Den Alpine A390 gibt es ab 67.500 Euro. Das ist der Preis für die Basisversion GT mit 295 kW Systemleistung, die ab 7. November bestellbar ist. Der 345 kW starke GTS soll ab Anfang 2026 für 78.000 Euro bestellbar sein. Die ersten Fahrzeuge rollen Ende 2025 in die Läden, die ersten Auslieferungen sind für Anfang 2026 geplant. Das gab Alpine nun offiziell bekannt.
Bei den Bestellungen kommen zunächst die Inhaberinnen und Inhaber des A390-Première-Passes zum Zuge. Ab dem 21. November werden die Auftragsbücher dann auch für alle anderen geöffnet. Von einer Premiere Edition ist nicht mehr die Rede; offenbar sind die angebotenen Versionen alles normale Serienmodelle.
Erstmals vorgestellt wurde der Alpine A390 bereits im Mai 2025. Der zu Renault gehörende Hersteller spricht von einem elektrisch angetriebenen Sport-Fastback. Mit 4.615 mm Länge, 1.885 mm Breite und 1.532 mm Höhe ordnet sich der Wagen laut Alpine ins C-Segment ein.
Antriebe und Akku
Zwei Allradler mit stets drei Elektromotoren und aktivem Torque Vectoring werden angeboten. Dazu kommt immer der gleiche 89-kWh-Akku für bis zu 555 km Reichweite. Hier sind die wichtigsten Daten der beiden Varianten:
| Modell | A390 GT | A390 GTS |
| Antrieb | AWD 295 kW (98,3 kW & 2 x 98,3 kW) |
AWD 345 kW (115 kW & 2 x 115 kW) |
| Drehmoment | 661 Nm (239 Nm & 2 x 211 Nm) |
824 Nm (300 Nm & 2 x 262 Nm) |
| 0-100 km/h / Höchstgeschwindigkeit | 4,8 Sek. / 200 km/h | 3,9 Sek. / 220 km/h |
| WLTP-Verbrauch | 18,7-19,8 kWh | 19,8-20,4 kWh |
| Batterie | 89 kWh | 89 kWh |
| WLTP-Reichweite | 545-555 km | 500-515 km |
| Max. Ladeleistung AC/DC | 11 (optional 22 kW) / 150 kW | 11 (optional 22 kW) / 190 kW |
| DC-Ladedauer (15-80 %) | ca. 29 min | ca. 25 min |
| Basispreis | 67.500 Euro | 78.000 Euro |
Der A390 basiert auf der Plattform AmpR Medium alias CMF-EV, die auch den elektrischen Renault Megane und Scenic sowie den Nissan Ariya und den neuen Nissan Leaf trägt. Der kurze Radstand von 2.708 mm soll für Agilität sorgen, die verbreiterte Spur mehr Stabilität ergeben. Eine große Heckklappe vereinfacht das Beladen. Der Kofferraum fasst 532-1.643 Liter.
Für den Antrieb sorgen ein elektrisch erregter Synchronmotor vorn und zwei permanenterregte Synchronmotoren hinten. Vermutlich wird der elektrisch erregte Motor (EESM) an der Vorderachse stromlos abgeschaltet, wenn nicht die ganze Power gebraucht wird.
Technische Daten der beiden A390-Varianten als PDF zum DownloadDie beiden PSMs hinten ermöglichen das Alpine Active Torque Vectoring (AATV). Dabei wird in der Kurve das kurvenäußere Hinterrad stärker angetrieben, was das Eindrehen erleichtert. Es gibt fünf Fahrmodi (Save, Normal, Sport, Perso, Track), die auch das Torque Vectoring beeinflussen. Eine Overtake-Funktion liefert für bis zu zehn Sekunden zusätzliche Leistung; die Instrumente zeigen die verbleibende Zeit an. Eine Launch Control ist ebenfalls vorhanden. Die Rekuperation ist in vier Stufen einstellbar, bis hin zum One-Pedal-Driving.
Als Energiespeicher kommt eine 89-kWh-Batterie mit NMC-Chemie (Nickel-Mangan-Cobalt) zum Einsatz, wobei erstmals in Frankreich produzierte Zellen verwendet werden. Die Zellen kommen von Partner Verkor, der sie in Dunkerque (bei Calais) fertigt.
Aufgrund der hohen Leistung der drei Motoren von bis zu 345 kW muss die Batterie viel Strom abgeben. 345 kW, geteilt durch 400 Volt sind 862 Ampere, doch laut Alpine sollen es bis zu 1.200 Ampere sein. Dazu bekam der Akku eine besonders effektive Kühlung, so der Hersteller. Eine Wärmepumpe ist Serie. Über den Touchscreen kann man die Batterie durch Aufheizen auf maximale Leistung vorbereiten oder die Temperatur nach einem Rennstrecken-Einsatz wieder senken.
