2021 hieß es noch, Opel würde ab 2028 nur noch Elektroautos verkaufen. Eine Elektroversion des Manta sollte Mitte des Jahrzehnts auf den Markt kommen. Doch inzwischen hat sich die Welt weitergedreht: Opel hat das Datum für das Verbrenner-Aus gestrichen, und der Elektro-Manta kommt nicht vor 2030.
Der Manta habe "riesiges emotionales Potenzial", sagte Markenchef Florian Huettl nun gegenüber dem Spiegel. Aber man habe die Prioritäten neu gesetzt: Nun soll zuerst der Corsa und die SUVs erneuert werden, der Manta kommt deutlich später: "Das Manta-Projekt existiert, es gibt Designmodelle - aber vor 2030 wird keines dieser Modelle auf den Markt kommen."
Beim Stellantis EV Day 2021 hatte Opel einen Elektro-Manta für Mitte des Jahrzehnts angekündigt, das heißt je nach Zählung für 2025 oder 2026. Wenn das Modell nun nicht vor 2030 startet, bedeutet das eine Verschiebung um etwa fünf Jahre. Das Modell hätte wohl auf STLA Medium oder sogar STLA Large basiert. Auch über einen elektrischen Peugeot 508 als Schwestermodell zum Manta gab es Gerüchte.
Um die Vorfreude auf den Elektro-Manta zu steigern, hatte Opel 2021 den Manta GSe ElektroMod vorgestellt. Technische Basis war ein Manta A aus den 70er-Jahren, doch statt des Vierzylinders wurde ein 108 kW starker Elektromotor eingebaut, und die Front mit einem "Opel Vizor" an das aktuelle Markendesign angepasst. Das Schaltgetriebe blieb erhalten.
Zur Lage von Opel allgemein und zur Elektromobilität sagte Huettl, das angekündigte Verbrenner-Aus im Jahr 2028 sei "eine sehr ambitionierte Strategie" gewesen. Inzwischen sei klar, dass die Elektromobilität nicht so schnell hochläuft und das Ladenetz nicht so fix ausgebaut wird wie gedacht. Dennoch setze Opel voll auf Elektromobilität; die BEV-Anteile an den Bestellungen in Deutschland seien schon hoch und würden weiter steigen.
Wenn man sich die Zulassungszahlen des Kraftfahrtbundesamts ansieht, fällt allerdings nur beim neuen Frontera ein hoher BEV-Anteil auf; hier liegt er bei fast einem Drittel. Die übrigen Modelle lagen im Gesamtjahr noch unter dem Gesamtdurchschnitt des deutschen Marktes von knapp 19 Prozent:
| Verbrenner-Verkäufe 2025 | BEV-Verkäufe 2025 | BEV-Anteil 2025 | |
| Opel Corsa | 48.581 | 6.804 | 14% |
| Opel Astra | 34.928 | 2.050 | 6% |
| Opel Mokka | 20.740 | 1.985 | 10% |
| Opel Grandland | 18.557 | 3.243 | 17% |
| Opel Frontera | 10.757 | 3.428 | 32% |
| Weitere | 2.626 | 885 | 34% |
| Opel gesamt | 136.189 | 18.395 | 14 % |
Nach den KBA-Zahlen der letzten Jahre war der Gesamtabsatz von Opel im letzten Jahr ziemlich enttäuschend; auch bei den BEV-Verkäufen und BEV-Anteilen zeigt sich kein einheitlicher Trend nach oben:
| 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | |
| Opel-Verkäufe | 146.219 | 161.852 | 144.588 | 144.901 | 147.833 | 136.189 |
| BEVs | 6.963 | 18.010 | 29.297 | 27.765 | 7.633 | 18.395 |
| BEV-Quote | 5% | 11% | 21% | 19% | 5% | 14% |
Unter dem Strich
Vom Frontera bis zum Grandland, vom Corsa bis zum Zafira: Opel bietet jede seiner Baureihen auch elektrisch an. Doch die Kundschaft findet die Elektromodelle nur mittelmäßig attraktiv. Und das können wir nachvollziehen: Richtig spannend sind für uns nur zwei Modelle: die reichweitenstarke 700-km-Version des Grandland und der Elektro-Frontera, der viel Innen- und Kofferraum für wenig Geld bietet.
Beide basieren auf neuen Plattformen: STLA Medium im Fall des Grandland und die Stellantis Small Car Family beim Frontera. Die übrigen Autos beruhen noch auf alten Architekturen, EMP2 beim Astra und CMP beim Corsa sowie beim Mokka. Es wird also höchste Zeit für Modelle auf den neuen STLA-Plattformen.
STLA Small als Basis für den kommenden Corsa und Mokka Electric dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen, wie die jüngsten Designstudien von Peugeot und Citroen vermuten lassen. Der Elektro-Manta dagegen wurde um mindestens fünf Jahre verschoben, wie nun klar wird. Offenbar haben die volumenstarken kleineren Modelle Vorrang vor den Prestigeprojekten.








