Wie angekündigt, stellt Kia auf dem Brüsseler Autosalon nicht nur den neuen EV2, sondern auch die Sportversionen von EV3, 4 und 5 vor. Die neuen GT-Modelle bekommen Allradantriebe mit 215 bzw. 225 kW, dazu simulierte Gangwechsel à la Hyundai Ioniq 5 N und elektronisch gesteuerte Dämpfer.
Natürlich erhalten der EV3 GT, EV4 GT und EV5 GT auch optische Erkennungsmerkmale wie giftgrüne Bremsbacken außen und sportliche Details innen. Die Produktion der drei GT-Modelle soll im zweiten Quartal 2026 starten; die Termine für Bestell- und Marktstart sind noch ungewiss.
Kia EV3 GT und EV4 GT
Während der normale EV3 und EV4 inklusive seiner Fastback-Version einen 150-kW-Frontantrieb haben, erhalten die GT-Versionen einen 215 kW starken Allradantrieb. Der bleibt jedoch auf die Vorderachse konzentriert: Vorn wirken 145 kW, hinten wird eine zusätzliche 70-kW-Maschine eingebaut. Dazu kommt die aus den Long-Range-Versionen bekannte Batterie mit 81,4 kWh. Außerdem besitzen die Sportvarianten elektronisch einstellbare Dämpfer (ECS) mit GT-spezifischer Abstimmung und 20-Zoll-Leichtmetallräder mit Sportreifen.
Ein neuer GT-Fahrmodus sorgt für sportliche Einstellungen bei Kraftverteilung, Lenkung, Fahrwerk und den Display-Anzeigen. Wie beim Kia EV6 GT und Hyundai Ioniq 5 N gibt es auch hier simulierte Gangwechsel (Virtual Gear Shift, VGS) und dazu passende Sounds (Active Sound Design, ASD). Innen gibt es Sportsitze, ein spezielles Dreispeichenlenkrad sowie eine variable, an die Fahrmodi gekoppelte Ambientebeleuchtung. Neonakzente leuchten an den Bremsen und im Innenraum.
Kia EV5 GT
Auch der Kia EV5 bekommt eine GT-Version. Der Allradantrieb mit 225 kW ist noch ein wenig stärker als beim EV3 und 4 GT. Der Grund dafür dürfte sein, dass auch der normale EV5 mit seiner 160-kW-Maschine etwas stärker ist als bei den kleineren Modellen. Vermutlich wird hinten das gleiche 70-kW-Aggregat hinzugefügt wie beim EV3/4 GT.
Auch hier werden elektronisch gesteuerte Dämpfer (ECS) eingebaut, hier jedoch zusammen mit einem Road Preview System, das die Dämpfer bei Schlaglöchern und Ähnlichem anpasst. Außerdem bekommt der EV5 GT eine sportliche Bereifung. GT-exklusive Außendetails, Sportsitze und eine variable Ambientebeleuchtung, die mit den Fahrmodi verknüpft ist, kommen hinzu.
Im Jahr 2022 brachte Kia mit dem 430 kW starken EV6 GT seinen ersten GT-Stromer auf den Markt. Zum Modelljahr 2025 stieg die Leistung auf bis zu 478 kW; damit zog der Kia mit dem Schwestermodell Hyundai Ioniq 5 N gleich. Als zweites GT-Modell kam Ende 2025 der EV9 GT hinzu. Er ist im 374 kW deutlich weniger sportlich ausgelegt, vor allem, wenn man die Größe bedenkt. Mit den drei kommenden Modellen wächst die GT-Riege dann auf fünf Modelle. Ein EV2 GT mit Allradantrieb ist dagegen nicht zu erwarten, weil die Verbundlenker-Hinterachse das technisch ausschließen soll.
Unter dem Strich
Mit den GT-Versionen des EV3, 4 und 5 hat Kia künftig drei kompakte Elektro-Allradler im Angebot. Mit 215 bzw. 225 kW sind sie deutlich stärker als die Fronttriebler, aber auch nicht übermotorisiert - die goldene Mitte sozusagen. Die angekündigten Allradvarianten des Toyota Urban Cruiser und Suzuki eVitara mit nur 135 kW sind arg schwach. Die Allradvarianten des Smart #1 und #3 mit 271 bzw. 315 kW eher übermotorisiert. Kia orientiert sich eher am 230 kW starken BMW iX1 sowie den Kompakt-SUVs auf MEB-Basis mit 210 bzw. 250 kW.
Und die Preise? Ein EV3 Long Range kostet rund 41.000 Euro, ein Smart #1 Pulse etwa 47.000 Euro. Der EV3 GT dürfte wohl dazwischenliegen. Die GT-Version des EV4 wird sich am Preis des EV3 orientieren und rund 2.000 Euro teurer sein. Der EV5 GT-Line kostet schon rund 52.000 Euro. Die Allradversion wird teurer sein, aber wohl nicht viel. Denn den Skoda Elroq RS mit 250 kW gibt es schon ab 53.000 Euro, einen ID.4 4Motion sogar ab etwa 51.000 Euro.








