ANZEIGE

Bugatti Gebrauchtwagen

Bugatti Gebrauchtwagen und Vorführwagen auf automobile.at plus Tuning-News, Tests und Fahrberichte! Plus kostenlos privat inserieren!

Klicken Sie bitte Ihr gewünschtes Modell in der Liste im linken / unteren Bereich an. Sie gelangen dann zu den entsprechenden Bugatti Gebrauchtwagen-Angeboten und Testberichten.

Aktuelle Bugatti Gebrauchtwagen-Angebote


Derzeit wird leider kein Bugatti Gebrauchtwagen angeboten.


 

Unsere Bugatti Meldungen

Bugatti in: Sogar Bugatti verkauft jetzt zertifizierte Gebrauchtwagen

Sogar Bugatti verkauft jetzt zertifizierte Gebrauchtwagen

Mit dabei ist ein weltweit gültiges Garantieversprechen ...
Bugatti kündigt die Gründung seines Certified Pre-Owned-Programms an, das darauf abzielt, weltweit hochwertige Gebrauchtwagen mit Garantie zu verkaufen.
Bugatti in: Bugatti W16 Mistral debütiert als Roadster mit 1.600 PS

Bugatti W16 Mistral debütiert als Roadster mit 1.600 PS

Alle 99 Exemplare wurden bereits für 5 Millionen Euro pro Stück verkauft ...
Bugatti verabschiedet sich von seinem W16 mit dem Mistral, einem Roadster auf Chiron-Basis, der Design-Elemente des Divo und La Voiture Noire kombiniert.
Bugatti W16-Antrieb - Der Letzte seiner Art

Bugatti W16: Die Geschichte eines Mega-Motors

Der irre 8-Liter-Brocken mit bis zu 1.500 PS geht bald in Rente
Er ist der letzte seiner Art und fasziniert bis heute: Im Bugatti Veyron und Chiron kommt ein W16 zum Einsatz. Wir zeigen Geschichte und Entwicklung.
Bugatti Chiron Super Sport und Bugatti Chiron im Vergleich

Technik: So schafft der Bugatti Chiron Super Sport 440 km/h

Der schnellste Chiron sieht aus gutem Grund anders aus als seine Brüder ...
Kein Serienfahrzeug fährt schneller als der Bugatti Chiron Super Sport: 440 km/h. Dafür waren zahlreiche technische Optimierungen und Veränderungen nötig.
Rekord-Nachfrage läutet Ende der Bugatti Chiron Fertigung ein

Rekord-Nachfrage: Das Ende des Bugatti Chiron naht

Die finale Phase der Hypercar-Produktion hat begonnen ...
Aufgrund des starken Anstiegs der Nachfrage nach dem Bugatti Chiron im 3. Quartal geht die Produktion des auf 500 Stück limitierten Modells in die finale Phase.
Bugatti in: Wie viel ist ein Bugatti Chiron mit Brandschaden noch wert?

Wie viel ist ein Bugatti Chiron mit Brandschaden noch wert?

Die Reparaturkosten dürften auch weit über VW-Niveau liegen
Dieser 2019er Bugatti Chiron wurde auf der Fahrerseite in Brand gesetzt und weist Schäden am Kotflügel auf. Er wird über Copart versteigert.
Preisangaben in den Meldungen gelten für Deutschland. Quelle: Auto-News

Bugatti Gebrauchtwagen News und Bilder im Automagazin

Sogar Bugatti verkauft jetzt zertifizierte Gebrauchtwagen

Mit dabei ist ein weltweit gültiges Garantieversprechen ...

Programme für zertifizierte Gebrauchtwagen sind in der Automobilbranche nicht neu. Damit versichern die Hersteller ihren Kunden, dass sie einen Gebrauchten kaufen, der komplett durchgecheckt wurde und der der Qualität eines Neuwagens somit in nichts nachsteht.

Bugatti ist nun der neueste Autobauer, der ein sogenanntes Certified Pre-Owned-Programm anbietet. Es richtet sich an diejenigen, die sich einen Bugatti Chiron oder einen Bugatti Veyron kaufen wollen. Aber nur ein gebrauchtes Modell. Sicher, es gibt einige Verkäufer da draußen, die einen Bugatti anbieten. Aber angesichts der irrsinnig hohen Unterhaltskosten für einen alten Veyron gibt es viele Vorteile, wenn man den offiziellen Weg des Kaufs eines gebrauchten Bugatti wählt. Denn natürlich verspricht Bugatti höchste Qualität beim Kauf eines Chiron oder Veyron im Rahmen seines Certified Pre-Owned-Programms. Was auch sonst?!

"Wer sich für den Kauf eines gebrauchten Veyron oder Chiron über einen autorisierten Bugatti-Partner entscheidet, kann sich darauf verlassen, dass das Fahrzeug die unvergleichliche Qualität des Bugatti-Macarons aufweist", heißt es in der unlängst dazu veröffentlichten Pressemitteilung.

Die Fahrzeuge werden mit einer einjährigen Garantie ausgeliefert. Für den Chiron ist sie so umfassend wie die Garantie für Neufahrzeuge und deckt alle Teile und Arbeiten für mechanische, elektrische, Korrosions- oder Lackierungsprobleme ab. Die begrenzte Garantie des älteren Veyron hingegen deckt nur noch alle mechanischen und elektrischen Komponenten sowie die Kosten für Teile und Arbeit ab.

Noch besser ist, dass die einjährige Garantie überall auf der Welt gewährt wird. Angenommen, Sie haben Ihren Certified Pre-Owned Bugatti in Europa gekauft, dann sollten Servicezentren im Nahen Osten diese Garantie anerkennen (und natürlich auch umgekehrt).

