Update vom heutigen Samstag (10. Mai): Inzwischen wurde die im Artikel erwähnte Lade-Seite von Skoda korrigiert. Demnach bleiben die Ladedaten beim Elroq 50 und 60 gleich. Auch die Angaben zum Enyaq wurden berichtigt. Wir haben unseren Artikel aktualisiert.
Ist die maximale Ladeleistung eines Elektroautos ein Maß dafür, wie schnell es lädt? Selbst mancher Kollege glaubt das noch. Dass man das differenziert betrachten muss, wird nun erneut belegt durch eine Änderung bei Skoda: Der Elroq 85, also die Version mit 210-kW-Heckantrieb und 77-kWh-Akku, erhält andere Batteriezellen und die maximale Ladeleistung sinkt von 175 auf 135 kW. An der Ladedauer ändert sich aber nichts.
Bisher hatte der Skoda Elroq in der 85er-Version eine maximale Ladeleistung von 175 kW; der Ladehub von 10 auf 80 Prozent sollte 28 min dauern. Nun jedoch lädt der Elroq 85 maximal nur noch mit 135 statt mit 175 kW, die Dauer eines Ladehubs von 10 bis 80 Prozent bleibt mit 28 min aber gleich. Aufgefallen ist das der Elektroauto-Website Edison. Der Kollege hat offenbar nachgefragt und erfuhr von Skoda, dass bei der Produktion ab Kalenderwoche 24 (9. bis 15. Juni) der Zelllieferant gewechselt wurde. Die Zellen kommen künftig von CATL statt von LG, so der Bericht.
Als Grund dafür nannte Skoda, dass man eine reibungslose Auslieferung sicherstellen wollte. Edison vermutet, dass die starke Nachfrage nach dem Elroq, besonders nach der Version mit 77-kWh-Batterie, die Fabrik in Mlada Boleslav überforderte. Die Lieferzeiten sollen bei drei Monaten, teilweise sogar bei sechs Monaten liegen.
Bei der Kundschaft kam der Wechsel zum Teil nicht gut an. Für sie war die hohe Ladeleistung, die in der Skoda-Werbung erwähnt wurde, ein Kaufgrund. Manche Händler sahen sich genötigt, Minderung anzubieten, also Preisnachlässe. Wie in solchen Fällen zu verfahren ist, wollte der Skoda-Händlerverband am vergangenen Montag (5. Juni) mit Skoda Deutschland besprechen, berichtete Edison.
Auf der offiziellen Skoda-Seite zum Aufladen seiner Modelle, die wir bei der Recherche gefunden hatten, gibt es Fehler, erklärte uns ein Skoda-Sprecher im Nachgang zu diesem Artikel. So wurde dort irrtümlicherweise auch die Ladeleistung beim Elroq 50 und 60 mit 135 kW angegeben. Diese Fehler wurden inzwischen korrigiert, wie wir am heutigen Samstag festgestellt haben. Nach wie vor lädt der Elroq 50 mit bis zu 145 kW, der Elroq 60 sogar mit 165 kW. Der Elroq 85 dagegen erscheint nicht mehr. Und der neue Elroq RS mit der neuen 79-kWh-Batterie wurde von vornherein nicht auf der Ladeseite aufgeführt; hier sollen es 185 kW sein.
Hier die aktuellen Daten:
| Skoda Elroq 50 | Skoda Elroq 60 | Skoda Elroq 85 | Skoda Elroq RS | |
| Akku brutto/netto | 55/52 kWh | 63/59 kWh | 82/77 kWh | 84/79 kWh |
| Max. Ladeleistung AC/DC | 11/145 kW | 11/165 kW | 11/135 kW | 11/185 kW |
| DC-Ladedauer (10-80%) | 25 min | 24 min | 28 min | 26 min |
| Ladegeschwindigkeit | 1,5 kWh/min | 1,7 kWh/min | 1,9 kWh/min | 2,1 kWh/min |
Interessant ist vielleicht auch ein Seitenblick auf den Enyaq, der mit ähnlichen Akkus ausgeliefert wird. Beim jüngsten Facelift wurden hier für die 85er-Version von vornherein 135 kW genannt, für den 85X aber 175 kW, was uns schon damals auffiel. Die Ladedauer wurde aber bei beiden 77-kWh-Varianten mit 28 min angegeben. Hier werden offenbar unterschiedliche Zellen für die 77-kWh-Batterie verwendet.
Auf der erwähnten Lade-Seite wurden bis vor Kurzem für diese Modelle noch 125 kW und eine Ladedauer von 29 min genannt, was offenbar auch falsch war. Die Werte wurden inzwischen korrigiert. Auch die abweichenden Ladedaten einiger Sportline-Varianten des Enyaq wurden inzwischen korrigiert. Alles in allem scheint die Ladeseite nun die richtigen Daten zu nennen.
Unter dem Strich
135 statt 175 kW Ladeleistung: Das klingt nach einem gehörigen Nachteil für die Kundschaft. Das könnte das "Fehlen einer zugesicherten Eigenschaft" sein, von dem wir in der Schule gelernt haben, dass man Recht auf Rücktritt vom Kaufvertrag oder Minderung hat.
Das gilt, auch wenn die Ladedauer für einen Ladehub von 10 bis 80 Prozent gleichblieb. Denn dieser Ladehub ist vor allem für die Langstrecke entscheidend - dann fährt man im Idealfall bis auf 10 Prozent Ladestand, bevor man die Ladestation anläuft und wieder auf 80 Prozent lädt (denn darüber ist das Laden in aller Regel arg langsam). Im Alltag laden viele eben nur mal eben schnell für zehn Minuten, und dann bevorzug im vorderen Bereich der Ladekurve, wo es besonders schnell geht. Oder ging, wie beim Elroq 85 ...








