Der Volvo XC60 hat die Schweden jahrelang auf eigenen Schultern getragen. Das SUV wurde 2018 nicht nur "World Car of the Year", sondern war 2024 zudem das meistverkaufte Plug-in-Hybrid-Fahrzeug in Europa.
Im Sommer 2025 holte der XC60 sogar den altehrwürdigen Volvo 240 ein und wurde mit mehr als 2,7 Millionen verkauften Einheiten zum meistverkauften Volvo aller Zeiten. Entsprechend groß sind die Fußstapfen, in die der vollelektrische Nachfolger treten muss. Doch ein Blick auf das Datenblatt des neuen Volvo EX60 verrät: Die Schweden haben einiges in Petto. Und das ist auch bitter nötig, gingen die Verkaufszahlen der E-Schweden im letzten Jahr in Europa doch um ein Fünftel zurück.
Exterieur | Interieur | Antrieb und Batterie | Cross Country | Preise
Exterieur
Mit einer Länge von 4,80 Metern wächst der Volvo EX60 entgegen der Erwartungen spürbar gegenüber dem alten XC60 (ca. 4,71 Meter). Damit klopft der Neue schon fast an die Tür zur Oberklasse an. In der Höhe (1,64 Meter) verliert er gegenüber seinem fossilen Vorgänger einen Zentimeter. Der Radstand von stolzen 2,97 Metern verspricht ein optimales Raumnutzungskonzept.
Der EX60 ist das erste Modell, das auf der brandneuen SPA3-Technologie basiert. Das bedeutet, ein zentraler "Superset-Tech-Stack" bündelt Hard- und Software. Technisch setzen die Ingenieure auf Megacasting, also dem Verwenden von großflächigen Gussbauteilen, und eine "Cell-to-Body"-Bauweise, bei der die Batterie tragender Teil der Karosserie wird. Das spart nicht nur Gewicht und CO2 in der Fertigung, sondern schafft auch Platz. So variiert der Schwede je nach Ausstattung und Antrieb zwischen 2.115 und 2.330 Kilogramm.
Bilder von: Volvo
An der Front kommt der neue Volvo EX60 wie seine Kollegen EX30 und EX90 mit grobpixeligen Scheinwerfern in Thors-Hammer-Optik. Auf eine Art Kühlerelement wird hier zum Wohle der perfekten Anströmungsfläche verzichtet. Das Mittelklasse-SUV ordnen sich nüchternen aerodynamischen Linien unter ohne den unverkennbaren Schweden-Stil zu verlieren.
Eine klare Gürtellinie definiert die Seitenansicht, die blass vom vorderen Scheinwerfer kommend spitz zur Heckleuchte zuläuft. Auf sichtbare Türgriffe verzichtet Volvo beim EX60 komplett. Stattdessen fahren an den Fensteraufnahmen, nah an B- und C-Säule platziert, kleine Hebel zum Öffnen des Schweden aus. Ob das jedoch mit Chinas neuen Türgriffauflagen zum kommenden Jahr konform geht, bleibt abzuwarten. Aerodynamisch ist es allemal. Funktional? Wir werden es ausprobieren!
Auch das Dach fällt für einen günstigen Strömungsverlauf nach hinten ab. Ansätze des Hecks haben wir bereits im ersten Teaser zur Weltpremiere des ES90 gesehen. Keine Überraschung stellen also die zweiteiligen vertikalen Heckleuchten des EX60 dar.
Bilder von: Volvo
Interieur
Im Innenraum setzt Volvo wie bei EX30, EX90 und ES90 voll auf Minimalismus und moderne Bedientechnik. Auch der Volvo EX60 orientiert sich am bekannten nüchternen skandinavischen Design. Nur wenige physische Bedieneinheiten ordnen sich im cleanen Bild unter. Auffällig ist der Wechsel vom vertikal eingebauten Infotainment-Bildschirm der Brüder zu einer horizontalen Variante.
Wie bereits zum Teaser bekannt wurde, nutzt das System eine integrierte "verzögerungsfreie, konversationelle KI" basierend auf Google Gemini. Angetrieben wird das digitale Cockpit vom Nvidia Drive AGX Orin Chip, der genug Rechenpower besitzen soll, um für künftige Updates und verbesserte Assistenzsysteme bereitzustehen. Der Schwede soll so mit der Zeit immer besser werden. Zuletzt hatte Volvo an der Lesbarkeit von Schriftarten gearbeitet, um die Nutzung der Bildschirme sicherer zu machen.
Bilder von: Volvo
Ein zweiter kleiner Bildschirm thront im Sichtfeld des Fahrenden oben auf dem Armaturenbrett. Schön zu sehen, dass Volvo den Weg komplett ohne Kombiinstrument nicht weiter verfolgen zu scheint. Der Aufbau der Mittelkonsole erinnert an den kleineren Bruder EX30. Typisch für dessen Innenraum sind die schwebende Armlehne und der freie Raum darunter. Unter dem Infotainment-System ist eine Art weiteres Handschuhfach erkennbar, das weiteren Stauraum garantiert.
Apropos Platz: Der Kofferraum schluckt 634 Liter, bei umgeklappten Rücksitzen entstehen 1.647 Liter Stauraum. Unter der Fronthaube (Frunk) warten je nach Antriebsvariante bis zu 85 Liter zusätzlicher Stauraum auf Ladekabel und Co.
Sein Debüt feiert der Pilot Assist Plus, der assistiertes Fahren bis zu 130 km/h möglich machen soll. Der Assistent übernimmt das Lenken und den Spurwechsel damit der Fahrer auch mal die Hände vom Lenkrad nehmen kann.