Für die Garantiearbeiten dürfen nur autorisierte Bugatti Servicepartner das Fahrzeug berühren und es dürfen nur Original-Bugatti-Ersatzteile verwendet werden. Auf diese Ersatzteile gibt es dann wiederum eine zweijährige Garantie. Certified Pre-Owned-Käufer erhalten außerdem im ersten Jahr ihres Besitzes einen jährlichen Service bei einem autorisierten Bugatti Service Partner.


Bugatti W16 Mistral debütiert als Roadster mit 1.600 PS

Alle 99 Exemplare wurden bereits für 5 Millionen Euro pro Stück verkauft ...

Die Ära des W16 geht zu Ende. Und mit dem Mistral verabschiedet sich Bugatti vom 8,0-Liter-Motor mit vier Turboladern. Der auf dem Chiron basierende Roadster ist nach einem Wind aus dem Rhônetal benannt, der in den 1960er-Jahren auch als Inspiration für ein gleichnamiges Fahrzeug von Maserati diente. Apropos Vergangenheit: Der dachlose Supersportwagen aus Molsheim weist Designmerkmale auf, die vom Typ 57 Roadster Grand Raid abgeleitet sind.

Der Einfluss der 1930er-Jahre zeigt sich in der geschwungenen Windschutzscheibe und den doppelten Lufteinlässen auf dem Dach zur Kühlung des Motors. Während das Styling an ein klassisches Modell erinnert, wirkt der Mistral wie eine Kombination aus Divo und La Voiture Noire in einem Roadster-Paket mit einem "X"-Motiv für die Rückleuchten, das uns an den Bolide erinnert, der aber nur für die Rennstrecke geeignet ist. Die Anordnung der Rückleuchten hat es Bugatti ermöglicht, zwischen den X-Trägern Lüftungsschlitze zur Kühlung anzubringen.

Zum ersten Mal in einem W16-Bugatti wurde gewebtes Leder für die Türverkleidungen verwendet. Der aus einem massiven Aluminiumblock gefräste Schalthebel verfügt über Holzakzente und einen bernsteinfarbenen Einsatz, der den tanzenden Elefanten von Rembrandt Bugatti darstellt, der sich auch auf der Motorhaube des Roadsters Typ 41 Royale befindet. Das eigentliche Highlight der Kabine ist natürlich das Abnehmen des Daches, um den W16 und seine vier Turbolader bei der Arbeit zu hören.

Das Herzstück des Mistral ist der gleiche 1.600-PS-Motor wie im Chiron Super Sport 300+, der 2019 eine Geschwindigkeit von 490,484 km/h erreichte. Bugatti sagt, dass es für den Mistral "nur ein Ziel geben kann: noch einmal der schnellste Roadster der Welt zu werden". Es wäre ein Nachfolger des Veyron 16.4 Grand Sport Vitesse und seiner 408,84 km/h-Leistung im Jahr 2013.

Es ist sehr plausibel, dass der Mistral schneller sein wird als der Veyron GSV, da er einen Vorsprung von fast 400 Pferdestärken hat. Ob eine tatsächliche Höchstgeschwindigkeit erreicht wird, bleibt abzuwarten, denn Bugatti hat vor einiger Zeit erklärt, dass man nicht mehr an Rekordjagden interessiert ist. Wir wissen jedoch, dass Hennessey mit dem neuen Venom F5 Roadster etwas von dieser Action haben möchte.

Bugatti wird nur 99 Exemplare des Mistral herstellen und plant, die Auslieferung im Jahr 2024 zu beginnen, wenn auch die ersten der 40 Bolide-Rennwagen ihre rechtmäßigen Besitzer erreichen werden. Während der Bolide für 4 Millionen Euro pro Stück zu haben war, lag der Preis für den Mistral bei 5 Millionen Euro. "Hätte" deshalb, weil sie bereits alle vergeben sind.


Bugatti W16: Die Geschichte eines Mega-Motors

Der irre 8-Liter-Brocken mit bis zu 1.500 PS geht bald in Rente

16 Zylinder. 8 Liter Hubraum. 1.001 PS. Als Bugatti 2005 die technischen Daten des Triebwerks für den Veyron 16.4 bekannt gibt, verschiebt Bugatti die Grenze des technisch Machbaren. Eine Sensation. Dieser Motor würde theoretisch auch für vier Autos reichen. Und alle wären noch stark unterwegs.

Und auch eine solche Leistung gab es bis dato nicht: Von 0 auf 100 km/h vergehen nur 2,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 400 km/h. Der Veyron wird zum ersten Hypersportwagen der Welt. Und das wäre ohne den W16 nicht möglich gewesen.

Im März 2016 stellt Bugatti seinen Nachfolger vor: den Chiron. Und wieder gelingt Bugatti etwas Unerwartetes: Was einst unmöglich in einem Straßenfahrzeug erschien, steigert Bugatti weiter mit einem Leistungsplus von 50 Prozent gegenüber dem Vorgängermodell. Ja, es ist ein 8,0-Liter-W16, und ja, er besitzt vier Turbolader - genau wie der Veyron -, aber um ein neues Leistungsniveau zu erreichen, wird jede einzelne Komponente neu betrachtet.

Vor allem verwendet Bugatti größere Turbolader und ein Duplex-Kraftstoffeinspritzsystem mit 32 Einspritzventilen. Mehr Carbon und Titan kompensieren die Gewichtszunahme durch die größeren Turbolader. Mit einer Leistung von zunächst 1.500 PS, später 1.600 PS, und einem maximalen Drehmoment von 1.600 Newtonmeter verändert der W16-Motor einmal mehr die Geschichte der Hypersportwagen.

