Elektrischer Alpine A110 basiert auf Plattform des R5 Turbo 3E

An den Proportionen des nur 4,18 m langen und 1,25 m hohen Sportflitzers soll sich wenig ändern, verspricht der Alpine-Chef.

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Alpine plant nach dem Elektro-Kleinwagen A290 und dem Kompakt-Crossover A390 bekanntlich eine Elektroversion des A110. Während die bisherigen Alpine-Stromer auf den Plattformen AmpR Small bzw. AmpR Medium der Renault-Nissan-Kooperation aufsetzen, soll sich der Elektro-A110 die Architektur mit dem Renault 5 Turbo 3E teilen. Das verriet nun Markenchef Philippe Krief.

Bisher war bekannt, dass der Verbrenner-A110 im Sommer 2026 ausläuft. Als Nachfolger soll es einen Elektro-A110 geben, der 2026 vorgestellt wird. Der Wagen soll auf einer neuen Elektroauto-Plattform namens Alpine Performance Platform (APP) basieren. Diese wurde von Alpine selbst für eigene Performancemodelle entwickelt.

Alpine-CEO Krief sagte nun gegenüber Autocar, dass der Wagen damit ähnlich niedrig wird wie das aktuelle Verbrenner-Modell, das nur 1,25 Meter hoch ist. Während der Verbrenner stets ein Sportcoupé mit zwei Sitzen ist, soll es die Elektroversion als Coupé, Cabrio und als Langversionen dieser beiden Karosserieformen mit 2+2 Sitzen geben. Die Langversionen sollten ursprünglich die Bezeichnung A310 tragen. Auf den Markt kommen soll das Auto 2027. 

Neu ist, dass sich der Elektro-A110 die Plattform und auch die wichtigsten Komponenten mit dem Renault 5 Turbo 3E teilen wird, der ebenfalls 2027 starten soll. Das neue Elektroauto wird unverändert die Bezeichnung A110 tragen und nur geringfügig größer sein als der 4,18 Meter lange Verbrenner. Am Design mit den vier Rundscheinwerfern soll sich wenig ändern. Der Stil soll jedoch futuristischer werden und den Retro-Touch verlieren.

Renault 5 Turbo 3E (2025)

Wie beim Renault 5 Turbo 3E wird die Batterie nicht als Platte im Boden liegen, sondern hinter den Insassen platziert. Das ermöglicht eine Gewichtsverteilung wie bei einem Mittelmotorsportler und eine geringe Höhe. Der Akku soll 70 kWh bieten und damit deutlich mehr Speicherkapazität als die 52-kWh-Batterie aus dem normalen R5. Damit sollen etwa 480 km am Stück möglich sein.

Die Leistung soll laut dem Bericht höher sein als beim Auslaufmodell A110 R Ultime (unser Titelbild), das 254 kW bietet. Für den Antrieb sorgen "zwei hinten montierte Elektromotoren", schreibt die britische Autozeitschrift, möglich wären aber auch zwei Radnabenmotoren hinten wie beim R5 Turbo 3E. Dieser soll mit seinen rund 400 kW in weniger als 3,5 Sekunden auf Tempo 100 sprinten. Da die Plattform flexibel ist, wäre auch ein Allradmodell mit vier Radnabenmotoren möglich.

Der R5 Turbo 3E soll 155.000 Euro kosten. Wenn der A110 eine ähnliche Technik erhält, dürfte er auch ähnlich teuer werden. Krief will offenbar mit Alpine in neue Preisregionen vorstoßen und nennt den Porsche 911 als Leitbild. Die Alpine-Kundschaft scheut offenbar vor hohen Preisen nicht zurück - teure Varianten wie das Auslaufmodell A110 R Ultime für 330.000 Euro verkaufen sich offenbar gut. 

Unter dem Strich

Den Alpine A290 gibt es ab 39.000 Euro, den A390 ab 67.500 Euro, und der A110 soll offenbar noch wesentlich teurer werden. Der Elektro-Sportler soll wohl ähnlich verrückt werden wie der R5 Turbo 3E mit seinen rund 400 kW. Wenn das Auto deutlich teurer werden soll als der A390, der je nach Version 294 oder 346 kW bietet, dürfte er auch mehr Leistung haben. Insofern wären 400 kW wie beim R5 Turbo 3E nicht undenkbar. Der Artikel von Autocar liest sich so, als wären zwei Zentralmotoren wahrscheinlicher als zwei Radnabenmotoren, aber für plausibler halten wir Letzteres.  

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Autor: Stefan Leichsenring