Elon Musk: Model S und X laufen nächstes Quartal aus

Stattdessen soll der Roboter Optimus in Fremont produziert werden.

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Die beiden Oberklassemodelle Tesla Model S und X werden im nächsten Quartal eingestellt. Das sagte Unternehmenschef Elon Musk bei der Telefonkonferenz zu den Geschäftsergebnissen für 2025 am gestrigen Mittwochabend. 

Der bisher für die Fertigung der beiden Modelle benötigte Teil des Werks im kalifornischen Fremont soll zur Produktion des Roboters Optimus verwendet werden, berichtet Kollege Tim Levin von InsideEVs USA. Damit endet die Produktion der zwei am längsten produzierten Tesla-Modelle. Es sei ein trauriger Moment, sagte Elon Musk, aber es wäre "Zeit, die Model-S- und Model-X-Programme in allen Ehren zu beenden." 

Der Schritt sei Teil der Umwandlung von Tesla zu einem Spezialisten für autonomes Fahren und Robotik. Im Werk Fremont sollen statt der Autos künftig jährlich eine Million Optimus-Roboter produziert werden, sagte Musk. 

Bereits im Sommer 2025 wurden die beiden Modelle in Europa nicht mehr angeboten. Es handelte sich jedoch um einen vorübergehenden Zustand; im Herbst erschienen die Autos wieder im deutschen Konfigurator. Nun aber scheint das Aus wirklich festzustehen. Die beiden Modelle, die deutlich über 100.000 Euro kosten, machten zuletzt ohnehin nur noch einen kleinen Teil des Absatzes aus.

Das erste Elektroauto von Tesla war der 2008 gestartete Roadster, doch das Model S war das erste Modell, das in größerem Umfang gefertigt wurde. Die luxuriöse Stufenhecklimousine kam 2012 auf den Markt. Sie gewann zahlreiche Auszeichnungen und trug dazu bei, elektrische Fahrzeuge auf dem Markt zu etablieren. Das Model X folgte im Jahr 2015; dabei handelt es sich um ein großes SUV mit drei Sitzreihen und auffälligen Flügeltüren hinten.

Die Produktionseinstellung passt zur derzeitigen Nachfrageschwäche auf dem US-amerikanischen Elektroauto-Markt. Auch etliche andere Modelle wurden in letzter Zeit gestrichen. 

Wichtigste Einnahmequelle von Tesla sind das Model 3 und Model Y. Diese wurden letztes Jahr zusammen 1,6 Millionen Mal verkauft. Der Absatz "anderer Modelle", zu denen Model S und X, das Robotaxi und der Semi gehören, belief sich nur auf 50.850 Einheiten. Am gestrigen Mittwoch bekräftigte Tesla, dass der Cybercab und der neue Roadster weiterhin in Entwicklung sind. 

Unter dem Strich

Tesla-Fahrzeuge galten lange als Vorreiter bei der Elektrifizierung. Model Y und 3 bieten noch immer viel Reichweite und Antriebsleistung für wenig Geld. Auch das Aufladen am Supercharger ist einfacher und praktischer als an den meisten DC-Säulen.

Aber Model S und X fahren mit ihren hohen Preisen inzwischen technisch hinterher. Wer über 100.000 Euro zahlt, der erwartet inzwischen oft 800-Volt-Technik. Und es gibt inzwischen auch viele andere Elektroautos, die Reichweiten über 700 km besitzen. Allerdings wenige, die so verrückte Beschleunigungszeiten bieten wie das Model S Plaid. Insofern ist es doch schade, dass das Auto eingestellt wird. Inzwischen kann man sich aber des Eindrucks nicht mehr erwehren, dass Elon Musk das Interesse an Elektroautos verloren hat. Dazu mag auch der Misserfolg des Cybertruck beigetragen haben, der sich deutlich schlechter verkauft als erhofft.

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Autor: Stefan Leichsenring