Kia EV2: Neuer Stadt-Stromer bekommt kleinere Akkus als der EV3

Zum Antrieb und zu den Preisen hält sich Kia noch bedeckt, aber die Reichweiten betragen 317 bzw. 448 km.

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Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

Als Studie kannten wir den Kia EV2 schon, das Serienmodell steht nun auf dem Brüsseler Autosalon. Als Einstiegs-Stromer konzipiert, soll er einen günstigen Preis mit Alltagstauglichkeit verbinden - er soll sich auch als einziges Fahrzeug eignen, nicht nur als Zweitauto, so Kia.

Das kleine Elektro-SUV unterhalb des EV3 bietet bis zu 446 km WLTP-Reichweite, eine Laderoutenplanung, Plug & Charge und bidirektionales Laden. Außerdem zeigt Kia in Brüssel den EV3 GT, den EV4 Hatchback GT und den EV5 GT.

Kia EV2 (2026)

Maße und Exterieur

Mit 4,06 Metern ist der EV2 gleich 24 cm kürzer als der EV3, beim Radstand beträgt der Unterschied aber nur elfeinhalb Zentimeter. Auch die Breite ist etwas geringer. Der Kofferraum ist bei aufgeklappten Rücksitzen gar nicht so viel kleiner als beim großen Bruder; zum Maximalvolumen gibt es noch keine Angaben. Auch einen Frunk besitzt der EV2; auch hier fehlen aber noch Angaben zum Volumen.

  Länge Breite Höhe Radstand Kofferraum
Kia EV2 4.060 mm 1.800 mm 1.575 mm 2.565 mm 403 Liter (4-Sitzer)
Kia EV3 4.300 mm 1.850 mm 1.560 mm 2.680 mm 460-1.251 Liter

Die Optik ist ähnlich wie bei der Designstudie: Das Auto wirkt kastenartig, was dem Innenraumangebot zugutekommen dürfte. Die extravagante "Star Map"-Lichtsignatur fällt ähnlich aus wie bei den übrigen "EV"-Modellen von Kia. Die schwarz hervorgehobenen Radhäuser verleihen ihm eine robuste Optik; obendrein dürften die Beplankungen im Stadtgetümmel vor Beschädigungen schützen. Am Heck betonen die an den äußeren Kanten positionierten Rückleuchten die Breite.

Der ebenfalls gezeigte EV2 GT-Line soll eine noch ausdrucksstärkere, lifestyleorientierte Optik bieten. Hier gibt es andere Stoßfänger vorn und hinten, farblich abgestimmte Zierelemente, Seitenschwellerdetails und spezielle Felgen.

Interieur

Der Innenraum soll für eine ruhige Atmosphäre inmitten des Stadttrubels sorgen. Die Monitorlandschaft fällt ähnlich aus wie bei den anderen Kia-Stromern: Es gibt zwei 12,3-Zoll-Displays, zwischen denen noch ein kleines 5-Zoll-Bedienfeld für die Klimasteuerung integriert ist. Die Ambientebeleuchtung zieht sich bis in die Türen hinein. Beim Blinken leuchtet auch diese Lichtlinie periodisch auf.

Bilder von: Kia

Trotz seiner kompakten Abmessungen soll der Kia EV2 beim Innenraum mit größeren Fahrzeugen mithalten können. Dafür gibt es optional verschiebbare Rücksitze. Neben einem Fünfsitzer mit fester Rückbank wird ein Viersitzer mit verschiebbarer Fondbank angeboten. Beim Viersitzer lassen sich die beiden Rücksitze einzeln um 73 mm verschieben; zudem kann die Neigung der Rückenlehnen eingestellt werden. Die Kofferraumvolumina unterscheiden sich: Beim 5-Sitzer sind es 362 Liter, beim 4-Sitzer 403 Liter - wenn die Sitze ganz nach vorn geschoben werden. Zum Maximalvolumen gibt es noch keine Angaben.

Antrieb und Akkus

Technische Basis ist wie beim EV3 und 4 die Plattform E-GMP. Zu den Antrieben verrät Kia erstaunlicherweise noch kein Wort. Ob der gleiche 150-kW-Fronantrieb wie beim EV3 und EV4 eingesetzt wird, bleibt deswegen offen. Dem muss nicht unbedingt so sein, denn die beiden angebotenen Batterien fallen kleiner aus. Statt 58 und 81 kWh brutto wie beim Kia EV3 speichern sie 42,2 und 61,0 kWh. Damit ist auch die Reichweite deutlich geringer. Statt 436 bzw. 605 km sind hier nur 317 bzw. 448 km nach WLTP möglich.

  Kia EV2 Standard Range Kia EV2 Long Range
Antrieb k.A. k.A.
Akku 42,2 kWh 61,0 kWh
WLTP-Reichweite 317 km 448 km
DC-Ladedauer (10-80 %) 29 min 30 min

Zur maximalen Ladeleistung gibt es noch keine Angaben, aber aufgeladen wird in 29 Minuten (10-80 %) bei der kleinen Batterie und in 30 Minuten beim großen Akku. Mit Wechselstrom sind 11 kW und optional 22 kW möglich - Letzteres eine Neuheit bei Kia.

Ansonsten verrät Kia noch, dass der EV2 ein Anti-Kollisionssystem einen Spurhalteassistenten und den Autobahnassistenten HDA 2 erhält. Auch Totwinkelwarner, Abstandstempomat (ACC), Spurhalteassistent werden angeboten. Sogar fernbedientes Einparken wird unterstützt (Remote Smart Parking Assist, RSPA). Die Standard-Range-Variante rollt auf 16-Zöllern mit Reifen der Größe 205/65 R16, die Long-Range-Version auf 18-Zöllern mit Gummis in der Dimension 215/50 R18 oder 225/45 R19 (GT-Line).

Zudem verspricht Kia einen Routenplaner, Plug & Charge und V2L/V2G-Funktionalität. Auch ein "Kia AI Assistant" ist an Bord. Der Digital Key 2 erlaubt das Entriegeln per Smartphone, OTA-Updates halten die Software aktuell. Außerdem soll es ein Audiosystem von Harman/Kardon und USB-C-Ladeslots mit 100 Watt geben. Der Haustiermodus (der Dog Mode von Tesla lässt grüßen) soll sicherstellen, dass sich der Hund im Fahrzeuginnenraum wohlfühlt.

Die Produktion des Kia EV2 beginnt noch im ersten Quartal 2026 mit dem Standard-Range-Modell, der Long Range und die GT Line folgen im Laufe des Jahres. Die genauen Markteinführungstermine und die Preise wurden noch nicht genannt.

Unter dem Strich

Kia stellt die Serienversion seines neuen Einstiegsmodells EV2 vor. Mit 4,06 Metern Länge tritt er zum Beispiel gegen den Citroen e-C3, den Jeep Avenger, den Mini Aceman und den kommenden VW ID. Cross an. Der Hyundai Inster ist mit nur 3,83 m kürzer - der gehört ja auch ins A-Segment, während der EV2 im B-Segment zu Hause ist.

Die Batterien und damit auch die Reichweiten fallen kleiner als beim EV3 aus. Aber das Long-Rnge-Modell bietet immer noch rund 450 km. Vermutlich wird auch der Antrieb eine Nummer kleiner ausfallen: 100 statt 150 kW wären für ein Stadtauto wohl ausreichend. Und die Preise? Unter 25.000 Euro für Standard Range, unter 30.000 Euro für Long Range, würden wir vermuten. Aber nähere Angaben dürften bald folgen, denn das Auto soll noch im ersten Quartal starten. 

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