Der Ursprung des W16 ist ein langer Weg. 1997 konfrontiert Ausnahme-Ingenieur Ferdinand Karl Piëch, seinerzeit Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, den Leiter der VW-Aggregate-Entwicklung Karl-Heinz Neumann mit der ersten Idee und zeichnet sie auf einen Briefumschlag während einer Zugfahrt im Shinkanzen-Schnellzug von Tokio nach Osaka: Piëchs Idee ist es, einen Motor mit 18 Zylindern zu entwickeln, der später aus Gründen der Leistungsentwicklung und als Hommage an Ettore Bugattis Sechzehnzylinder zu einem W16-Motor abgewandelt wird.

Gregor Gries, vor 20 Jahren einer der ersten Mitarbeiter bei Bugatti und bis Februar 2022 Leiter technische Entwicklung bei Bugatti, erinnert sich: "Alle bezweifelten damals, dass es möglich sei, ein Fahrzeug mit 1.000 PS für die Straße zu bauen. Wir wollten nicht nur beweisen, dass wir es schaffen, einen leistungsstarken Antrieb zu konstruieren, sondern auch einen, der fahrbar ist."

Die Ingenieure fingen bei null an. "Wir mussten bei allen Bauteilen Grundsatzentwicklung betreiben, jedes Fahrzeugteil musste neu konstruiert und getestet werden. Selbst der Motorprüfstand, um den Motor zu testen. Das Einzige, was wir nicht verändert haben, waren die Bleistifte zum Zeichnen", lacht Gregor Gries, der seit der Wiedergeburt von Bugatti für die Motoren- und Getriebeentwicklung verantwortlich war.

Die Ingenieure setzen die auf einem Briefumschlag skizzierte Idee von Ferdinand Piëch in die Realität um. Der Motor, der nicht größer als ein V12 ist und rund 400 Kilogramm wiegt, verdankt seine Kompaktheit der einzigartigen Anordnung der Zylinder in W-Form. Zwei Achtzylinderblöcke sind im 90-Grad-Winkel zueinander angeordnet und werden von vier Abgasturboladern angetrieben.

Doch die Herausforderungen, die Karl-Heinz Neumann und sein Team bei der Verwirklichung des W16 zu bewältigen hatten, waren immens. "Damals gab es weder Literatur noch Erfahrungswerte für Serienmotoren mit mehr als zwölf Zylindern oder für Serienfahrzeuge, die schneller als 350 km/h fahren konnten", erzählt Neumann.

"Vor allem eines machte uns Kopfzerbrechen: Das Auto musste am Boden bleiben, die Kraft musste auf der Straße bleiben - was bei diesen Geschwindigkeiten nicht einfach ist. Aber der Beweis, dass es möglich ist, einen Motor zu konstruieren, der dies leisten kann, war unglaublich cool. Es war ein echtes Gefühl der Erfüllung, als der W16 endlich einsatzbereit war."

Um den Motor zum Leben zu erwecken, sind mehr als 3.500 Einzelteile nötig, die von Hand zusammengesetzt werden, Prüfcomputer überwachen die Arbeit. Beim ersten Testlauf 2001 leistet der Motor mit den doppelten Biturbo gleich die verlangten 1.000+1 PS. Theorie und Praxis können nicht dichter beieinander liegen.

Doch die Leistungssprünge sind so groß, dass die herkömmlichen Motorprüfstands- und Belüftungssysteme mit dem neuen W16 nicht zurechtkommen - neue Systeme müssen speziell entwickelt werden. Zudem kommen neue Anforderungen hinzu, die bisher bei einem Serienfahrzeug nicht auftreten, wie beispielsweise die sehr heißen Abgase zu kanalisieren. Eine Abgasanlage aus Titan, die es in dieser Größe zuvor im Automobilbereich noch nicht gibt, wird schließlich ein Teil der Lösung.

Nachdem die Leistung gesichert ist, richten die Ingenieure ihre Aufmerksamkeit auf Laufruhe und Zuverlässigkeit. Da ein 16-Zylinder-Aggregat eine natürliche Laufruhe bietet, ist die Erkennung von Fehlzündungen oder Klopfen im Motor mit herkömmlichen Methoden unzuverlässig. Bugatti entwickelt daher die Bugatti Ionenstrom-Sensierung (BIS), die den Ionenstrom an jeder Zündkerze überwacht.

Stellt das System eine klopfende Verbrennung oder eine Fehlzündung fest, wird der Zündzeitpunkt verlangsamt, der Zylinder abgeschaltet oder der Ladedruck reduziert. So kann jeder einzelne Zylinder bis an seine Leistungsgrenze laufen. "Unser Ziel war es von Anfang an, die maximale Motorleistung stabil und sauber zu erzeugen", erklärt Gregor Gries.

Absolut entscheidend für die dauerhafte Zuverlässigkeit des W16-Motors war sein Kühlsystem, das - wie nicht anders zu erwarten - in einem in der Automobilindustrie noch nie dagewesenen Ausmaß entwickelt wurde. Ein komplexes Wasser-Kühlsystem mit zwei Wasserkreisläufen hält den W16 auch bei extremer Volllast im geforderten Temperaturbereich. Im Hochtemperaturkreislauf mit drei Kühlern im Vorderwagen fließen 40 Liter Wasser, um den Motor auf Betriebstemperatur zu halten.

Der Niedertemperatur-Kreislauf mit separater Wasserpumpe enthält 15 Liter Kühlwasser und kühlt in zwei auf dem Motor angeordneten Wärmetauschern die erhitzte Ladeluft der Turbolader um bis zu 130 Grad ab. Dazu kommen je ein Kühler für das Differentialöl, das Getriebeöl und das Motoröl sowie der Wärmetauscher für die Klimaanlage.

