachfolger plant, ist bislang offen. Fest steht, dass die anhaltende Nachfrage maßgeblich dazu beigetragen hat, die Laufzeit des Modells zu verlängern. Derzeit kostet das Einstiegsmodell A 180 in Deutschland rund 38.000 Euro.

Vertriebsvorstand Mathias Geisen erklärte im September 2025 gegenüber der Automobilwoche: Wir führen auf Basis unserer neuen MMA-Architektur nach dem CLA weitere Modelle ein. Glauben Sie mir, es wird langfristig ein Einstiegsmodell in die Welt von Mercedes-Benz geben. Damit ist klar: Wer künftig einen vergleichsweise günstigen Mercedes fahren will, soll weiterhin ein Angebot finden.

Am deutschen Standort Rastatt werden derzeit unter anderem der neue CLA, der GLA, der EQA sowie die B-Klasse produziert. Ab 2027 ist dort zusätzlich der Produktionsstart der nächsten GLA-Generation vorgesehen. Das Mercedes-Werk in Rastatt besteht seit 1992 und gilt als Kompetenzzentrum für Kompaktfahrzeuge innerhalb des Konzerns. Mit rund 6.000 Beschäftigten zählt es zu den größten Arbeitgebern in der Region.

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