Die mit Spannung erwarteten Verkaufszahlen von Tesla sind da. Wie erwartet, meldete der US-Hersteller die offiziellen Werte schon am heutigen 2. Januar. Danach wurden im viertel Quartal rund 418.000 Autos ausgeliefert, im Gesamtjahr 1,64 Millionen. Damit trafen die kürzlich veröffentlichen Schätzungen von Bankanalysten ziemlich genau zu.
Die Zahlen bedeuten, dass Tesla erneut weniger Autos an die Kundschaft übergab als im Vorjahr: 2024 waren noch 1,79 Millionen Teslas ausgeliefert worden, 2023 noch 1,81 Millionen. Nachdem schon im letzten Jahr ein Minus von einem Prozent verbucht werden musste, waren es dieses Mal fast neun Prozent weniger. Außerdem verkaufte Tesla erstmals weniger batterieelektrische Fahrzeuge als BYD: Der chinesische Autohersteller meldete 2.254.714 BEV-Verkäufe im Jahr 2025. Das waren 28 Prozent mehr als 2024, wie CarNewsChina berichtet.
Tesla-Verkaufszahlen für 4. Quartal und fürs Gesamtjahr2026
Bild von: Tesla
Immerhin bedeuten rund 418.000 Verkäufe im vierten Quartal noch eine Steigerung gegenüber dem zweiten Quartal. Doch wenn man sich den Chart mit den Verkaufszahlen ansieht, sieht es so aus, als hätte Tesla Schwierigkeiten, die Schallgrenze von 500.000 Autos pro Quartal zu durchbrechen:
Dass die Auslieferungen im letzten Quartal des Jahres diesmal nicht steigen würden, war bereits erwartet worden. Denn das dritte Quartal war wegen vorgezogener Käufe besonders stark: Die US-Kundschaft griff zu, weil die Steuerbefreiungen für Elektroautos ausliefen.
In Vorbereitung auf die Quartalszahlen hatte Tesla kürzlich eine Zusammenstellung von Analystenschätzungen veröffentlicht. Die Auslieferungen fürs Gesamtjahr wurden auf 1,64 Millionen geschätzt, also ziemlich genau den tatsächlichen Wert:
Analysten-Schätzungen zu den Absatzzahlen von Tesla
Bild von: Tesla
Für die folgenden Jahre 2026 bis 2029 prognostizieren die Experten ein deutliches Wachstum, besonders ab 2027. Dann soll die Zwei-Millionen-Marke überwunden werden. Im Jahr 2029 sollen sogar erstmals über drei Millionen Teslas verkauft werden, so die Prognosen. Tesla selbst hatte längere Zeit die Zahl von 20 Millionen Verkäufen im Jahr 2030 angepeilt. Dieses Ziel wurde in letzter Zeit nicht mehr wiederholt.
Woher könnte das prognostizierte Wachstum bei den Tesla-Verkäufen kommen? Da fällt einem zunächst das autonom fahrende Modell Cybercab ein. Das zweitürige Robotaxi mit Flügeltüren und ohne Lenkrad soll im April 2026 in Produktion gehen, wie InsideEVs USA berichtet.
In San Francisco und Austin sind bereits autonom fahrende Teslas im Einsatz, allerdings nur in sehr begrenztem Umfang und mit Sicherheitspersonal an Bord. Laut Robotaxi Tracker soll es sich derzeit nur 35 Model Y in Austin und etwa 129 im Großraum San Francisco handeln. Bei der geplanten Expansion in weitere Städte soll der Cybercab ins Spiel kommen. Doch da er die US-Sicherheitsstandards nicht erfüllt, bräuchte Tesla eine regulatorische Änderung, um mehr als 2.500 Fahrzeuge einsetzen zu dürfen.
Auch die neuen, abgespeckten "Standard"-Versionen von Model 3 und Y könnten die Zahlen hochtreiben, obwohl sie sich in den Zahlen fürs vierte Quartal noch nicht niederschlagen. Der geplante Roadster ist eher ein Nischenmodell, und auch der Lastwagen Semi und der ziemlich erfolglose Cybertruck dürften wenig beitragen.
Die Experten von großen Banken und Finanzdienstleistern wie Barclays, Wells Fargo, Morgan Stanley, UBS oder HSBC lagen auch beim Absatz von Energiespeichersystemen ziemlich gut: Sie hatten rund 46 Gigawattstunden Speicherkapazität erwartet, in Wirklichkeit waren es knapp 46 GWh. Auch hier sind die Fachleute für die Zukunft optimistisch: Sie glauben, dass die Nachfrage nach der Powerwall, dem Powerpack für gewerbliche Anwendungen und das für sehr große Projekte gedachte Megapack deutlich zulegen wird. Für 2029 soll die Zahl bis auf über 140 GWh anwachsen, was einer Verdreifachung entspräche.
Unter dem Strich
Normalerweise lesen wir Analystenschätzungen zu den Tesla-Verkaufszahlen bei Nachrichtenagenturen wie Reuters, aber nicht auf der Investorenseite von Tesla selbst. Mit der ungewöhnlichen Veröffentlichung durch das Unternehmen wollte Elon Musk wohl die Börse auf schlechte Zahlen einstimmen. Außerdem wollte der Tesla-Chef vermutlich die positiven Einschätzungen für die kommenden Jahre hervorheben. Ehrlich gesagt: Wir können uns kaum vorstellen, dass Tesla bei den Verkäufen so zulegt, wie die Fachleute voraussagen.








