Tatsächlicher Verbrauch: Suzuki Swift Mildhybrid 4WD im Test

Wie viel Sprit braucht der Kleinwagen mit 83-PS-Allradantrieb im realen Verkehr?

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Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

Wissen Sie, welches Auto mit Benzinmotor und Allradantrieb am wenigsten verbraucht? Fällt Ihnen gerade nicht ein? Dann empfehlen wir Ihnen den folgenden Verbrauchstest.

Der sparsamste Benziner mit Allradantrieb ist der Suzuki Swift 1.2 Hybrid 4WD AllGrip. Es handelt sich um ein Hybridfahrzeug, genauer gesagt um einen Mildhybrid, aber im Alltag fühlt sich der Wagen wie ein normaler Benziner an. Auf unsrer 360 km langen Standard-Teststrecke von Rom ins norditalienische Forlì habe ich mit dem japanischen Kleinwagen einen hervorragenden Durchschnittsverbrauch von 4,05 Liter/100 km ermittelt. Für das Benzin habe ich 25,21 Euro ausgegeben.

Unter den Allrad-Benzinern gibt es keinen Sparsameren

Als ich den Verbrauch des Suzuki Swift von 4,05 Liter/100 km ins Ranking unserer Testergebnisse aufnahmen, erkannte ich, dass es kein Allradmodell gibt, das weniger Benzin verbraucht - wenn man von Vollhybriden und Plug-in-Hybriden absieht. Am nächsten kommen dem Allrad-Swift noch der Alfa Romeo Junior Hybrid Q4 145 PS eDCT6 mit  4,30 Liter/100 km und der schon etwas ältere Suzuki Ignis 1.2 Hybrid 4WD AllGrip mit 4,40 Litern.

Die einzigen anderen Allrad-Benziner mit ähnlich niedrigem Verbrauch, die ich bisher getestet habe, sind der Dacia Bigster Extreme Mildhybrid 130 4x4 (4,75 Liter), der Suzuki S-Cross 1.4 Hybrid 4WD Automatik (5,05 Liter) und der Jeep Avenger 4xe 1.2 Hybrid 48V 145 PS Automatik (5,20 Liter).

Interessanter Preis für einen Allradler

Das von mir getestete Auto war ein italienischer Suzuki Swift 1.2 Hybrid 4WD AllGrip mit Handschaltung. Der hat einen 83 PS starken 1,2-Liter-Benziner mit Allradantrieb und Fünfgang-Schaltung sowie 16-Zoll-Leichtmetallfelgen. Zur Serienausstattung gehören auch LED-Scheinwerfer, getönte Scheiben, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, vier elektrische Fensterheber, Klimautomatik, ein Multimediasystem mit 9-Zoll-Touchscreen, Parkpiepser, Rückfahrkamera und einen Tempomat.

Mit der Metallic-Lackierung in Blau Oceania und schwarzem Dach erhöht sich der italienische Listenpreis auf  25.900 Euro. Der Preis erscheint mir vernünftig für dieses Auto, das außen klein, aber innen recht groß ist. Der Wagen hat einen nicht sehr großen, aber für die die Klasse ausreichenden Kofferraum und eine interessante Ausstattung. Auch der Allradantrieb ist ein Plus, das man sonst unter fünftüren Autos des A- oder B-Segments kaum findet. Er hilft, jede beliebige Straße zu befahren, und das auch im Winter oder bei anderswie rutschigen Verhältnissen. Meiner Meinung nach wäre das Auto perfekt, wenn es ein Automatikgetriebe hätte.

Kein allzu großer Tank, aber sparsam

Im Alltag bleibt der Suzuki Swift 4WD stets sparsam, auch in der Stadt und auf gemischten Stadt- und Landstraßen-Strecken. Auch auf der (italienischen) Autobahn bleiben die Verbrauchswerte im Rahmen.

Der Tank fasst nur 37 Liter, aber weil der Swift so sparsam ist, schafft man damit fast immer mehr als 600 km ohne zu tanken. Spitzenwerte über 900 km sind nur unter idealen Bedingungen auf einer flachen Strecke und bei sehr verbrauchsbewusster Fahrweise zu erzielen.

Verbrauch in verschiedenen Fahrsituationen

  • Stadt-Umland-Mix: 5,0 Liter/100 km
    740 km theoretische Reichweite
  • (Italienische) Autobahn: 6,2 Liter/100 km
    595 km theoretische Reichweite
  • Spritspartest: 3,8 Liter/100 km
    973 km theoretische Reichweite

Aus dem offiziellen Datenblatt

  Suzuki Swift 1.2 Hybrid 4WD AllGrip Top
Antrieb Hybrid (Benzin, 1.197 cm³)
Leistung 83 PS
CO2-Emissionen (WLTP) 110 g/km
Abgasnorm Euro 6E

Daten des Testfahrzeugs

Fahrzeug: Suzuki Swift 1.2 Hybrid 4WD AllGrip Top
Basispreis in Italien: 24.950 Euro
Testdatum: 12. Dezember 2025
Wetter (Abfahrt/Ankunft): heiter, 13 Grad / bewölkt, 8 Grad
Kraftstoffpreis: 1,729 Euro/Liter (Benzin)
Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 69 km/h
Reifen: Yokohama BluEarth-ES ES32 - 185/55 R16 83V (EU-Label: C, C, 68 dB)

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer: 4,2 Liter/100 km
An der Zapfsäule: 3,9 Liter/100 km
Mittel aus diesen Werten: 4,05 Liter/100 km
Kosten: 25,21 Euro

Unsere italienischen Kollegen bieten ein stets aktualisiertes Ranking der Verbrauchstest-Ergebnisse an. Das Ganze ist in italienischer Sprache, aber wir denken, Sie finden sich zurecht.

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie eine Freundin oder einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, wird Ihnen wahrscheinlich ein Wert genannt, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht wurde der Wert vom Bordcomputer abgelesen oder die Tankrechnungen wurden aufbewahrt und daraus ein Verbrauch errechnet.

Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).

Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke von Rom nach Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.

Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule. Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert.

© Motor1.com
Autor: Fabio Gemelli