Der W16 wird als längs eingebauter Mittelmotor in den Veyron 16.4 eingebunden, mit in Fahrtrichtung vor dem Motor angeordnetem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. In Verbindung mit den Trockensumpf-Schmierölsystemen für Motor und Getriebe erhält der Antriebsstrang eine tiefe Schwerpunktlage.

Normalerweise werden Turbolader hinzugefügt, um die Leistung von kleinen Motoren zu erhöhen. Bei Bugatti verfügt der Grundmotor schon über ausreichend Leistung, die vier Turbolader machen den Antrieb noch kraftvoller und bieten ein einzigartiges Performance- und Sounderlebnis.

Aufgrund einer vollständig eigenständigen, asymmetrischen Zündfolge mit Zündabständen von nur 45 Grad ist sein Sound mit keinem anderen Motorkonzept zu vergleichen. Im unteren Lastbereich, ausgeglichen und komfortabel, mit steigender Last mehr und mehr das fauchende Biest. Aber immer frei von mechanischen Störgeräuschen.

Im Laufe der Jahre optimieren die Ingenieure das Triebwerk weiter. Neben größer dimensionierten Turboladern und vielen Veränderungen im Motor leistet der W16 ab 2010 im Veyron 16.4 Super Sport 1.200 PS. Im selben Jahr erreicht der Super Sport mit 431,072 km/h einen Geschwindigkeitsrekord als schnellster straßenzugelassener Seriensupersportwagen und mit ihm einen Eintrag ins legendäre Guinness Book of Records.

Der Veyron 16.4 und seine Derivate Grand Sport, Super Sport und Grand Sport Vitesse sind zu begehrten Sammlerstücken geworden. Noch während die Produktion der Fahrzeuge in vollem Gange ist, denkt Bugatti über einen Nachfolger nach.

Die Ingenieure stehen vor der Herausforderung, mit dem Chiron ein ähnlich anspruchsvolles, aber noch luxuriöseres und leistungsstärkeres Nachfolgemodell zu entwickeln. Sie wollen den W16 stärker, leiser und kultivierter machen und gehen damit wieder an die Grenze des technisch Machbaren. "Neben der Leistungssteigerung bei gleichen Maßen und Motorgewicht wollten wir Akustik, Verbrauch und Emissionen verbessern", erinnert sich Tilo Fürstenberg, seinerzeit Leiter Antriebsentwicklung bei Bugatti.

Lediglich die kompakte Motorform und das Stichmaß von 73 Millimetern behalten die Ingenieure bei, den Rest entwickeln sie neu. Das Ergebnis ist ein neues, leises, effizientes und leistungsstarkes Triebwerk mit 1.500 PS - mit einem direkteren Ansprechverhalten und einer Kraftentfaltung, wie es sie noch nie gegeben hat. Dies entspricht einer Leistungssteigerung von 50 Prozent gegenüber der ursprünglichen Basisentwicklung des Veyron 16.4 und einer Steigerung von rund 24 Prozent gegenüber dem Veyron 16.4 Super Sport.

Für einen wesentlichen Anteil der neuen Leistungscharakteristik sorgen die Abgasturbolader mit der speziellen neuen Bugatti-Registeraufladung. Die Leistungserhöhung auf zunächst 1.500 PS und für den Chiron Super Sport und Centodieci um weitere hundert PS auf 1.600 PS erfordert vier Abgasturbolader.

Jeder Lader muss die adäquate Luftmasse für mindestens rund 380 PS zur Verfügung stellen. Möglich wird das mit der zweistufig geregelten Aufladung (Registeraufladung), bei dem zwei in Serie geschaltete Turbolader zum Einsatz kommen. Diese sind um 69 Prozent größer als die des Veyron.

Nur wenn alle vier Turbolader - zwei auf jeder Zylinderbank - im Einsatz sind, erreicht der Motor seine maximale Leistung. Beim Chiron sind der permanent laufende Abgasturbolader und der abschaltbare Abgasturbolader gleich groß - ideal für einen gleichmäßigen Drehmomentverlauf ohne spürbare Einbrüche. Das dazugehörige Auslassventil muss Temperaturen von 980 Grad Celsius standhalten und dabei voll beweglich bleiben - Bugatti verwendet daher für die Hauptkomponenten eine spezielle Hochtemperatur-Werkstofflegierung.

Die Entwicklungsarbeit hat sich gelohnt: 2019 bricht der Chiron Super Sport 300+ einen Geschwindigkeitsrekord und überschreitet als erstes Serienfahrzeug die 300-Meilen-Marke. Mit einer Geschwindigkeit von exakt 304,773 mph (490,484 km/h) ist der Chiron Super Sport 300+ der schnellste Seriensportwagen überhaupt. Gleichzeitig erhöhte Bugatti den elektronischen Begrenzer auf eine bisher nicht zugelassene Geschwindigkeit von 440 km/h, was den Chiron Super Sport zum schnellsten Serien-Bugatti aller Zeiten und den Centodieci zu einem besonders leistungsstarken limitierten Sondermodell macht.

Bugatti testet den 16-Zylinder-Motor vor der Produktion mit Hilfe von Computersimulationen und auf einem neu entwickelten Motorenprüfstand. In seiner Entwicklungszeit läuft der Chiron-Motor über 16.000 Stunden. Dazu kommen mehr als 500.000 Testkilometer im Fahrzeug.

