Supertest 2025: Der Real-Verbrauch von 12 neuen Elektroautos

Wir haben 12 neue Modelle rund um Rom auf Verbrauch, Reichweite und Kosten hin getestet. Hier sind die Ergebnisse

InsideEVs.de: Elektroautos, Plug-in-Hybride: News, Tests

Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

Wie viele Kilometer schafft er denn?

Das ist die häufigste Frage, wenn es um Elektroautos geht. Doch obwohl die Reichweite wichtig ist, ist sie nicht immer der entscheidende Faktor. Wenn es sich nicht um Modelle für die Langstrecke handelt, sollte die theoretische Reichweite nicht das einzige Kriterium für die Kaufentscheidung sein.

Um die Reichweite zu erhöhen, sind größere Batterien erforderlich, was den Preis des Autos, den Verbrauch und die Ladekosten in die Höhe treibt. Bei kompakten Elektroautos, die eher für die Stadt oder den Weg zur Arbeit genutzt werden, sollte daher die Effizienz - also der Verbrauch in kWh pro 100 Kilometer - im Fokus stehen.

Aus diesem Grund drehen wir in der fünften Ausgabe von "From 100% to 5%" - dem größten Effizienz-Vergleichstest von Elektroautos in Europa - den Spieß um. Wir haben die neuesten und erschwinglichsten Modelle auf dem Markt nach Preis, Größe und Batteriekapazität ausgewählt. Dann haben wir gemessen, wie viel sie im realen Verkehr verbrauchen und wie viel es kostet, 100 Kilometer mit ihnen zurückzulegen.

Die Unabhängigkeit unseres Tests wurde erneut durch unsere Sponsoren gewährleistet, denen wir an dieser Stelle danken möchten: Plenitude als offizieller Charging Partner, sowie Pirelli und Ayvens.

Die Ergebnisse finden Sie im Video und am Ende des Artikels.

So funktioniert der Test

Unsere Teststrecke ist nach wie vor die Autobahn A90 - besser bekannt als der Grande Raccordo Anulare (GRA) -, eine 68 km lange Stadtautobahn rund um Rom. Mit Geschwindigkeitsbegrenzungen zwischen 110 und 130 km/h, aber häufigen Staus, bietet sie eine realistische Simulation unterschiedlichster Verkehrsbedingungen.

Die Regeln des Tests
  • Die Autos fahren in Kolonne und halten sich dabei an die Geschwindigkeitsbegrenzungen und den Verkehrsfluss
Gestartet wird mit zu 100 % geladener Batterie
Die Klimatisierung ist auf 22 Grad und "Auto" eingestellt
Gefahren wird im Fahrmodus "Normal" oder "Standard"
Die Rekuperation ist auf mittlerem oder "Standard"-Level eingestellt
Es fährt ein Fahrer pro Auto
Wenn 5 % der verbleibenden Ladung erreicht sind, verlässt das Auto die Autobahn an der ersten verfügbaren Ausfahrt, der Fahrer führt die Messungen durch und lädt dann wieder auf
Die Autos sind mit Sommerreifen ausgestattet

Die 12 Elektroautos im Test

Wir haben die aktuell interessantesten kompakten Elektroautos ausgewählt - darunter Modelle aus den Segmenten A und B (Stadtautos) sowie Fahrzeuge aus dem C-Segment. Für jedes Modell haben wir die Standard Range-Version mit der kleinsten zum Testzeitpunkt verfügbaren Batterie angefordert.

Bei einigen kürzlich eingeführten Modellen, wie dem Ford Explorer und dem Skoda Elroq, war die Standard-Range-Version noch nicht erhältlich. Daher haben wir uns für die Long Range-Varianten entschieden - in dem Bewusstsein, dass sie eine größere Reichweite als die anderen Fahrzeuge bieten würden. Aus diesem Grund haben wir diese beiden Modelle in den Ergebnissen zur Reichweite separat betrachtet.

Hier ist die vollständige Liste der getesteten Fahrzeuge, deren technische Daten Sie im Video finden:

Für jedes Auto haben wir mit unserem Partner Pirelli vor der Abfahrt überprüft, dass der Reifendruck den vom Hersteller angegebenen Werten entspricht und dass die vorgegebenen Reifen montiert sind. Speziell für Elektroautos entwickelte Reifen mit geringem Rollwiderstand können die Effizienz nämlich um bis zu 7 % beeinflussen.

