Volvo EX30 (2027): 110-kW-Hecktriebler namens "P3" angekündigt

Neue Version mit der bekannten 51-kWh-Batterie dürfte den Einstieg deutlich günstiger machen. Zudem gibt es neue Modellnamen.

InsideEVs.de: Elektroautos, Plug-in-Hybride: News, Tests

Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

38.490 Euro: Das ist der bisherige Basispreis für den Volvo EX30. Wenn man bedenkt, dass es den gleich großen VW ID.3 schon ab 33.330 Euro gibt - und mit dem derzeitigen Herstellerrabatt sogar schon unter 30.000 Euro -, ist das eine stolze Summe. Doch nun kündigt Volvo eine neue Basisvariante an, die den Einstieg deutlich günstiger machen dürfte.

Bisher bietet die Basisversion des Volvo EX30 stattliche 200 kW und ist damit schon fast übermotorisiert. Die sportliche Sprintzeit von 5,7 Sekunden dürfte man zumindest in der Stadt selten benötigen. Die 51 kWh brutto und 49 kWh netto große LFP-Batterie sorgt für eine Reichweite von bis zu 339 km nach WLTP-Norm. Damit kommt der EX30 Single Motor ähnlich weit wie der VW ID.3 Pure (388 km).

Im Modelljahr 2027 soll es das 4,23 Meter lange und 1,57 Meter hohe Fahrzeug auch mit einem 110-kW-Motor geben - vermutlich wie gehabt an der Hinterachse. Dazu kommt laut Volvo eine 51-kWh-Batterie, bei der es sich um den bekannten Akku handeln dürfte. Die Reichweite soll mit bis zu 339 Kilometern nicht größer sein als bisher - oder es handelt sich um eine konservative Angabe. Zudem führt Volvo offenbar neue Bezeichnungen für die Motorisierungen ein, wie sie erstmals beim EX60 zum Einsatz kamen. So soll die neue Motorvariante die Bezeichnung "P3" tragen. Analog zum EX60 dürfte das Auto dann EX30 P3 Single Motor RWD heißen.

Die neue 110-kW-Version kommt laut Volvo zu den bisherigen Varianten mit einem oder zwei Elektromotoren hinzu. Wie die älteren Versionen heißen werden, bleibt unklar. Beim EX60 beginnt die Palette mit dem 275 kW starken EX60 P6 Single Motor RWD. Analog könnten die beiden 200-kW-Versionen des EX30 vielleicht EX30 P4 Single Motor RWD und P5 Single Motor RWD heißen, der 335 kW starke Allradler dann P6 Dual Motor AWD.

Volvo EX30 (2027)

Neu sind auch Technik-Features wie Vehicle-to-Load (V2L) und eine neue Benutzeroberfläche. Mit V2L kann man künftig über einen optionalen Adapter E-Bikes, Soundsysteme oder Campingausrüstung mit Strom aus der Traktionsbatterie versorgen. Die V2L-Funktion sowie die neue Benutzeroberfläche sollen im Laufe des Sommers per Over-the-Air-Update für neue und ältere EX30 bereitgestellt werden. Auch der Volvo EX30 Cross Country bietet künftig mehr Auswahl. Hier kommt die Ausstattungsvariante Cross Country Plus hinzu.

Abgesehen davon führt Volvo auch zwei neue Interieur-Designs für den EX30 ein: das helle und moderne Harvest und das zeitlos-elegante Black. "Harvest" bietet helle Polster aus gewebten Textilien, dezent kontrastierende Nordico-Polster aus recyceltem PET, sowie dunkle Flachsdekore und einen schwarzen Dachhimmel. 

In der Version "Black" ist der Innenraum in tiefem Schwarz gehalten. Dabei werden die glatten Nordico-Polster mit leicht kontrastierenden Nähten und dunklen Flachsdekoren kombiniert. Auch die Black Edition - bisher ausschließlich mit dem Innenraumdesign Indigo verfügbar - ist mit dem neuen Designthema "Black" erhältlich. Drei Außenfarben stehen zur Wahl: Onyx Black, Vapour Grey und Crystal White.

Die Preise der neuen Versionen will Volvo voraussichtlich erst Mitte oder Ende März verraten. Produziert wird der EX30 des Modelljahres 2027 ab Mitte April. Während das kleine Elektro-SUV ab dem Marktstart Ende 2023 noch bei Geely im chinesischen Zhangjiakou gebaut wurde, entsteht es seit April 2025 im belgischen Gent.

Unter dem Strich

Das Basismodell des VW ID.3 hat 125 kW, der Ford Puma Gen-E 124 kW, die kleinen Stellantis-SUVs wie der Opel Mokka Electric bieten 115 kW. Nur beim Volvo EX30 und beim Smart #1 ging es erst bei 200 kW los. Reichlich viel für ein Elektroauto, das wegen der begrenzten Reichweite von etwa 340 km hauptsächlich als Stadt- und Zweitwagen genutzt und selten auf der Autobahn gefahren werden dürfte. 110 kW reichen dann wohl aus. Die Kundschaft dürfte von niedrigeren Preisen profitieren.

Ob die Produktionskosten der neuen Basisversion niedriger sind, ist freilich nicht gesagt. Das hängt wohl davon ab, ob der 200-kW-Motor einfach elektronisch auf 110 kW gedrosselt wird oder ein einfacheres Aggregat eingebaut wird. 

© InsideEVs.de
Autor: Stefan Leichsenring