Das Aggregat lässt Bugatti im Volkswagen-Motorenwerk in Salzgitter fertigen - in einem abgetrennten Raum nur für die Herstellung des W16 reserviert. Zwei Meister benötigen sechs Tage, um die 3.712 Einzelteile des Motors in präziser Handarbeit zusammenzubauen.

Das fertige Aggregat wird anschließend mit großer Sorgfalt verpackt und nach Molsheim transportiert, wo Motor und Getriebe im ersten Schritt der finalen Montage des Chiron im Bugatti-Atelier zusammengefügt werden. Danach folgt wochenlange Handarbeit, bis am Ende ein weiterer einzigartiger Hypersportwagen auslieferungsbereit auf seinen Rädern steht.


Technik: So schafft der Bugatti Chiron Super Sport 440 km/h

Der schnellste Chiron sieht aus gutem Grund anders aus als seine Brüder ...

Man kann den Bugatti Chiron ein wenig mit dem Porsche 917 vergleichen: Beide sind absurd schnell, beide gibt es als Kurz- und Langheck. Im Fall des Chiron handelt es sich um den Super Sport, dessen straßenzugelassene Ausführung 440 km/h erreichen kann. Jetzt verraten die Ingenieure, welche technischen Kniffe dafür notwendig waren.

Eine Höchstgeschwindigkeit jenseits der 400 km/h erfordert nicht nur einen kraftvollen Antrieb, sondern auch einen möglichst geringen Luftwiderstand. Beim Bugatti Chiron Super Sport tüftelten Ingenieure und Designer monatelang an der besten Aero-Balance, dem geringsten Luftwiderstand und dem größtmöglichen Abtrieb.

Für Geschwindigkeiten jenseits der 400 km/h ist ein ausgewogenes und sicheres Fahrverhalten entscheidend. "Nur wenn die Anströmung der Karosserie an der Front perfekt verläuft, bleiben störende Turbulenzen gering und die Luft umströmt sauber die Karosserie", sagt Frank Heyl, Deputy Design Director bei Bugatti.

Um die Turbulenzen an der Seite bestmöglich zu minimieren, integrierte das Team an der Front neu entwickelte Air Curtains - zwei flügelartige Profile - die die Luft optimal um die Ecke führen. Gleichzeitig sorgen die Air Curtains dafür, dass die Luft so lange wie möglich eng die Karosserie entlang strömt und das Fahrzeug somit stabilisiert. Dadurch sinken die Druckverluste und der Widerstand. Zusätzliche Auslässe an den vorderen Radläufen helfen, die Aerolasten weiter auszubalancieren.

Ebenso entscheidend für eine ausgeglichene Balance bei hohen Geschwindigkeiten ist eine ideale Durchströmung der Luft durch den Vorderwagen. Dabei muss die ideale Luftmenge durch die Kühler fließen, um ausreichend Kühlluft für den 8,0-W16-Motor bei Volllast bereitzustellen. Der Luftmassenstrom durch die Wasserkühler liegt beim Chiron Super Sport etwa 8 Prozent höher als beim Chiron, um einen thermisch perfekten Lufthaushalt zu gewährleisten.

Zudem fließt ein Großteil des hohen Massenstroms mit einer hohen Austrittsgeschwindigkeit durch die neuen Air Curtains. Im Top-Speed-Modus stehen die Frontdiffusoren flacher und leiten weniger Luft in die Radhäuser.

Die neun Luftauslässe auf den vorderen Kotflügel zitieren stilistisch den Supersportwagen der 1990er-Jahre, den Bugatti EB 110. Beim Chiron Super Sport werden die vorderen Radhäuser durch neun ebenfalls zylindrische Luftauslässe entlüftet. Mit den zylindrischen Luftauslässen vermeidet Bugatti, dass der Staudruck in den Radhäusern den Chiron Super Sport vorne anhebt.

So erzeugt dieses Bauteil Abtrieb, ohne dabei zusätzlichen Widerstand zu erzeugen - wie das bei einem zusätzlichen Spoiler der Fall wäre. Nominell erzeugen diese Entlüftungen etwa 20 bis 30 Kilogramm zusätzlichen Abtrieb bei 380 km/h.

Die neun zylindrischen Luftauslässe ragen etwa 30 Millimeter nach unten durch den Kotflügel und sind durch ein spezielles Carbon-Luftleitteil mit dem Radhaus verbunden. Dies sorgt für eine optimale Abströmung und verhindert dabei, dass Steine durch die Entlüftung nach außen gelangen. Gleichzeitig unterstützen die neuen Kotflügel eine bessere Bremsenkühlung.

Wie bei einem Kamin zieht ein Unterdruck der auf der Karosserie vorbeiziehenden Strömung die Luft aus den Radhäusern. Zudem wird die Luft durch spezielle Entlüftungsschächte hinter den Vorderrädern aus den Radhäusern gesaugt. Stilistisch sind dies Elemente hinter den Vorderrädern wie Kiemen angeordnet.

Die rund vier Kilogramm leichten Kotflügel entstehen in Handarbeit aus Sicht-Carbon, bei der die Fasern über die Kanten laufen. Jeder der neun zylindrischen Entlüftungen besitzt eine andere Größe. Aus ästhetischen Gründen sind die sichtbaren Radien identisch.

Beim ersten Blick auf den Chiron Super Sport fällt das um 23 Zentimeter verlängerte Heck auf, der sogenannte Longtail. Bei hohen Geschwindigkeiten sorgt es dafür, dass die über- und unterhalb des Fahrzeugs strömende Luft am Heck ein möglichst kleines Ablösegebiet erreicht.

