Citroën C3 Aircross Turbo 100 (2025): Budget-Begleiter im Test

Viel Raum für wenig Geld - aber hält der Franzose für rund 20.000 Euro auch sonst genug Auto bereit?

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Unter 20.000 Euro wird das Angebot auf dem Neuwagenmarkt immer überschaubarer. Nur noch die Allerkleinsten und eine Handvoll Kompakter kann diese psychologische Schwelle halten. Familien mit schmalem Budget gucken da oft in die Röhre ... oder direkt auf den Gebrauchtwagenmarkt.

Doch es gibt sie, die Ausnahme von der Regel. Nicht nur bei Dacia mit dem Jogger, sondern auch bei Citroën. Die Franzosen haben den C3 Aircross 2024 grundlegend überarbeitet. Doch modernisiert wurden nicht nur das Design und technologische Aspekte. Gegenüber der zweiten Generation hat das Crossover satte 24 Zentimeter in der Länge gewonnen. Dadurch rutscht das einst kleine Fahrzeug in ein Segment, das für Familien interessant wird.

Citroën C3 Aircross Turbo 100 (2025) im Test

Um die 20.000-Euro-Schwelle jedoch halten zu können, mussten die Franzosen beim Einstieg ein wenig zaubern. Angetrieben wird der Citroën C3 Aircross hier von einem reinen 1,2-Liter-Turbo-Dreizylinder mit 74 kW (101 PS). Keine elektrische Unterstützung, keine Energierückgewinnung. Gekoppelt wird das Aggregat mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe.

16-Zoll-Stahlfelgen mit Radzierkappen runden die Budget-Optik ab. Um weiter sparen zu können, verzichtet Citroën im You-Einstiegsmodell auf eine Klimaautomatik, unnötige Assistenten und einen Bildschirm. Hier prangt eine Smartphone-Station in der Mitte des Armaturenbretts, die per NFC-Technologie automatisch eine App auf dem Telefon zur Infotainment-Steuerung startet.

Radio, Wiedergabelisten, Navigation und sogar die Lenkradbedienelemente, alles funktioniert. Macht am Ende 18.890 Euro. Und ganz ehrlich: Wenn ich mir die überschaubaren Funktionen des Bildschirms in der mittleren "Plus"-Ausstattungslinie anschaue, wirkt der Einstiegs-"You" absolut ausreichend. Unser Testwagen reißt in der Plus-Linie ab 21.090 Euro demnach auch knapp die psychologische Marke.

Schnelle Daten Citroën C3 Aircross Turbo 100 (2025)
Antrieb 1,2-Liter-Turbo-Dreizylinder - Frontantrieb
Getriebe 6-Gang-Schaltgetriebe
Systemleistung / Drehmoment 74 kW (101 PS) / 205 Nm
Höchstgeschwindigkeit 179 km/h
Verbrauch (WLTP) / CO2-Emission 6,0 l/100 km / 135 g/km
Basispreis 18.890 Euro

Karosserie und Design |  Innenraum | Fahrbericht | Preise und Konkurrenz | Fazit


Karosserie und Design

In der dritten Generation ist der Citroën C3 Aircross nicht nur auf 4,39 Meter angewachsen, er hat auch sein putziges Hamsterbacken-Image abgelegt. Eckigere und klarere Konturen lassen das Crossover erwachsener aussehen. Vom Unterbiss am vorderen Stoßfänger kann er jedoch immer noch nicht lassen.

Ist zu verkraften, denn insgesamt wirkt der kleinste Aircross wie ein robuster Familienbegleiter. Die Plus-Ausstattung kommt serienmäßig mit 17-Zoll-Stahlfelgen, getönten hinteren Scheiben, farblichen Akzenten und einer praktischen Dachreling. Durch Letztere gewinnt der Franzose noch ein wenig praktikable Kontur. Wer es etwas individueller mag, kann auf optionale Zweifarblackierungen mit abgesetztem Dach setzen. 

Ähnlichkeiten zu seinem Plattform-Bruder Opel Frontera sind in der Seitenlinie nicht abzustreiten. Radhäuser, Flanken, Blechsignatur und Verlauf der C-Säule erscheinen nahezu identisch. Doch insgesamt bewahrt sich der C3 Aircross genügend Eigenständigkeit.

