Tesla hat mit der Produktion des Cybercab begonnen und damit einen weiteren Schritt in Richtung autonomes Fahren gemacht. Das erste Exemplar lief am gestrigen Dienstag in der Gigafactory Texas vom Band, wie der US-Hersteller in einem Social-Media-Beitrag mitteilte.
Das Tesla Cybercab wurde 2024 im Umfeld der L.A. Auto Show vorgestellt. Neben Renderings gab es schon damals erste Prototypen. Das zweisitzige Coupé ist als autonom fahrendes Taxi ("Robotaxi") gedacht. Es besitzt weder Lenkrad noch Pedale und wird von der autonomen Fahrsoftware von Tesla (Full Self-Driving, FSD) gesteuert, die für die Tesla-Pkws optional erhältlich ist. Bei Privatfahrzeugen ist für FSD jedoch die ständige Überwachung durch die Person am Steuer erforderlich.
Robotaxis wie das Cybercab oder auch der 20-sitzige Tesla Robovan sollen neben dem humanoiden Roboter Optimus die Zukunft des Unternehmens darstellen. Robotaxis auf Basis des Model Y sind bereits im Großraum San Francisco und in Austin im Einsatz, allerdings größtenteils mit einem menschlichen Fahrer als Rückfall- und Sicherheitslösung.
Laut Robotaxi Tracker, einer Website, die beobachtete Robotaxis zählt, sind in Austin derzeit 45 Tesla-Robotaxis unterwegs, davon nur sieben "unsupervised", also ohne Sicherheitspersonal. Konkurrent Waymo hat angeblich 200 Robotaxis in Austin im Einsatz; die Zählung befindet sich allerdings noch im Aufbau. Für die Bay Area rund um San Francisco werden 256 beobachtete Tesla-Robotaxis aufgeführt, während Waymo hier angeblich 1.000 Fahrzeuge auf der Straße hat.
Tesla-Chef Elon Musk erklärte am Montag, die Produktion des Cybercab liege im Zeitplan und solle im April beginnen. Damit war wohl die Serienproduktion gemeint, denn bei dem jetzt gefertigten ersten Cybercab handelt es sich möglicherweise noch um ein Vorserienmodell.
Das Cybercab soll angeblich in einem neuen "Unboxed"-Fertigungsprozess entstehen. Während normalerweise ein Fahrzeug von Grund auf aufgebaut wird, sodass alle Beschäftigten nacheinander am gleichen Exemplar arbeiten müssen, sollen beim Unboxed-Prozess verschiedene Teile des Cybercab separat vorgefertigt und erst am Schluss zusammengebaut werden. Dies würde verhindern, dass die ganze Fertigung steht, weil ein Produktionsschritt blockiert ist.
Da diese Produktionstechnik neu ist, wird der Hochlauf jedoch S-förmig verlaufen und anfangs sehr lang dauern, wie Musk zu bedenken gab, als sich der bekannte Tesla-Investor Sawyer Merritt auf X begeistert über die hohe Produktionsrate äußerte. Zudem muss die FSD-Software erst noch beweisen, dass sie funktioniert. Zuletzt stand sie im Kreuzfeuer der Kritik, nachdem sie bei mehreren tödlichen Unfällen eine Rolle gespielt haben soll.
Unter dem Strich
Bisher hieß es, die Produktion des Cybercab beginne im April, doch nun soll bereits das erste Fahrzeug vom Band gelaufen sein. Dass das Auto auf dem offiziellen Foto nur im Hintergrund gezeigt wird und so dicht von Beschäftigten umringt ist, dass man es kaum sieht, spricht dafür, dass es sich noch um ein Vorserienauto handelt, das zudem möglicherweise nicht ganz perfekt ist. So oder so wird es noch länger dauern, bis die Produktion wirklich rund läuft, und vielleicht noch länger, bis das Auto dann auch autonom fährt.
Wobei wir immer noch nicht verstehen, warum Musk die Technik nicht ins Model Y einbaut, das mehr Platz für die Personenbeförderung bietet als ein Zweisitzer mit vermutlich kleinem Kofferraum. Vermutlich liegt das daran, dass ursprünglich ein 25.000-Dollar-Auto daraus werden sollte, das dann aufgegeben wurde.