Um ein Gleichgewicht zwischen Abtriebs- und Auftriebskräften zu erzielen, stimmt Bugatti unter anderem Heckflügel und Diffusor genau aufeinander ab. Dazu vergrößert man den Querschnitt des Diffusors. Dadurch rückt die Abrisskante des Diffusors weiter nach oben, so dass das Abrissgebiet am Heck minimiert wird. Damit werden die dort entstehenden Verluste und somit der Windwiderstand entscheidend reduziert - denn der bremst ein Fahrzeug ab.

Im Handling-Modus erzeugt das um 23 Millimeter verlängerte und damit um 8 Prozent größere Flügelblatt des Heckflügels im Zusammenspiel mit dem größeren Diffusor eine deutlich verbesserte Wirkung der Airbrake.

Im Top Speed-Modus dagegen fährt der Heckflügel fast vollständig ein: Somit kommt das Longtail-Konzept voll zur Geltung und die laminare Strömung kann sauber über die volle Länge der Außenhaut an der Karosserie anliegen, bis sie definiert am Heck abreißt. Das reduziert den Widerstand erheblich.

"Im Top-Speed-Modus erzeugt der Chiron Super Sport nur minimalen Widerstand, ist damit perfekt austariert und so aerodynamisch effizient wie nur technisch möglich", sagt Frank Heyl. Ziel war es bei Geschwindigkeiten jenseits der 400 km/h Abtrieb und Auftrieb genau in der Waage zu halten. "Der Super Sport erzeugt gerade eben genug Abtrieb, um jenseits der 400 km/h neutral zu sein. Das ist bei der Geschwindigkeit essentiell, um die Reifen nicht zu überlasten", so Frank Heyl weiter.

Um bei Geschwindigkeiten jenseits der 400 km/h möglichst wenig Widerstand und viel Fahrstabilität zu erzeugen, konzipierte Bugatti den Diffusor unter dem Chiron Super Sport neu. Durch das verlängerte Heck erhöht sich die Länge des Diffusors um etwa 23 Zentimeter. Um die Wirkung des Diffusors zu erhöhen und ihm mehr Platz zu geben, versetzt Bugatti die sonst mittig liegende Abgasanlage nun übereinander liegend an die Seiten.

Die je zwei Endrohre werden dabei übereinander positioniert, um so wenig wie möglich effektive Fläche vom Diffusor zu reduzieren. Dadurch vergrößert sich insgesamt die Fläche des Diffusors um 32 Prozent im Vergleich zum Chiron.

Eine Besonderheit stellen die beiden Abgasblenden dar. Mittels Titan-3-D-Druck entsteht eine extrem dünne Doppelwandstruktur, teilweise mit einer Wandstärke von nur 0,4 Millimeter und damit hart an der Grenze des technisch Machbaren. Stabilität verleiht dem Bauteil eine Gitterstruktur (Lattice-Struktur), die außerdem Platz für Luftstromkanäle bietet.

Um die Höchstgeschwindigkeit von 440 km/h zu erreichen, steigert Bugatti die maximale Leistung des 8,0-W16-Antriebs auf 1.177 kW (1.600 PS) - ein Zuwachs von 100 PS. Für mehr Agilität dreht der Antrieb 300 Umdrehungen pro Minute höher, nun auf ein Nennleistungs-Plateau von 7.050 bis 7.100 Umdrehungen pro Minute. 1.600 Newtonmeter Drehmoment liegen jetzt von 2.250 bis 7.000 Umdrehungen an statt bisher bei bis 6.000 Umdrehungen.

Für die Leistungssteigerung entwickelten die Ingenieure viele Bauteile neu: So übertragen stärkere Kolben die Kraft der 16 Zylinder, die Ölpumpe fördert dank einer härteren Druckregelfeder mit einem höheren Öldruck nun mehr Schmierstoff zu den einzelnen Stellen wie Kurbelwelle, Ventil- und Kettentrieb, Nockenwellenverstellung sowie Kolbenkühlung. Mehr als 140 Liter pro Minute fließen durch die Pumpe bei Volllast und Nenndrehzahl.

Die Leistungssteigerung und die höheren Drehzahlen führen zu einer Zunahme der Schwingungsanregungen, die den Kettenantrieb und den Ventiltrieb mit den vier Nockenwellen und 64 Ventilen stärker belasten. Für Dauerhaltbarkeit bei Höchstdrehzahl dimensioniert Bugatti daher unter anderem den Lagerbolzen der Kettenspannschiene neu, muss dafür auch den Zylinderkopf anpassen. Modifizierte Ventilfedern auf Federauflagen aus Stahl halten nun den höheren Beanspruchungen sicher stand.

Um aktuellen gesetzlichen Akustikanforderungen gerecht zu werden, verringern neue mehrlagige GFK-Akustikkettenkästen die Geräuschabstrahlung. Für einen besonders ruhigen Motorlauf sorgt unter anderem ein modifizierter Torsionsschwingungsdämpfer an der Kurbelwelle, der auf der Riementriebseite montiert ist. Zusätzlich passt Bugatti den Nebenaggregatetrieb mit Generator, Klimakompressor, Wasserpumpe und Tandem-Pumpe auf die höhere Drehzahl an.

Neben der Drehzahlerhöhung resultiert die gesteigerte Leistung aus optimierten und neu entwickelten Turboladern. Bei den vier Turbos kommt nun ein von 74 Millimeter auf 77 Millimeter vergrößertes Verdichterrad zum Einsatz, um die höheren Massenströme realisieren zu können. Das Turbinenrad wächst im Durchmesser von 64,4 auf 67,2 Millimeter, um die für den hohen Ladedruck notwendige Verdichter-Antriebsleistung bereitstellen zu können.

