VW Bulli auf der Bremen Classic 2026: Einmal Schiene, einmal Stecker

VW Nutzfahrzeuge zeigt in Bremen eine ultra-seltene T1-Draisine und einen elektrifizierten Samba-Bus

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Die Bremen Classic Motorshow ist traditionell der erste große Pflichttermin des Jahres im Kalender eines jeden Oldtimer-Fans. Wenn sich Ende Januar wieder die Tore der Messehallen öffnen, lohnt es sich sicher auch mal bei Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer (VWNO) in Halle 5 vorbeizuschauen. Denn die Hannoveraner bringen zwei Exponate mit, die gegensätzlicher kaum sein könnten: Einen T1, der Zug fährt, und einen, der summt.

Der T1 für die Schiene: Klv 20 Draisine

Ein Highlight für Technik-Nerds und Kuriositäten-Freunde dürfte der Klv 20 sein. Hinter dem bürokratischen Kürzel (steht für "Kleinwagen mit Verbrennungsmotor") verbirgt sich eine der wohl seltensten Bulli-Varianten überhaupt.

Das Fahrzeug wurde 1955 für die Deutsche Bundesbahn gebaut. Die Basis bildete eine T1 Kombi-Karosserie, die jedoch nicht auf ein Straßenfahrgestell, sondern auf einen speziellen geschweißten Hauptrahmen für den Schienenbetrieb gesetzt wurde. Statt Lenkrad und Gummireifen gibt es Spurkränze und sturen Geradeauslauf.

VW T1 Bulli Draisine Klv 20

Die technischen Fakten zum Klv 20:

Motor: Benzin-Boxer in Industrieausführung
Leistung: 21 kW (28 PS)
Getriebe: Mechanisches Viergang-Getriebe
Stückzahl: 30 Exemplare
Der Clou an der Konstruktion: Da man auf Schienen schlecht wenden kann, verfügt der Klv 20 über eine mechanische Hebevorrichtung. Damit konnte der Bulli vor Ort angehoben und auf der Stelle gedreht werden - essenziell für Inspektionsfahrten auf eingleisigen Strecken. Die Draisine, die bis in die 1970er-Jahre im Einsatz war, wird in Bremen stilecht auf eigens verlegten Gleisen präsentiert.

Restomod ab Werk: Der e-BULLI

Während der Klv 20 ein Stück Industriegeschichte ist, zeigt der e-BULLI, wie sich VW die Brücke zwischen Klassik und Moderne vorstellt. Puristen müssen jetzt stark sein, denn Basis für dieses Projekt ist ein originaler Samba-Bus von 1966.

Statt des klassischen Boxers im Heck arbeitet hier nun Technik aus dem aktuellen VW-Regal. VWNO hat Komponenten aus dem e-up! und der ID.-Familie (u.a. ID.3) in den Oldtimer verpflanzt.

VW e-Bulli als Samba-Restomod

Die Daten des e-BULLI im Vergleich:

Leistung: 61 kW (83 PS) - fast doppelt so viel wie der originale 44-PS-Boxer.
Drehmoment: 212 Nm
Batterie: 58 kWh Kapazität.
Laden: Bis zu 100 kW Ladeleistung (CCS).
Damit der Samba mit der Mehrleistung nicht überfordert ist, wurden Fahrwerk und Bremsen umfassend angepasst. Optisch erkennt man den Restomod an der Lackierung in "Energetic Orange", modernen LED-Scheinwerfern und einem Innenraum mit Echtholz-Parkettboden in Schiffsoptik.

Benzingespräche am Beck's Bus

Wer nach so viel Schienen- und Elektro-Technik wieder etwas Klassisches braucht, findet auf dem über 400 Quadratmeter großen Stand in Halle 5 den bekannten "Beck's Bus". Der T1 aus dem Jahr 1964 dient als Treffpunkt für Fachgespräche mit den Experten von VW Nutzfahrzeuge Oldtimer - stilecht mit einem Bier aus der Hansestadt.

Die Bremen Classic Motorshow findet von 30. Januar bis 1. Februar 2026 statt.

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Autor: Stefan Wagner