Bilder von: Citroën

Innenraum

Im Innern wirkt der Citroën C3 Aircross ein wenig wie diese eine Person in Ihrem Bekanntenkreis, die von sich selbst behauptet, "unglaublich verrückt" zu sein. Durch eingenähte kleine Labels an den Türverkleidungen animiert der Franzose "be cool" oder "have fun". Lieber C3 Aircross, liebe Person: Man wird nicht durch Selbstaussage "cool" oder "verrückt", sondern durch sein Auftreten. Das ist im Citroën halt hauptsächlich funktional und schlicht.

Und das ist völlig okay. Mehr brauchen wir von einem Familienauto im unteren Preissegment nicht. Das Armaturenbrett wurde minimalistisch horizontal ausgerichtet, physische Taster sind schnell zu finden. Sogar der Tempowarner hat einen eigenen Knopf zum Ausschalten. Na gut, Letzteres ist cool!

Das Muster der Bezüge zeigt bei genauem Blick einige Unregelmäßigkeiten in der Bespannung, gerade an den Ecken und Rundungen. Ansonsten bietet der C3 Aircross für sein Preissegment eine gute Verarbeitung und Haptik, ohne zu viel Plastikcharme zu verbreiten. 

Bilder von: Citroën

Es sitzt sich komfortabel, das obere Cockpit mit dem höhergesetzten Kombiinstrument ist praktisch und hält den Blick auf der Straße. Nur das ovale Lenkrad ist vielleicht ein wenig gewöhnungsbedürftig. Und das Infotainment? Das besitzt derart überschaubare Funktionen, dass Sie wie eingangs erwähnt auch gut und gerne Ihr Smartphone die Arbeit übernehmen lassen können. Musik, optionale Navigation, Android-Auto- oder Apple-Carplay-Einbindung, das war's.

Räumlich hat Citroën den C3 Aircross ebenfalls angenehm hinbekommen. Dazu profitiert der Franzose von einer geraden Linie am Dach. So kommt es auch hinten zu keinem Verlust der Kopffreiheit. Optional kann das Crossover mit zwei weiteren Sitzen ausgestattet werden, falls die Freunde der jüngeren Kinder mitgenommen werden sollen.

460 Liter Kofferraumvolumen sind ordentlich und können mit einem Gitter hinter den Kopfstützen sicher noch gut ausgebaut werden. Beim Umklappen der Rücksitzbank warten stattliche 1.600 Liter auf Ladegut. So ist der Franzose nicht nur für Familien kompatibel, sondern auch für aktive Abenteurer oder Freizeitsportler mit sperrigen Utensilien: Rennrad in den Kofferraum, Kajak aufs Dach. 

Abmessungen Citroën C3 Aircross Turbo 100 (2025)
Länge x Breite x Höhe 4.395 x 1.795 x 1.640 mm (1.660 mm mit Dachreling)
Radstand 2.670 mm
Kofferraumvolumen 460 - 1.600 Liter (5-Sitzer)
40 - 330 - 1.600 Liter (7-Sitzer)
Leergewicht 1303 kg
Zuladung 447 kg
Max. Anhängelast 1.500 kg
Max. Stützlast 65 kg

Fahrbericht

Sparfüchse wird Folgendes besonders freuen: Die visuelle Übersicht im Citroën C3 Aircross ist trotz ausladender C-Säule gut. Dazu tragen das geradlinige Design und die schön dimensionierte Heckscheibe bei. Die 4,39 Meter können auch ohne die Rückfahrkamera gut eingeschätzt werden.

Fiel mir im e-C3 Aircross gleich eine grundsolide Schwerfälligkeit auch in der Lenkung auf, wirkt sein Benziner-Bruder im Stand und bei geringen Geschwindigkeiten fast zu gefühllos und leichtgängig. Es wirkt, als würde man teilnahmslos seinen Joghurt umrühren. Zum Rangieren ist das wahrlich ein Segen, beim Fahren aber dürfte die Lenkung schneller straff werden, da sie zu wenig Feedback generiert.

Bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn wirkt sie dann im Gegenteil fast zu straff. Hier scheinen die Gewichtsdifferenzen der einzelnen Antriebe an den jeweiligen Enden (leicht = Benziner, schwer = Elektro) die gröbsten Auswirkungen im Fahrverhalten zu zeigen.

Bilder von: Citroën

Dementsprechend leicht steckt der Benziner beispielsweise auch Kopfsteinpflaster oder Bodenschwellen locker weg. Ersteres ist zwar zu hören, jedoch kaum zu spüren. So garantiert der 1.303 Kilogramm leichte Benziner den bekannten Citroën-Komfort, das angestrebte "Fliegender-Teppich"-Gefühl. In Kurven sind Wankbewegungen somit wahrnehmbar, aber nicht unangenehm, da der C3 Aircross dennoch nicht zum Aufschaukeln neigt.  

Antriebsseitig profitiert der 1,2-Liter-Turbodreizylinder sicher vom geringen Gewicht. Mit 101 PS ist er natürlich keine Rakete, bemüht sich beim Vortrieb jedoch ordentlich. So ist angenehmes Mitschwimmen in den meisten Situationen absolut gegeben. Auf der Autobahn wird das Motörchen jenseits der 130 km/h jedoch laut.

Im Test kam unser komfortabler Reisebegleiter insgesamt auf einen Verbrauch von rund 6,2 Liter Super im Schnitt. In der Stadt fahren Sie das Crossover kaum unter sieben Liter. Wer seinen Aktionsradius hauptsächlich im städtischen Umfeld sieht, sollte also zum e-C3 Aircross greifen. Bei den vermerkten glatten sechs Litern seitens Citroën also fast eine Punktlandung. Form, Höhe und Antrieb lassen nicht mehr zu. Weniger schafft nur der Hybrid 145 (5,4 Liter) ab 25.690 Euro.

Preise und Konkurrenz

Wie bereits erwähnt, gelingt der Einstieg in den Citroën C3 Aircross Turbo 100 als You ab 18.890 Euro. Fahren Sie lieber mit Bildschirm, Klimaautomatik und weiteren Annehmlichkeiten wie Rückfahrkamera, ist der Plus ab 21.090 Euro eine gute Wahl. Wer Alufelgen, Kunstleder, Navigation und weitere Assistenten bevorzugt, muss bei der Max-Ausstattung mit mindestens 27.590 Euro rechnen. Der Siebensitzer geht bei 22.240 Euro los (nur in Plus und Max)

100 Euro über dem C3 Aircross startet der Dacia Duster. Der ist ein kleines Stückchen kürzer (4,34 Meter), bietet aber fast ebenso viel Raum. Aircrossens Plattform-Bruder Opel Frontera ist nicht als Schalter erhältlich. Mild-Hybrid und Automatik schrauben den Preis auf 24.190 Euro. Seat Ateca (29.290 Euro) und Renault Symbioz (28.800 Euro) sind um Längen teurer. Mehr Raum gefällig? Der 4,55 Meter lange Dacia Jogger liegt mit 17.990 Euro ebenfalls unter 20.000 Euro und bietet optional zudem sieben Sitze.

Fazit: 7,5/10

Der Einstiegspreis des Citroën C3 Aircross ist in seinem Segment mit Ausnahme von Dacia nahezu unschlagbar. Wer es minimalistisch und ursprünglich mag, ist beim Citroën C3 Aircross Turbo 100 in der You-Variante absolut richtig. Ein fehlender Bildschirm kann am Ende auch ein Statement sein. Technisch umfangreichere Ausstattungen lassen hingegen Raum vermissen.

Fahrwerk und Lenkung sind Geschmackssache, der Verbrauch in der Stadt dann eher nicht. Verbrauchsgünstige Alternativen sind beim Franzosen gleich viel teurer, genauso wie ein Plus an sinnvoller Ausstattung. Da lohnt der Blick auf die Konkurrenz. Mehr Auto in Bezug auf den Raum gibt es für 20.000 Euro derzeit jedoch kaum.

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Autor: Benja Hiller