Bei Volllast strömen 4,8 Tonnen Luft pro Stunde durch die vier Lader. Durch eine Optimierung der Schaufelgeometrien erhöht sich der thermodynamische Wirkungsgrad, das Ansprechverhalten gleicht nahezu dem des Chiron.

Um die Höchstgeschwindigkeit von 440 km/h zu erreichen, erhält das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe eine neue Übersetzung. So wird der siebte Gang um 3,6 Prozent länger übersetzt als beim Chiron. Durch die gesteigerte Leistung schaltet das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe unter Volllast und voller Beschleunigung erst bei 403 km/h vom sechsten in den siebten Gang.

Von 0 auf 200 km/h beschleunigt der Chiron Super Sport in 5,8 Sekunden, auf 300 km/h in 12,1 Sekunden. Noch größer ist der Unterschied vom Sprint aus dem Stand auf 400 km/h: in nur 28,6 Sekunden erreicht der Chiron Super Sport die Geschwindigkeit.

Damit fährt er 12 Prozent schneller, oder ganze 4 Sekunden, als ein Chiron. Damit Insassen diese Zugkraftunterbrechung beim Schalten nicht spüren, wird die Ladedruckregelung in den Gängen noch feiner eingestellt. Selbst ab 6.000 Umdrehungen hört die Beschleunigung nicht auf und gibt dem Chiron Super Sport einen gewaltigen Schub bis 7.100 Umdrehungen.

Speziell auf Hochgeschwindigkeit und auf die neue Aerodynamik hin entwickelt Bugatti das Fahrwerk des Chiron Super Sport neu. So erhöhen die Ingenieure die Federrate an der Hinterachse um sieben Prozent im Vergleich zum Chiron, um den Chiron Super Sport bei Geschwindigkeiten jenseits der 420 km/h weiter zu stabilisieren.

Neu entwickelte und auf Topspeed optimierte Pilot-Sport-Cup-2-Reifen von Michelin bieten mehr Steifigkeit und Laufruhe bei Geschwindigkeiten über 420 km/h als beim Chiron. Dazu sind es die einzigen Pneus, die bis über 500 km/h getestet wurden. Nach der Produktion wird jeder Reifen in der Dimension 285/30 R20 ZR vorne und 355/25 R21 ZR hinten einzeln geröntgt, um selbst kleinste Unregelmäßigkeiten auszuschließen.

Um die ungefederten Massen weiter zu reduzieren, entwickelt Bugatti neue Fünf-Speichen-Aluminiumfelgen, die pro Radsatz vier Kilogramm weniger wiegen als die Räder des Chiron. Zudem sorgen sie für noch mehr Steifigkeit für Längsdynamik und passen daher ideal zum Chiron Super Sport. Optional bietet Bugatti einen Magnesium-Radsatz an, der im Vergleich zum Chiron 16 Kilogramm weniger wiegt und damit die ungefederten Massen an den Achsen weiter reduziert.

Bugatti fertigt den Chiron Super Sport am Stammsitz der Marke in Molsheim. Die ersten Fahrzeuge werden zu je 3,2 Millionen Euro (netto) Anfang 2022 an ihre neuen Besitzer ausgeliefert.


Rekord-Nachfrage: Das Ende des Bugatti Chiron naht

Die finale Phase der Hypercar-Produktion hat begonnen ...

Aufgrund des starken Anstiegs der globalen Nachfrage nach dem Bugatti Chiron im dritten Quartal 2021 geht die Produktion des auf 500 Stück limitierten Modells nun in ihre finale Phase. Einige Chiron-Varianten sind sogar ausverkauft. Und für den Pur Sport oder den Super Sport gibt es nur noch weniger als 40 offene Slots ...

Beeilung ist also angesagt, wenn Sie zwei Millionen Euro und mehr übrig haben sollten. Nach dem Veyron etablierte sich ab 2016 der 1.500 PS starke Bugatti Chiron im Handumdrehen als neue Richtgröße im Hypersportwagenmarkt. Als schnellstes und leistungsstärkstes Serienfahrzeug in der 112-jährigen Geschichte der Marke setzte er neue Maßstäbe in Bezug auf Design, Technologie, Ingenieurskunst und Fertigung.

Rückblick: Seit seiner mit großer Spannung erwarteten Enthüllung auf dem Genfer Auto-Salon im Jahr 2016 legte der Chiron eine beispiellose Erfolgsgschichte hin. Achtzehn Monate nach der Weltpremiere waren bereits 300 der auf 500 Einheiten verkauft. Dabei entwickelten sich die USA in den vergangenen Jahren zum Kernmarkt des Chiron. Das Land trug mit eindrucksvollen Zahlen zum Verkaufsrekord im dritten Quartal 2021 bei. Die Verkäufe verdoppelten sich im Vergleich zum Vorjahr; in manchen Regionen verdreifachten sie sich sogar.

Wieder aufgenommene Publikumsveranstaltungen wie der Pebble Beach Concours dElegance sowie exklusive Kunden- und Fahrevents hatten laut Bugatti ebenfalls einen hohen Anteil am aktuellen Verkaufszuwachs des Chiron.

"Unser Kundenstamm setzt sich zusammen aus echten Bugatti-Kennern, Unternehmern und Self-made Millionären, die sich mit der Anschaffung eines oder mehrerer Bugattis ihren Traum erfüllen. Sie erkennen die Hingabe, die hinter dem bahnbrechenden Design und der Technologie eines jeden Chiron Modells steht. Ihre Wertschätzung für die Provenienz und die Performance unserer Hypersportwagen entstammt einer aufrichtigen Leidenschaft für die Marke," sagt Hendrik Malinowski, Director of Sales and Operations.