Antrieb und Batterie
Zum Start bietet Volvo den EX60 in drei Leistungsstufen an, die allesamt auf 800-Volt-Technik setzen. Den Einstieg markiert der P6 Electric mit Heckantrieb. Ein E-Motor an der Hinterachse leistet 275 kW (374 PS) bei 480 Nm Drehmoment. Der Sprint von Null auf 100 km/h gelingt in 5,9 Sekunden.
Die goldene Mitte bildet der P10 AWD Electric mit Allradantrieb und einer Systemleistung von 375 kW (510 PS). Mit einem Drehmoment von 710 Nm geht es in 4,6 Sekunden auf 100 km/h. Der P12 AWD Electric ist das Topmodell der EX60-Reihe. 500 kW (680 PS) und 790 Nm lassen das fast 2,4 Tonnen schwere SUV in 3,9 Sekunden auf 100 km/h sprinten. Nur der Volvo EX30 Twin Motor Performance ist noch schneller: 3,6 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei allen Modellen Volvo-typisch auf 180 km/h begrenzt.
Bilder von: Volvo
Um das Wort "Reichweitenangst" endlich aus dem allgemeinen Sprachgebrauch zu verbannen, baut Volvo nicht nur große Akkus in die Unterböden der drei Varianten, sie erhalten zudem ordentlich Ladeleistung. Die Einstiegsvariante (P6) nutzt einen 83-kWh-Akku, der bis zu 620 Kilometer WLTP-Reichweite garantieren soll. Der P10 kommt mit einer 95-kWh-Batterie auf 660 Kilometer und der P12 erhält einen massiven 117-kWh-Akku, der bis zu 810 Kilometer ermöglichen soll.
Das sind fünf Kilometer mehr als beim BMW iX3, die sicher auch im schlanken aerodynamischen Design ihren Ursprung finden. Dank der 800-Volt-Architektur soll Strom an den Schnellladern fix nachgeladen werden können. Die Ladeleistung liegt in der Spitze bei bis zu 370 kW bei den Allradmodellen (P10/P12), auf 320 kW kommt der Hecktriebler P6.
Ein Ladestopp von 10 auf 80 Prozent soll damit im besten Fall nach 18 Minuten erledigt sein. Oder etwas handfester ausgedrückt: In zehn Minuten werden bis zu 340 Kilometer Reichweite nachgeladen. Damit kann der Neckar nahezu komplett von der Quelle bis zur Mündung abgefahren werden.
Das aktive Fahrwerk kommt mit Doppelquerlenker-Vorderachse, inklusive CCD/4-C-Dämpfern, und semiaktiven Stoßdämpfern. An der Hinterachse arbeitet eine Fünflenkerachse ebenfalls mit CCD/4-C-Dämpfern und semiaktiven Stoßdämpfern.
Die Standard-Vorderachse kommt mit Doppelquerlenkern, FSD-Dämpfern und hydraulischen Stoßdämpfern. Hinten wird selbige Achsgeometrie von einer Fünflenker-Hinterachse unterstützt.
Technische Daten des Volvo EX60 als PDF zum DownloadCross Country
Tradition verpflichtet: zumindest 2025 wieder. Denn mit dem Volvo EX30 haben die Schweden den Cross Country wiederentdeckt. Eigentlich als etwas robustere Kombiversion erdacht, werden jetzt die eigentlich bereits robust gedachten SUVs unter dem CC-Kürzel noch robuster.
Bilder von: Volvo
Der Volvo EX60 Cross Country richtet sich an alle, die dann und wann auch mal abseits asphaltierter Pfade unterwegs sind oder einen rustikalen Look lieben. Und so kommt der Cross Country mit verbreiterten Radkästen, schwarze Türleisten und Unterfahrschutz-Elementen in gebürstetem Edelstahl an Front und Heck. Wie beim kleinen Bruder fallen diverse Cross-Country-Schriftzüge ins Auge, wie die an der Heckschürze oder in der C-Säule.
Technisch bietet der Cross Country dank Luftfederung eine variable Bodenfreiheit. 20 Millimeter setzt der rustikale Schwede noch mal auf die Höhe des Standard-EX60 oben drauf. Weitere 20 Millimeter können, wenn benötigt, individuell addiert werden. Bei höheren Geschwindigkeiten reduziert der Volvo EX60 selbstständig die Fahrzeughöhe, um von einer größeren Windschlüpfrigkeit zu profitieren.
Beim Cross Country wird der P6 RWD nicht angeboten; hier kann man nur zwischen dem P10 AWD mit 640 km Reichweite und dem P12 AWD wählen, dessen Reichweite noch nicht feststeht.
Preise
Den EX60 gibt es in zwei Ausstattungen: Plus und Ultra. Dazu kommt noch der Cross Country. Der Wagen kann ab sofort bestellt werden, der Konfigurator ist bereits online, auch wenn die Website am Abend der Vorstellung zeitweise überlastet war. Die Produktion beginnt im Frühjahr. Ausgeliefert wird ab Sommer, jedoch nur die Varianten P6 und P10, das Topmodell P12 folgt kurz danach.
| EX60 P6 RWD | EX60 P10 AWD | EX60 AWD | |
| Plus | 62.990 Euro | 65.990 Euro | 71.990 Euro |
| Ultra | 69.790 Euro | 72.790 Euro | 78.790 Euro |
Der Cross Country ist laut Volvo ebenfalls ab sofort bestellbar. Hier beginnen die Preise bei 68.990 Euro für die Motorisierung P10 AWD in der Ausstattungsvariante Plus First Edition. Der P12 AWD folgt später.








