Schlichte Linien, klare Ansagen und ein Einstiegspreis, der die Urlaubskasse nicht schon vor der ersten Reise leert: Der neue VANTourer 600 Ds schlägt zur CMT 2026 in Stuttgart einen bewusst eigenen Weg ein. Statt Ausstattungsexzesse oder Technikspielereien in den Vordergrund zu stellen, konzentriert er sich auf das, was unterwegs wirklich zählt - und lässt weg, was man nicht vermissen wird.
Das Konzept folgt dem Weniger-ist-mehr-Prinzip, das aktuell auch bei anderen kompakten Campervans an Bedeutung gewinnt. Ähnliche Ansätze zeigen etwa der Bürstner Papillon PC60, der LMC Innovan Pure oder der neue Ahorn Camp CV 560, allesamt gasfreie Kastenwagen mit Fokus auf zeitgemäße Autarkie. Der VANTourer 600 Ds bleibt zwar klassisch gasbefeuert, macht aber ebenso deutlich, dass es nicht das volle Technikpaket braucht, um entspannt unterwegs zu sein.
Basis für den neuen 600 Ds ist der bekannte VANTourer 600 D, dessen Grundriss gezielt entschlackt wurde. Außen bleibt alles vertraut, innen wurde aufgeräumt. Auf 5,99 Metern Länge entsteht ein Kastenwagen, der nicht beeindrucken will, sondern funktionieren soll. Der Fokus liegt klar auf Übersicht und Nutzwert, nicht auf Showeffekten.
Im Zentrum des Innenraums steht die sogenannte Vier-Zonen-Küche. Der Begriff klingt ambitionierter als er ist, beschreibt aber eine durchdachte Kombination aus Spüle, zweiflammigem Gaskochfeld, energiesparendem Kompressor-Kühlschrank und zusätzlicher Arbeitsfläche. Stauraum ist ausreichend vorhanden, ohne den Küchenblock unnötig aufzublähen. Große Fensterflächen sorgen für Licht, ohne den Grundriss zu dominieren.
Bilder von: VANTourer
Gegenüber liegt die Sitzgruppe, die bewusst auf überdimensionierte Polster oder komplexe Umbauten verzichtet. Ein kompakter Tisch, zwei vollwertige Sitzplätze und eine klare Anordnung machen den Bereich alltagstauglich. Ob Frühstück, Laptop oder Regentag - der Wohnraum erfüllt seine Aufgabe, ohne sich in den Vordergrund zu spielen.
Das Variobad bleibt dem bekannten VANTourer-Stil treu. Eine schwenkbare Wand ermöglicht die Nutzung von Toilette, Waschbecken und Dusche auf engem Raum. Die Lösung ist nicht neu, aber bewährt und im Alltag oft praktikabler als großzügig beworbene Wellnesskonzepte. Selbst zusätzlicher Stauraum für Handtücher oder Pflegeutensilien findet noch Platz.
Bilder von: VANTourer
Im Heck wartet das bekannte Loungebett, das mehr kann als nur Schlafplatz sein. Es lässt sich hochklappen, verschieben oder bei Bedarf komplett entfernen. Je nach Reiseprofil entsteht so mehr Stauraum, mehr Bewegungsfreiheit oder einfach ein luftigeres Raumgefühl. Der Umbau gelingt ohne große Verrenkungen und unterstreicht den funktionalen Anspruch des Fahrzeugs.
Bewusst reduziert zeigt sich auch die technische Ausstattung. Auf üppige Komfortpakete, komplexe Bordelektrik oder aufwendige Multimedia-Lösungen wird verzichtet. Der 600 Ds richtet sich damit an Reisende, die nicht jede Steckdose zählen, sondern lieber losfahren wollen. Wer zusätzliche Technik wünscht, kann nachrüsten - muss es aber nicht.
Der Preis passt zu dieser Haltung. Mit 52.990 Euro bleibt der VANTourer 600 Ds deutlich unter vielen Wettbewerbern dieser Größenklasse, bei denen die 60.000-Euro-Marke längst kein Ausnahmefall mehr ist. Das sorgt für Planungssicherheit und hält den Einstieg in die Camper-Welt überschaubar - ohne das Gefühl, an der falschen Stelle gespart zu haben.
Im Marktumfeld ordnet sich der 600 Ds damit zwischen den günstigeren Kastenwagen-Konzepten ein, wie sie in unserem Überblick zu den acht günstigen Campervans 2026 zu finden sind, und positioniert sich zugleich klar unterhalb stärker auf Komfort getrimmter Modelle wie dem Grand California oder Hymer Columbia.