Mit einer Spitzenleistung von 1.500 PS - bei der Modelleinführung ein Rekord für ein Serienfahrzeug - und 1.600 Newtonmeter Drehmoment sowie einer Vielzahl technologischer Innovationen, setzte sich der Chiron in den 2010er Jahren an die Spitze automobiler Ingenieurskunst und definierte diese neu. Er beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 2,4 Sekunden, erreicht nach 6,1 Sekunden 200 km/h und die Marke von 300 km/h in 13,1 Sekunden.

0 bis 400 km/h gelang bei einem Rekordversuch unter 42 Sekunden und ein seriennaher Prototyp des Hypersportwagens durchbrach mit genau 304,773 mph (490,484 km/h) erstmals die magische Grenze von 300 Meilen pro Stunde - ein Weltrekord.

2021 enthüllte Bugatti den am Rekordwagen angelehnten Chiron Super Sport. Prägendstes Merkmal ist sein längeres Heck, wodurch der Super Sport extreme Aerodynamikwerte und Geschwindigkeiten von bis zu 440 km/h erreichen kann. Mit einer vollständig überarbeiteten Version des ikonischen 8,0-Liter-W16-Motors, bringt es der Super Sport auf 1.600 PS - 100 PS mehr als das Basismodell des Chiron. Die Details zu diesem Modell finden Sie hier.


Wie viel ist ein Bugatti Chiron mit Brandschaden noch wert?

Die Reparaturkosten dürften auch weit über VW-Niveau liegen

Wenn Sie einen neuen Bugatti Chiron wollen, müssen Sie mit über 2 Millionen Euro rechnen, um solch einen Supersportwagen in Ihre Garage zu stellen. Wenn Sie mit einem gebrauchten Chiron zufrieden sind, wird es kaum günstiger. Die Chiron-Produktion ist auf 500 Exemplare begrenzt, das 300. Modell wurde Anfang dieses Jahres ausgeliefert.

Der Chiron ist also von Haus aus ein unglaublich seltenes Fahrzeug, was die Aussicht auf den Kauf eines beschädigten Exemplars mit einem erheblichen Preisnachlass sehr verlockend macht. Dieses Szenario wird sich schon bald in Florida abspielen. Die Firma Copart hat einen 2019er Bugatti Chiron mit einem Brandschaden an der Frontpartie im Angebot.

Laut einem Video von Royalty Exotic Cars wurde das Hypercar angeblich absichtlich mit einem Molotow-Cocktail in Brand gesetzt. Das Auto gehörte offenbar einem Hip-Hop-Künstler, aber solche Details sind an dieser Stelle nicht von Belang, ebenso die Hintergründe des Anschlags. Abgesehen von den offensichtlichen Schäden am Kotflügel und an der Windschutzscheibe scheint dieser Chiron nicht allzu sehr beschädigt zu sein.

Natürlich kann der Schein bei so teuren Fahrzeugen wie diesem trügen. Die Copart-Liste des Chiron erwähnt keine spezifischen Schäden, aber das Video sagt, dass das Feuer Komponenten hinter dem Armaturenbrett beschädigt hat, nicht zuletzt den Kabelbaum des Autos.

Noch wichtiger ist, dass laut Video der linke vordere Stoßdämpferturm des Chiron durch das Feuer beschädigt wurde. Das ist von Bedeutung, weil der Turm Teil der Kohlefaserwanne des Chiron und ein wichtiger Bestandteil für die Steifigkeit ist.

Aus diesem Grund, so heißt es in dem Video, hat die Versicherung das Auto nicht nur als Totalschaden eingestuft, sondern auch als reines Ersatzteilfahrzeug, was bedeutet, dass es nicht für den Straßenverkehr zugelassen werden kann, selbst wenn es repariert ist. Das hält Royalty Exotic Cars aber nicht davon ab, den Wagen trotzdem zu kaufen.

Dem Video zufolge haben sie bereits versucht, das Auto von der Versicherungsgesellschaft zu kaufen, aber die Preisvorstellung von 1,2 Millionen Dollar für ein Auto, das nie gefahren werden konnte, war ein wenig zu hoch. Die Copart-Liste zeigt einen geschätzten Wert von 345.000 Dollar, eine Zahl, die sehr nahe an dem liegt, was im Video erwähnt wird.

Natürlich kauft man nicht einfach einen Chiron und bestellt dann Ersatzteile beim Laden um die Ecke. Allein die Scheinwerfer kosten schätzungsweise 35.000 Dollar, zudem sind die Teile sind nicht gerade billig und extrem schwer zu beschaffen.

Royalty Car Exotics hat Erfahrung mit dem Wiederaufbau von Bugatti-Wracks, und in dem Video wird erklärt, wie sie vielleicht sogar die Stoßdämpferbrücke reparieren können. Wenn der Wagen für 350.000 bis 400.000 Dollar zu haben ist, könnte selbst eine Millionen-Investition für die vollständige Reparatur des Chiron beim Wiederverkauf einen Gewinn von einer Million Dollar bringen. Die Einschränkung "Ersatzteilspender" wirft jedoch eine große Unbekannte in die Gleichung.

Dieser Chiron wird an den Höchstbietenden versteigert. Haben Sie eine Vermutung, ob er den geschätzten Wert von 345.000 Dollar erzielen wird?

Vorbehaltlich Irrtümer, Schreibfehler und Zwischenverkauf. automobile.at übernimmt entsprechend den Nutzungsbedingungen keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch, zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und ggf. zum Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen können dem "Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH (DAT) unentgeltlich erhältlich ist.
ANZEIGE
ANZEIGE