ModellReifen-Dimensionen
Alfa Romeo Junior215/55 R18 99V
Citroen e-C3205/50 R17 93V
Ford Explorer235/50 R20 XL 104H - 255/45 R20 XL 105H
Hyundai Inster205/45 R17 88V
Kia EV3215/60 R17 96V
Lancia Ypsilon205/45 R17 89H
MINI Aceman225/45 R18 95H
Omoda 5 EV215/55 R18 99H
Renault 5195/55 R18 93H
Skoda Elroq235/50 R20 100T
smart #1235/50 R18 101V
Volvo EX30225/55 R18 102V XL

Die Ergebnisse: Verbrauch

Im Vergleich zu den vorherigen Ausgaben dieses Tests haben wir uns in diesem Jahr mit weniger Verkehr rumplagen müssen. Entsprechend konnte der Konvoi eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit von 90 km/h halten. Für den Verbrauch ist das natürlich nicht unbedingt förderlich. Die Wetterbedingungen hingegen waren günstig: Mit einer Durchschnittstemperatur von 15 Grad herrschten für den Monat Januar außergewöhnliche Bedingungen.

Wie aus der Tabelle ersichtlich ist, war das sparsamste Fahrzeug der Lancia Ypsilon, gefolgt vom Mini Aceman sowie dem Hyundai Inster. Auf den Plätzen: Kia, Alfa, Skoda, Renault, Omoda und Ford.

Das Schlusslicht der Rangliste bilden der Volvo EX30, der Citroën e-C3 und der smart #1, die als einzige mehr als 20 kWh/100 km verbrauchten. Bei der Bewertung dieser Daten ist es wichtig, die Leistung der Fahrzeuge zu berücksichtigen: Einige Modelle wie der smart #1 und der Volvo EX30 erreichen fast 300 PS, während andere weniger als die Hälfte an Output in die Waagschale werfen.

Zudem spielt die Karosserieform eine große Rolle: Das effizienteste Auto, der Lancia Ypsilon, ist zugleich das niedrigste. Der smart #1 und der Ford sind dagegen die Fahrzeuge, die am höchsten bauen.

ModellTestverbrauch GRALeistungGewichtNetto-Kapazität Batterie
Lancia Ypsilon15,9 kWh/100 km156 PS1.591 kg48,1 kWh
MINI Aceman16,1 kWh/100 km184 PS1.720 kg38,5 kWh
Hyundai Inster16,4 kWh/100 km115 PS1.428 kg46 kWh
Kia EV317,0 kWh/100 km204 PS1.750 kg55 kWh
Alfa Junior17,5 kWh156 PS1.620 kg50,8 kWh
Skoda Elroq18,2 kWh/100 km286 PS2.119 kg77 kWh
Renault 519,0 kWh/100 km150 PS1.460 kg52 kWh
Omoda 5 EV19,2 kWh/100 km204 PS1.785 kg61 kWh
Ford Explorer19,3 kWh/100 km286 PS2.102 kg77 kWh
Volvo EX3020,5 kWh/100 km272 PS1.830 kg49 kWh
Citroen e-C320,6 kWh/100 km113 PS1.491 kg44 kWh
smart #121,9 kWh/100 km272 PS1.780 kg47 kWh

Die Ergebnisse: Reichweite

Bei der Reichweite basieren die Zahlen in der Tabelle und im Video auf einer Hochrechnung der Ergebnisse bis zur vollständigen Entladung der Batterie (von 100 % auf 0 %). So können unsere Messwerte direkt mit der WLTP-Homologationsreichweite verglichen werden.

Die Skoda Elroq und der Ford Explorer wurden - wie bereits erwähnt - gesondert betrachtet, da es sich um Long Range-Versionen handelt. Wie erwartet überschreiten beide die 400-Kilometer-Marke.

Ein sehr gutes Ergebnis erzielte die Kia EV3, der mit seiner 55-kWh-Batterie über 300 km Reichweite erzielen konnte. Ähnlich positiv schnitt der Omoda 5 EV ab, der mit seiner 61-kWh-Batterie ebenfalls über 300 km weit kam.

Am unteren Ende der Rangliste befinden sich der smart #1 und der Citroën e-C3, die nur knapp über 200 km Reichweite erzielten.

ModellReichweite (100-0%)Runden auf dem GRAReichweite WLTPDifferenz in % zu WLTPNetto-Kapazität Batterie
Kia EV3323 km4,5436 km-26%55 kWh
Omoda 5 EV318 km4,4430 km-26%61 kWh
Lancia Ypsilon302 km4,2402 km-25%48,1 kWh
Alfa Romeo Junior298 km4,0410 km-29%50,8 kWh
Hyundai Inster281 km3,9370 km-24%46 kWh
Renault 5274 km3,8410 km-33%52 kWh
Volvo EX30239 km3,3344 km-30%49 kWh
MINI Aceman239 km3,3310 km-23%38,5 kWh
smart #1215 km3,0310 km-31%47 kWh
Citroen e-C3214 km3,0320 km-33%44 kWh
ModellReichweite (100-0%)Runden auf dem GRAReichweite WLTPDifferenz in % zu WLTPNetto-Kapazität Batterie
Skoda Elroq422 km5,9580 km-27%77 kWh
Ford Explorer400 km5,6602 km-34%77 kWh