Die Reichweite beträgt bis zu 555 km (WLTP) mit 20-Zoll-Rädern bzw. 520 km mit 21-Zoll-Rädern. Aufgeladen wird mit bis zu 190 kW, was das Aufladen von 15 auf 80 Prozent in unter 25 Minuten ermöglichen soll. Wenn man davon ausgeht, dass 89 kWh die Nettokapazität sind, errechnet sich daraus eine Ladegeschwindigkeit von 89 kWh * 0,65 / 25 = 2,3 kWh/min - ein sehr guter Wert für ein 400-Volt-Auto. Die besten MEB-Modelle des VW-Konzerns erreichen nur 2,1 kWh/min. Außerdem kann mit 11 kW Wechselstrom geladen werden, optional sind 22 kW möglich. Bidirektionales Laden wird ebenfalls unterstützt.
Das Exterieur
Die Optik bleibt dicht an der Studie A390_β vom Oktober 2024. Charakteristisch sind die schlitzartigen Tagfahrlichter und die illuminierten kleinen Dreiecke ("Cosmic Dust") an der Front, während sich die Scheinwerfer eine Etage tiefer in dunklen Lufteinlässen verstecken - ein Designkniff, den wir bei neuen Modellen häufig sehen. Auch am Heck fallen kleine Dreiecke ins Auge, dazu kommen eine rote Lichtleiste und ein illuminierter Markenschriftzug. Eine kleine Lippe unter der Heckscheibe erhöht den Abtrieb hinten. Außerdem bemerkenswert: Anders als beim A290 gibt es versenkte Griffe.
Sechs Karosseriefarben sind erhältlich: zwei Blau-Töne, Schwarz, Silber, Grau und Weiß. Das Dach gibt es in Karosseriefarbe oder in kontrastierendem Schwarz. Immer glänzend schwarz sind die umlaufenden Leisten am unteren Rand der Karosserie sowie die Radlaufverkleidungen. Dazu kommen Räder in 20 oder 21 Zoll.
Das Cockpit
Im fahrerorientierten Cockpit gibt es ein 12,3-Zoll-Instrumentendisplay und einen 12-Zoll-Touchscreen. Das Lenkrad kennen wir bereits von den offiziellen Erlkönigbildern, die Alpine vor einem Monat veröffentlichte. Es bietet Tasten für Fahrmodi, Rekuperation (in Blau, "RCH" für Recharge) und einen Boost-Knopf (in Rot, "OV" für Overtake). Für die Getriebemodi N/P, D und R gibt es große Knöpfe, die in die hoch bauende Mittelkonsole integriert sind.
Das Infotainmentsystem basiert auf Android Automotive und bietet Google-Dienste inklusive der Sprachbedienung Google Assistant. Alpine verspricht auch eine Laderoutenplanung mit automatischer Vorkonditionierung des Akkus. Wie beim Alpine A290 bietet das System auch eine Fahrdatenanalyse, ein Coaching fürs dynamische Fahren und diverse "Challenges" (zum Beispiel schnelles Beschleunigen). Ein Devialet-Audiosystem ist verfügbar; dieses System gibt auch die künstlichen Fahrgeräusche wieder.
Ausstattung
Der A390 GT hat 20-Zoll-Aluräder und elektrisch verstell- sowie beheizbare Sportsitze, eine Lenkradheizung, ein Rundumsicht-System sowie das Audiosystem von Devialet. Beim GTS werden 21-Zoll-Schmiederäder montiert, zudem gibt es Sabelt-Schalensitze mit elektrischer Verstellung, Heiz- und Massagefunktion sowie ein besseres Audiosystem, ein Telemetrie-System und ein Fahr- und Park-Paket (teilautonomes Fahren und automatisches Parken). Es gibt bereits eine komplette Preisliste:
Preisliste zum Alpine A390 als PDF zum DownloadDer A390 ist das zweite Modell der "Dream Garage" von Alpine nach dem A290 und wird in Dieppe (an der Küste der Normandie) gefertigt. Alle Elektromotoren werden in Nordfrankreich südlich von Rouen in Cléon produziert.
Unter dem Strich
Die Besonderheit des Alpine A390 ist der stets dreimotorige Antrieb inklusive Torque Vectoring, der den Wagen besonders agil machen soll. In diesem Segment fällt uns kein anderes Elektroauto ein, das drei Motoren besitzt. Zu den Konkurrenten dürften gehören: der Polestar 2 (bis 350 kW), das Tesla Model 3 (in der Performance-Version mit 3,1-Sekunden-Sprint), der Mercedes CLA EQ (weniger sportlich, aber schneller beim Laden) und der BMW i4 (Topversion mit 3,9-Sekunden-Sprint). Die Preise beginnen bei 67.500 Euro und sind damit nicht gerade günstig - wir hatten mit rund 60.000 Euro gerechnet.








