ACE-Sommerreifentest 2026: Die besten Reifen für Kompaktwagen

Zehn Sommerreifen im Vergleich - Unterschiede bei Nässe, Bremsweg und Handling

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Sommerreifen sind keine Lifestyle-Produkte. Sie fallen nicht auf, sie werden nicht diskutiert - und genau deshalb müssen sie im entscheidenden Moment funktionieren. Bei Hitze, bei Starkregen, bei einer Vollbremsung, die niemand geplant hat.

Der aktuelle ACE Sommerreifentest zeigt einmal mehr, wie groß die Unterschiede genau dort sind, wo sie im Alltag zählen: bei Sicherheit und Kontrolle. Getestet wurden zehn Sommerreifen in der Größe 225/40 R18 XL - jene Dimension, die heute unter Fahrzeugen wie VW Golf, Skoda Octavia, Seat Leon oder Opel Astra besonders häufig rollt.

ACE-Sommerreifentest 2026

Drei identische VW Golf dienten als Testfahrzeuge; gefahren wurde unter reproduzierbaren Bedingungen auf nassem und trockenem Asphalt. Die Gesamtwertung setzt sich aus Sicherheit bei Nässe, Sicherheit bei Trockenheit sowie Wirtschaftlichkeit und Umwelt zusammen - maximal sind 170 Punkte möglich.

An der Spitze steht der Michelin Pilot Sport 4S. Mit 141 Punkten holt er sich den Testsieg und das Prädikat sehr empfehlenswert. Auffällig ist weniger eine einzelne Paradedisziplin als vielmehr seine Konstanz: kurze Bremswege, präzises Handling, solide Werte bei Rollwiderstand und Geräusch. Direkt dahinter folgen Continental Sport Contact 7, Bridgestone Potenza Sport Evo und Falken Azenis FK520 - alle ebenfalls sehr empfehlenswert. Der Abstand ist gering, das Niveau hoch.

Bilder von: ACE Auto Club Europa e.V.

Am deutlichsten zeigen sich die Unterschiede beim Bremsen auf nasser Fahrbahn. Hier wächst der Abstand zwischen Best‑ und Schlechstschnitt auf knapp vier Meter - eine Wagenlänge, die im Ernstfall entscheidend sein kann. Continental bleibt am frühesten stehen, Nexen braucht deutlich länger. Auf trockener Strecke rücken die Ergebnisse näher zusammen, doch auch dort bleibt messbar, wer Reserven hat und wer sich schwer tut.

Beim Aquaplaning dreht sich das Bild teilweise. Reifen, die beim Bremsen zurückliegen, glänzen plötzlich bei der Wasserverdrängung. Nexen und Linglong landen hier in der Spitzengruppe, obwohl sie im Trockenhandling nicht überzeugen. Umgekehrt zeigen sich bei einzelnen Premiumreifen Schwächen - insbesondere beim Aquaplaning quer. 

Ähnlich wechselhaft fällt das Handling aus. Auf trockener Strecke überzeugen Michelin, Continental, Pirelli und Falken mit präziser Lenkung und stabiler Seitenführung. Auf nassem Asphalt verschieben sich die Kräfteverhältnisse: Linglong, Nokian Tyres und Michelin liefern hier das sicherste Fahrgefühl, während andere Kandidaten früher unter‑ oder übersteuern.

In der Kategorie Wirtschaftlichkeit sammeln vor allem Reifen mit niedrigem Rollwiderstand und geringer Geräuschentwicklung Punkte. Nokian Tyres, Kumho und Nexen profitieren davon sichtbar, doch Effizienz allein reicht nicht für Spitzenplätze.

Bilder von: ACE Auto Club Europa e.V.

Das Fazit fällt entsprechend nüchtern aus. Vier Reifen sind sehr empfehlenswert, alle übrigen zumindest empfehlenswert. Einen echten Ausreißer nach unten gibt es nicht - wohl aber klare Muster.

Wer maximale Sicherheitsreserven sucht, greift zu Michelin, Continental, Bridgestone oder Falken. Wer stärker auf Preis und Effizienz achtet, findet Alternativen, muss im Grenzbereich aber Abstriche machen. 

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Autor: Fabian Grass