Die Kosten pro 100 Kilometer

Aber wie viel kostet es denn nun, mit diesen Autos 100 Kilometer weit zu fahren? Wir haben die Berechnungen für drei Szenarien durchgeführt:

Laden zu Hause, Laden an einer öffentlichen Ladesäule in der Stadt und Laden an einer Schnellladestation, wie sie meist an Autobahnen zu finden ist.
Für das Laden zu Hause haben die italienischen Kollegen einen durchschnittlichen Strompreis von 29 Cent pro kWh angesetzt.
Für das Laden an öffentlichen Ladesäulen haben sie marktübliche italienische Durchschnittspreise pro kWh verwendet: 65 Cent/kWh für normale Ladesäulen und 90 Cent/kWh für Schnellladestationen.

ModellKosten fürs Vollladen (zu Hause)Kosten fürs Vollladen (AC-Ladesäule)Kosten fürs Vollladen (DC-Ladesäule)Kosten pro 100 km (zu Hause)Kosten pro 100 km (AC-Ladesäule)Kosten pro 100 km (DC-Ladesäule)Listenpreis des Fahrzeugs
Alfa Romeo Junior15,70 Euro35,10 Euro48,60 Euro5,10 Euro11,40 Euro15,80 Euroab 39.500 Euro
Citroen C313,10 Euro29,30 Euro40,50 Euro6,00 Euro13,40 Euro18,50 Euroab 23.300 Euro
Ford Explorer23,80 Euro53,30 Euro73,80 Euro5,60 Euro12,50 Euro17,30 Euroab 48.150 Euro
Hyundai Inster14,20 Euro31,90 Euro44,10 Euro4,70 Euro10,60 Euro14,70 Euroab 30.100 Euro
Kia EV316,90 Euro37,90 Euro52,50 Euro4,90 Euro11,10 Euro15,30 Euroab 35.950 Euro
Lancia Ypsilon14,80 Euro33,20 Euro45,90 Euro4,60 Euro10,30 Euro14,30 Euroab 35.399 Euro
MINI Aceman12,30 Euro27,60 Euro38,30 Euro4,70 Euro10,50 Euro14,50 Euroab 30.650 Euro
Omoda 5 EV18,60 Euro41,60 Euro57,60 Euro5,60 Euro12,50 Euro17,30 Euroab 36.490 Euro
Renault 516,00 Euro35,80 Euro49,50 Euro5,50 Euro12,40 Euro17,10 Euroab 34.400 Euro
Skoda Elroq23,80 Euro53,30 Euro73,80 Euro5,30 Euro11,90 Euro16,40 Euroab 43.900 Euro
smart #114,20 Euro31,90 Euro44,10 Euro6,30 Euro14,20 Euro19,70 Euroab 36.990 Euro
Volvo EX3014,80 Euro33,20 Euro45,90 Euro5,90 Euro13,30 Euro18,40 Euroab 39.790 Euro

Fazit

Die Leistung des Lancia Ypsilon zeigt, dass Karosseriehöhe und Bodenfreiheit eine entscheidende Rolle für die Energieeffizienz spielen. Zudem bestätigt sich, dass die CMP-Plattform sparsam mit Energie umgeht, obwohl sie nicht als reine Elektroarchitektur konzipiert wurde.

Der Mini Aceman basiert hingegen auf einer reinen Elektroplattform, die in Zusammenarbeit mit Great Wall entwickelt wurde und ebenfalls mit einem niedrigen Verbrauch überzeugt.

Zudem beweisen Kia und Hyundai erneut, dass sie in der Lage sind, effiziente Elektroautos zu bauen.

Weitere wichtige Faktoren sind - wie bereits erwähnt - die Leistung der Fahrzeuge sowie ihr Fahrverhalten, insbesondere die Abstimmung der Leistungsentfaltung. Eine spontanere oder verzögerte Leistungsabgabe kann unbewusst das Fahrverhalten und den Verbrauch beeinflussen.

Im Allgemeinen hat die relativ hohe Durchschnittsgeschwindigkeit, die wir in diesem Jahr fahren konnten, den Modellen mit guter Aerodynamik Vorteile verschafft und die Fahrzeuge mit einer eher städtischen oder Kurzstrecken-Auslegung die Performance so ein bisschen verhagelt.

Nicht alle Ergebnisse sind direkt mit den technischen Spezifikationen in Verbindung zu setzen, da einige Fahrzeuge mit leistungsstärkeren Motoren und höherem Gewicht weniger verbrauchen konnten als das ein oder andere leichtere und weniger leistungsstarke Modell.

Schließlich konnten Modelle mit einer größeren Batterie (und damit einem höheren Gewicht) unabhängig von der Reichweite dank einer effizienten Energienutzung weniger Energie verbrauchen als manch leichteres Fahrzeug.

© InsideEVs.de
Autor: Lorenzo Curatti